Spuren im Staub

© Rowohlt

Nachdem mich bereits der erste Band aus der Reihe um Inspector Morse und Sergeant Lewis von der Thames Valley Police gut unterhalten hatte, war für mich eine Rückkehr ins beschauliche Oxford schon fast so etwas wie ein Muss. Allerdings gestaltete diese sich insofern schwierig, da die Morse-Titel nicht nur seit längerer Zeit vergriffen, sondern auch nur noch zu teilweise horrenden Preisen erhältlich sind.

Letztendlich hat es mit dem Kauf von „… wurde sie zuletzt gesehen“ dann allerdings doch noch einigermaßen günstig geklappt und einer gemütlichen Krimi-Lektüre stand nichts mehr im Wege. Natürlich nicht ohne vorher darüber zu fluchen, dass man einen derart wichtigen Schriftsteller im Bereich der Spannungsliteratur von Seiten der Verlage immer noch so schmählich ignoriert. Aber die Leser kriegen, was die Leser wollen. Und das muss in den letzten Jahren ja zunehmend blutiger und inhaltlich „übersichtlicher“ sein. Colin Dexters zweiter Roman würde wohl heute die meisten Krimifreunde nicht mehr hinter dem Ofen hervor locken, was in diesem Fall sogar verständlich ist, hat doch „… wurde sie zuletzt gesehen“ seit seinem Erscheinen im Jahr 1976 etwas Staub angesetzt.

Und Staub liegt auch auf dem neuesten Fall, mit dem Inspector Morse von seinem Vorgesetzten beauftragt wird. Vor mehr als zwei Jahren ist Valerie Taylor, zum damaligen Zeitpunkt eine siebzehnjährige Schülerin, aus einem Vorort in der Nähe von Oxford verschwunden und seitdem nie wieder aufgetaucht. Chief Inspector Ainley, einer der besten Mitarbeiter der Thames Valley Police, hatte sich nun nach der Lektüre eines Artikels über verschwundene Jugendliche in der „Sunday Times“ nochmal die Unterlagen des als abgeschlossen betrachteten Falles vorgenommen und war dabei auf gewisse Ungereimtheiten gestoßen, welche ihn dazu bewogen hatten, weitere Nachforschungen in dieser Sache anzustellen. Seine Spur führte ihn dabei nach London. Bevor er jedoch die neuen Erkenntnisse mit jemanden teilen konnte, verunglückte er auf der Rückfahrt tödlich. Morse soll jetzt da weitermachen, wo Ainley aufgehört hat. Ein Auftrag, von dem der eigenwillige Inspector alles andere als begeistert ist, da er die Verschwundene insgeheim bereits für tot hält. Umso überraschter ist er, als ihm ein Brief von Valerie gezeigt wird, den sie erst vor kurzem an seine Eltern geschrieben hat.

Morse ist jedoch weiterhin von seiner Theorie des toten Mädchens überzeugt und versucht die Indizien auch in diese Richtung zu deuten, während gleichzeitig sein Kollege Sergeant Lewis glaubt, dass Valerie noch unter den Lebenden weilt und dementsprechend in London ermitteln will. Gemeinsam schnüffeln sie der schon sehr kalten Fährte nach, wobei sie auf ihrem Weg zum Ziel ein ums andere Mal eine Theorie verwerfen müssen …

Soviel sei gesagt: Sherlock Holmes hätte bei der Lektüre dieses Buches wohl seine Bruyère-Pfeife über dem Knie zerbrochen, widerspricht doch Morses Arbeitsweise so überhaupt nicht der des deduktiv denkenden Meisterdetektivs. Ganz im Gegenteil: Der Oxforder Inspector knobelt im Verlaufe des Falls eine mögliche Lösung nach der anderen aus, wobei er sich stets von seiner Intuition leiten und Beweise grundsätzlich völlig außer acht lässt. Das führt dazu, dass Morse und Lewis bei ihren Ermittlungen gleich desöfteren in einer Sackgasse landen. Und mit ihnen letztendlich dann auch der besonders im letzten Drittel arg in seiner Geduld strapazierte Leser. Doch fangen wir vorne an:

… wurde sie zuletzt gesehen“ bietet all die Ingredienzien, welche man bereits von den anderen großen britischen Kriminalromanschreibern wie Reginald Hill, Ian Rankin und John Harvey kennt. Ein gut ausgeklügelter, intelligent durchdachter Plot, der, ähnlich einer Baumkrone, sich immer wieder verästelt und falsche Fährten für Leser und Protagonisten gleichermaßen auslegt. Interessanterweise wird hier jedoch zu Beginn kein Mörder gesucht, sondern in erster Linie die Frage behandelt, ob es überhaupt einen Mord und somit ein Verbrechen gegeben hat. Der Kreis der Verdächtigen ist schon fast whodunit-typisch sehr klein gehalten, besticht dafür aber durch eine intensive Skizzierung der Figuren, welche allesamt bis zum Schluss recht undurchschaubar bleiben. Ob Direktor Donald Phillipson oder die Eltern der verschwundenen Valerie. Jeder scheint so seine Leichen im Keller zu haben, was es dem Miträtselnden fast unmöglich macht, einen einzelnen Hauptverdächtigen zu selektieren. Dexter gelingt es hervorragend, uns Einblick in die Seele der Charaktere zu geben, ohne dabei zu viel zu offenbaren. Das macht das Buch besonders gegen Anfang, wo die Geheimnisse der Lehrer auf der Gesamtschule von Valerie sowie das seltsame Verhalten der Eltern thematisiert werden, äußerst spannend und lässt den Leser schnell Zugang zu der Geschichte finden.

Wie bereits oben angedeutet, verliert sich diese Spannung dann aber im weiteren Verlauf, was daran liegt, dass stets neu auftauchende Erkenntnisse nur wenige Seiten später widerlegt werden und den Fall wieder in einem völlig neuen Licht präsentieren. Eine grundsätzlich gute Idee, welche mir Dexter hier aber zu weit getrieben hat, da so einiges an Glaubwürdigkeit verloren geht. Was den Aufbau angeht, fühlte ich mich dabei ein wenig an Anthony Berkeleys „Der Fall mit den Pralinen“ erinnert, welches ebenfalls stets andere Lösungen präsentierte, um sich aus den Fehlern der einzelnen Gedankenansätze dann eine komplett andere Erklärung zu basteln. In gewissem Sinne spiegelt sich in dieser Erzählweise Morses Vorliebe für Kreuzworträtsel wieder. Auf gut Glück werden da Indizien zusammengefügt, welche schließlich als Ganzes manchmal leider keinerlei Sinn mehr ergeben. Am Ende ist man als Leser (sofern man nicht fleißig mit Bleistift und Papier mitdokumentiert hat) gänzlich verwirrt und hat arge Schwierigkeiten und auch wenig Muße, die verschiedenen Stränge aufzudröseln bzw. nachzuvollziehen.

Was die Figuren betrifft: Hier sieht man deutlich den Einfluss, welchen Dexter auf das Genre ausgeübt hat. Morse ist in vielen seiner Eigenheiten in gewissem Sinne der Prototyp des heutigen englischen Roman-Inspectors. Ein sehr eigenwilliger, sturer Kauz, der seine eigenen Wege geht und die Zusammenarbeit mit anderen eher als hinderlich empfindet. Dennoch passt dann der nüchterne und trotzdem sehr produktive Sergeant Lewis perfekt an seine Seite. Ein interessantes Team, das gegenüber dem Erstlingswerk „Der letzte Bus nach Woodstock“ aber für weniger Lacher sorgt.

… wurde sie zuletzt gesehen“ ist ein zwar wenig spannendes, aber intellektuell äußerst anregendes Rätselraten, das ruhig erzählt für verregnete Herbsttage bestens geeignet ist und trotz einiger Holperer und Schwächen durchaus Appetit auf mehr aus der Morse-Reihe macht. Eine Empfehlung für alle Freunde englischer Kriminalliteratur, die auch ohne blutüberströmte Leichen Freude an einem Buch finden können.

Wertung: 83 von 100 Treffern

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  • Autor: Colin Dexter
  • Titel: … wurde sie zuletzt gesehen
  • Originaltitel: Last Seen Wearing
  • Übersetzer: Marie S. Hammer
  • Verlag: Rowohlt
  • Erschienen: 02.2000
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 349 Seiten
  • ISBN: 978-3499228216
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+++ Der Vorschau-Ticker – Winter 2017/Frühjahr 2018 – Teil 4 +++

Der vierte Teil unseres Vorschau-Tickers kommt leider mit einiger zeitlicher Verzögerung und doch hoffentlich noch rechtzeitig, um den ein oder anderen Titel schmackhaft zu machen oder vielleicht solche vorzustellen, die zuvor noch nicht im Blickfeld gelandet waren. Auf bereits vor kurzem erschienene Bücher, welche in meiner engeren Auswahl (oder gar bereits im Bücherregal) gelandet sind, werde ich dann nochmal separat zurückkommen. Wie immer auch hier getrennt nach Spannungsliteratur und der restlichen Belletristik. Nun aber zu den vorliegenden Auserwählten aus der düsteren Ecke des Krimis.

Einmal mehr Südafrika (dieses Halbjahr gibt es hier tatsächlich reichlich Lesestoff für Krimi-Freunde) heißt es bei „Mann am Boden“ von Roger Smith, der sich dank Tropen und Heyne inzwischen in Deutschland als Autor etabliert und – von Ausnahmen wie „Schwarzes Blut“ mal abgesehen – stets auf hohem Niveau harte Kost abgeliefert hat. Nach letzterer riecht es auch im aktuellen Buch, wenngleich der Kurztext ebenfalls Twists und Turns verspricht, was nach den vergangenen „Straight-Forward“-Plots aus Smiths Feder eine erfrischende Abwechslung darstellen könnte. Ich bin mal gespannt und werde sicher zugreifen.

Warum der zweite Band aus Douglas-Homes „Sea Detective„-Reihe den Weg in meine persönliche Vorschau gefunden hat, ist gar nicht so einfach zu erklären, zumal ich den ersten bis dato noch nicht mal gelesen habe. Allerdings waren die Kritiken – insbesondere die von Krimi-Kennern und Bloggern, deren Meinung ich sehr schätze – mehr als positiv. Und mit dem Schlagwort „Schottland“ kann man bei mir ohnehin immer punkten. Dazu eine die kleine Gemeinde an rauer Küste, hinter deren Fassade sich Geheimnisse verbergen. Das ist ganz nach meinem Gusto, da werde ich wohl schwach werden und erneut blind kaufen.

Vollkommend sehenden Auges empfehle ich allerdings „Weißes Leuchten“ von James Lee Burke, das als alte Goldmann-Ausgabe noch in meinem Regal weilt und durch die neue Pendragon-Broschur ersetzt werden wird. Warum? Nun weil erstens die Reihe um Dave Robicheaux einfach zur Crème de la Créme zählt. Und das weit über die Grenzen des Genres „Krimi“ hinaus. Und weil man zweitens Günther Butkus‘ Ansinnen, die gesamte Reihe veröffentlichen zu wollen, unbedingt nachhaltig unterstützen sollte. Insbesondere wenn man sich umschaut, was sonst in Massen für ein Schwachsinn auf den Markt geworfen wird.

Auch bei Ross Thomas kann ich in das gleiche Lobeshymnen-Horn blasen. Die Werkausgabe aus dem Alexander Verlag wächst mit jedem Jahr stetig, macht sich äußerst schmuck im Regal und beinhaltet nebenbei noch die Bücher aus der Feder des Autors, der im Bereich Polit-Thriller Maßstäbe für spätere Generationen gesetzt hat. Ich muss einfach alle haben und stelle hiermit mal die forsche These auf: Mindestens einen Ross Thomas sollte man im Leben gelesen haben.

Das kann man wiederum für Joe R. Lansdale übernehmen. Meister des „Southern Gothic“ und Erschaffer der grandiosen Hap/Leonard-Reihe, welche seit einiger Zeit nun auch als Fernsehserie (in Deutschland meines Wissen Amazon-exklusiv) über die Mattscheibe flimmert. Golkonda ist hier die treibende Feder hinter den Veröffentlichungen. Ein ebenso kleiner wie feiner Verlag, der weiterhin Support erfahren sollte und diesen seit Jahren mit gleich einigen Juwelen (Ted Chiang, Jo Walton, Robert Bloch u.v.m.) rechtfertigt. „Krasse Killer“ wird vermutlich auch da keine Ausnahme darstellen. Als großer Lansdale-Fan werde ich definitiv zuschlagen.

Für was kann ich euch noch so kurz vor „Toreschluss“ begeistern?

  • Roger Smith – Mann am Boden (Taschenbuch, Januar 2018 – Tropen Verlag – 978-3608502176)
  • Inhalt: Tucson, Arizona. Eine dreiköpfige Familie wird in ihrem eigenen Haus überfallen und als Geisel gehalten. Doch schnell offenbart sich, dass der Vater ein doppeltes Spiel spielt. Wer sind die wahren Täter und wer die Opfer? Zehn Jahre ist es her, seit John Turner und seine Frau ihre Zelte in Südafrika abbrachen, um gemeinsam mit ihrer Tochter Lucy in den USA ein neues Leben aufzubauen. Als drei Männer in ihr Haus in Arizona eindringen und sie als Geiseln nehmen, zerbricht das familiäre Idyll. Langsam kommen die Schatten aus Turners Vergangenheit ans Licht. Warum verließ die Familie ihre Heimat Johannesburg so überstürzt? Roger Smith, der härteste Krimiautor Südafrikas, erzählt in rasantem Tempo von Vertrauen, Korruption und den Fehlern der Vergangenheit, die jeden von uns zwangsläufig einholen. Und er beweist: Unschuldige gibt es in dieser Welt nicht.
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© Tropen

  • Mark Douglas-Home – Sea Detective: Sog der Tiefe (Taschenbuch, Oktober 2017 – Rowohlt Verlag – 978-3499272479)
  • Inhalt: Durch die schmutzige Windschutzscheibe seines Wagens beobachtet Cal McGill eine junge Frau. Ganz reglos schaut sie aufs Meer, eine gefühlte Ewigkeit lang. Cal packt die Neugierde – was hat sie an den entlegenen Strand getrieben, was sucht sie dort? Seine Neugier mündet in einen neuen Fall, als er herausfindet, dass 26 Jahre zuvor eine andere junge Frau am selben Strand stand, bevor sie ins Meer ging. Laut Angaben der Polizei tötete sie sich selbst und ihr ungeborenes Kind. Doch Cal kommen Zweifel an dieser Version, und bei seinen Nachforschungen stößt er auf eine Küstengemeinde, die beharrlich schweigt. Zu beharrlich.
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© Rowohlt

  • James Lee Burke – Weißes Leuchten (Broschiertes Taschenbuch, Oktober 2017 – Pendragon Verlag – 978-3865325914)
  • Inhalt: Alles beginnt mit einem Schuss durch ein Fenster im Haus des Öl-Magnaten Welden Sonnier. Dave Robicheaux wird mit den Ermittlungen beauftragt. Sofort ist er heillos verstrickt im engen Beziehungsgeflecht einer der angesehensten Familien Louisianas. Der Clan mauert und auch die Dämonen seiner eigenen Vergangenheit drohen Dave zu überwältigen. Wie soll er in diesem tödlichen Netz aus familiärer Gewalt, jahrzehntealter Schuld und Mafiaverbindungen den Überblick behalten?
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© Pendragon

  • Ross Thomas – Der Mordida-Mann (Broschiertes Taschenbuch, Oktober 2017 – Alexander Verlag – 978-3895814525)
  • Inhalt: 1981: Ein international gesuchter Terrorist wird von amerikanischen Agenten entführt. Kurz darauf lässt der Nachfolger Gaddafis den Bruder des amerikanischen Präsidenten kidnappen, um mit ihm den Freiheitskämpfer freizupressen, nicht ahnend, dass dieser schon tot ist. Der Einzige, der die Kohlen jetzt noch aus dem Feuer holen kann, ist Chubb Dunjee. Der ehemalige amerikanische Kongressabgeordnete war lange Mittelsmann in den unruhigen Gegenden dieser Welt; seine besondere Spezialität: Bestechung – »mordida«.
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© Alexander

  • Joe R. Lansdale – Krasse Killer (Broschiertes Taschenbuch, September 2017 – Golkonda Verlag – 978-3946503064)
  • Inhalt: Eine falsche Schönheit, die Luxusautos und mehr verkauft, eine Rockerbande als Schlägertruppe der Dixie-Mafia, und immer wieder übelste Gerüchte über einen unfassbaren Profikiller. Schlagfertigkeit, Mut und Witz reichen da nicht aus. Hap und Leonard brauchen Hilfe, in Rat und Tat. Denn natürlich haben sie keinen blassen Schimmer, in welches Wespennest sie diesmal gestochen haben – und ob es ihnen wieder gelingt, heil heimzukommen zu ihren geliebten Vanillekeksen und zu Haps unverhofftem Familienzuwachs.
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© Golkonda

 

Das Alphabet des Inspector Morse

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© Rowohlt

Am 21. März 2017 ist er im Alter von 86 Jahren gestorben: Colin Dexter. Der Brite, dessen Krimi-Reihe um den in Oxford und Umgebung ermittelnden Inspector Morse in den 70er und 80er Jahre zur Grundausstattung einer jeden gut sortierten Buchhandlung gehörte, hat in späteren Jahren nie mehr wirklich  vom aufkommenden Boom des Genres profitieren können und doch frühzeitig für dieses Maßstäbe gesetzt. Zu einer Zeit, in der der Krimi noch abfällig schnaubend als Toiletten-Lektüre abgetan wurde, hatte er bereits (nicht nur aufgrund des Schauplatzes) gezeigt, das Bildung und Gelehrsamkeit durchaus mit Mord und Totschlag in Einklang zu bringen sind. Grund genug für mich einen Blick zurück auf sein Debütwerk zu werfen und ihm die gebührende Ehre zu erweisen.

Ruhen Sie in Frieden, Mr. Dexter.

Als ich meinen ersten Roman aus der Reihe um Inspektor Morse von der Thames Valley Police durchgelesen hatte, zeichnete sich bereits damals ab, dass daraus eine langjährige Freundschaft erwachsen könnte. Colin Dexter, der inzwischen (leider) vielen gar kein Begriff mehr sein dürfte und unverständlicherweise seit Jahren bei Neuauflagen von Seiten der Verlage ignoriert wird, gehörte nicht nur zu den beliebtesten Kriminalautoren Großbritanniens, sondern diente auch vielen seiner Nachfolger als stilistisches Vorbild.

Aus einer gutbürgerlichen Familie stammend, unterrichtete Dexter bereits in frühen Jahren an der Universität von Cambridge und wechselte dann, nachdem bei ihm Anzeichen einer beginnenden Taubheit ausbrachen, auf einen Posten an einem College in Oxford. Und hier, im kultivierten Mileu von Oxfordshire, ließ er seit Mitte der 70er Jahre Inspector Morse an der Seite von Sergeant Lewis auf Verbrecherjagd gehen. Die Idee zu seinem Erstling „Der letzte Bus nach Woodstock“ soll ihm dabei während eines Familienurlaubs in Wales gekommen sein, als ihn Dauerregen für mehrere Tage im Hotel festsitzen ließ.

Der Krimi beginnt auf halber Strecke zwischen Oxford und Stratford-on-Avon im beschaulichen Woodstock, einem kleinen Ort, in dem unter anderem Sir Winston Churchill das Licht der Welt erblickt hat. Nicht nur wegen dieser Berühmtheit ist es ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der umliegenden Gemeinden, die besonders den Pub „Black Prince“ mit Freude frequentieren. Dort findet eines Abends der betrunkene John Saunders in der dunkelsten Ecke des Hinterhofparkplatzes die übel zugerichtete und vergewaltigte Leiche einer jungen Frau. Inspector Morse nimmt sich des Falles an und arbeitet dabei erstmals mit Sergeant Lewis zusammen. Gemeinsam wühlt man sich mithilfe von Befragungen durch das nähere Umfeld und findet bald heraus, dass die Tote namens Sylvia Kayes nach Woodstock getrampt ist. Und ihr Mörder scheint derjenige gewesen zu sein, der sie mitgenommen hat. Damit nicht genug: Eine Augenzeugin berichtet, dass Kayes zusammen mit einer anderen Frau war, mit welcher sie offensichtlich befreundet war. Doch wer war diese andere Unbekannte? Und warum meldet sie sich nicht bei der Polizei?…

Auf gerade mal knapp 220 Seiten gelingt es Dexter eine sehr dichte Atmosphäre auf Papier zu schmieden, die zwar durchaus immer wieder die Schwächen des Debütromans (u.a. viele unnötige Wiederholungen) aufweist, im Ganzen aber mit einer Reife überrascht, die bereits zu Beginn mehr als neugierig auf die Nachfolger macht. Morse zeigt sich als Urtypus des unkonventionell ermittelnden Polizeibeamten (Sherlock Holmes war ja Detektiv in „beratender Funktion“), der weniger dem Handbuch folgt, als vielmehr auf eigene Eingebungen setzt und es mit dem dienstlichen Ton nicht so genau nimmt. Lewis nimmt dabei eine Watson-ähnliche Rolle ein und muss, obwohl älter als Morse, stellvertretend für den oftmals in die Irre geführten Leser die blöden Fragen stellen, auf die sein Vorgesetzter zumeist schon die „offensichtliche“ Antwort kennt.

Überhaupt ist das miteinander der Beiden ein äußerst erfrischendes, komödiantisches Element, das für stetige Kurzweil in einem Plot sucht, der in erster Linie mit seinem intelligenten, wenn auch nicht übermäßig komplexen Aufbau und der typisch-englischen Kleinstadtstimmung überzeugt. Die Zeichnung der Hauptfiguren ist nicht weniger gelungen, bleibt aber im Erstling noch ziemlich grob und geht vor allem auf Morse ein, von dem wir erfahren, dass er nicht nur über ein umfassendes Allgemeinwissen verfügt, welches er im allmorgendlichen Kreuzworträtsel erprobt, sondern auch eine Schwäche für hübsche Verdächtige hat. Ein Element, das sich durch die ganze spätere Reihe ziehen soll. Die wurde übrigens über viele Jahre für das englische Fernsehen verfilmt und uns bisher in deutscher Übersetzung vorenthalten. Dafür hat es der Ableger „Lewis„, von dem ich persönlich weniger angetan bin, bereits vor einiger Zeit auf unsere Fernsehbildschirme geschafft.

Der letzte Bus nach Woodstock“ – das ist ein überzeugender, verblüffend gut geratener und spannender! Debütroman, der bei mir die Lust nach mehr weckte  und allen Freunden von melancholischen, aber gewitzten Ermittlern nur ans Herz gelegt werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich – nach Dexters Tod vor wenigen Tagen – endlich wieder ein Verlag findet, der diese richtungsweisende, ur-britische Krimi-Reihe neu, und vor allem auf gebührende Art und Weise, auflegt.

Wertung: 88 von 100 Treffern

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  • Autor: Colin Dexter
  • Titel: Der letzte Bus nach Woodstock
  • Originaltitel: Last Bus To Woodstock
  • Übersetzer: Marie S. Hammer
  • Verlag: Rowohlt
  • Erschienen: 10.2000
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 216 Seiten
  • ISBN: 978-3499228209

I’m hearing only sad news from Radio Africa*

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© Rowohlt Polaris

Südafrika hat in den letzten Jahrzehnten einige hervoragende Schriftsteller*innen hervorgebracht, Paul Mendelson gesellt sich mit seinen bislang beiden auf Deutsch erschienen Romanen um den Polizei Colonel Vaughn De Vries erfolgreich hinzu. Geschickt verbindet er die Geschichte eines sich wandelnden Landes mit  einer spannenden Kriminalhandlung.

Südafrika, Januar 1994. Kurz vor den ersten Wahlen, die nach dem allgemeinen Wahlrecht durchgeführt wurden, und die faktisch das Ende der Rassentrennung bedeuteten, wird Vaughn de Vries, Captain der South African Police, Zeuge eines Massakers. Begangen von seinem Vorgesetzten und einigen Kollegen. Die Opfer sind dunkelhäutig, von unterschiedlichem Geschlecht und Alter. Ihr einziges Vergehen: Zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein.   De Vries ist entsetzt, doch in einer Mischung aus Angst um seine Familie und Existenz sowie Feigheit, Unsicherheit (auch und gerade in seiner Weltanschauung)  und Ohnmachtsgefühl, hängt er den Vorfall nicht an die große Glocke. Ein Skandal bleibt aus. Bei den Wahlen verfehlt Nelson Mandelas ANC knapp die Zweidrittelmehrheit und bildet mit Frederik Willem de Klerks  National Party und der Zulu-Partei Inkatha Freedom Party eine Regierung der Nationalen Einheit.

21 Jahre später ist Vaughn de Vries zum Colonel aufgestiegen, Nelson Mandela ist seit zwei Jahren tot, der ANC besitzt immer noch die absolute Mehrheit im Parlament und wird von Skandalen und internen Machtkämpfen erschüttert. Kriminalität, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus existieren weiterhin in großem Ausmaß.

An der Polizeiarbeit hat sich wenig geändert. De Vries und sein ihm unterstellter Kollege  Don February sollen den Mord an der schwerreichen Industriemagnatin und Kunstmäzenin Taryn Holt aufklären, die in ihrer Villa erschossen wurde. Ein auffällig arrangierter Tatort und Manipulationen an der Leiche lassen die Ermittlungen von Beginn an zu einem schwierigen Unterfangen werden.   Da Holt ein Ausstellung kontroverser Kunst geplant hat, die fundamentalistische Kirchgänger in Rage bringt, ihr Privatleben sich sehr diffus gestaltete und finanzstarke Erbinnen zahlreiche Neider auf den Plan rufen, müssen die beiden Polizisten an verschiedenen Fronten nach Tatverdächtigen suchen. Bis sich ein ebenfalls ermordeter, psychisch labiler Drogenfreak auf dem Silbertablett als Täter anbietet. Doch gerade das macht Colonel De Vries misstrauisch. Und er stößt bald auf eine mörderische politische Gemengelage, die bis in hohe Regierungskreise reicht.   Außerdem löst sich ein Schatten aus dem Jahr 1994, der sämtliche Beteiligte an dem Massaker, dessen Zeuge DeVries wurde, auslöscht. Er selbst steht auch auf der Todesliste.

Mit James McClure, Deon Meyer, Mike Nicol, Richard Kunzmann, Roger Smith  und vor allem Malla Nunn gibt es bereits seit Jahren hochinteressante und spannende Autor*innen aus Südafrika. Paul Mendelson gesellt sich mit seinen beiden Kriminalromanen   zu dieser Riege. Mendelson, der zuvor hauptsächlich als vielbeschäftigter Schöpfer von Büchern über Karten- und Glücksspiele reüssierte, wirft mit „Die Straße ins Dunkel“ einen genauen und ernüchternden Blick auf zwei Jahrzehnte sich wandelndes Südafrika. Explizit auf jene Stellen, an denen sich die geweckten Hoffnungen, die mit dem Ende der Apartheid und der Etablierung eines pluralistischen, demokratischen Systems einhergingen, nicht erfüllten.

Eine exorbitant hohe Kriminalitätsrate, der angstgepaarte Rassismus manch weißer Einwohner, die um Pfründe, Sicherheit, Komfort und  Auskommen bangen, der von Hass über die die jahrhundertlange Unterdrückung geprägte Rassismus in Teilen der schwarzen Bevölkerung sowie die üblichen Probleme wie Korruption, Vetternwirtschaft und Machtgier, machen nicht nur der Justiz zu schaffen. Doch der Mord an Taryn Holt führt Vaughn de Vries und Don February in ein finsteres politisches Geflecht, in dem Verbündete und Gegner kaum auseinanderzuhalten sind.

Mendelson lässt sich Zeit für die Entwicklung seines Haupterzählstrangs. Er schickt seine Ermittler auf einen beschwerlichen Weg, auf dem sich falsche Fährten, Stillstand, Widerstände und zähes Ringen um Erkenntnisse ein aufreibendes Stelldichein geben. Es dauert, bis sich die wahren Hintergründe peu a peu offenbaren. Das hätte ein langatmiges Unterfangen werden können, doch Mendelson gelingt es, das Interesse wach zu halten. Die Verästelungen ergeben Sinn, schaffen einen Prüfstand fürs literarische Personal, offenbaren Motivationen, Hintergründe und Konstellationen.

Ob streitbare Pathologin, engagierte und couragierte Künstlerin, loyaler Polizist, gewissenloser Handlanger mit Befugnissen oder bigotte Christenmenschen, Vaughn de Vries ist an vielen Fronten unterwegs. Und ist selbst eine höchst ambivalente Figur. Der Bure nennt sich selbst einen „Rassisten“. Er ist kein gewaltbereiter Radikaler, sondern ein alltäglicher, der halt Namen von dunkelhäutigen Kollegen nicht aussprechen kann und von einer indifferenten Angst heimgesucht wird, dass eine Gesellschaft ohne Rassentrennung seine Existenz gefährdet.  Andererseits ist seine oberste Priorität, Kriminalitätsopfern Gerechtigkeit zuteilwerden zu lassen.  Dabei interessieren ihn weder gesellschaftliche Positionen noch Hautfarbe. Weswegen de Vries auch von seinen farbigen Vorgesetzten geschätzt wird. Trotz aller Vorbehalte.

Vaughn de Vries ist wahrlich kein Sympathieträger, dafür eignet sich eher sein Adlatus Don February, aber eine facettenreiche Figur, die von ihrem Autoren auf eine frustrierende und trotzdem entlarvende Reise in die finstere politische Gegenwart Kapstadts geschickt wird. „Die Straße ins Dunkel“ hält geschickt die Waage zwischen Polizei- und (gesellschafts)politischem Roman. Lediglich der Part, der 1994 seinen Anfang nahm und in der Lynchjustiz 2015 endet, wird etwas unentschlossen in die Handlung eingebunden. Zwischenzeitlich fast gänzlich in den Hintergrund gedrängt, nimmt er erst zum Ende hin an Fahrt auf und wirft Vaughn De Vries auf sich selbst zurück. Das passt inhaltlich sehr gut, hätte aber etwas mehr an Vertiefung und dramatischer Wucht vertragen können.  Abgesehen von dieser kleinen Einschränkung ist der im Präsens verfasste Roman formal wie inhaltlich ein feines Stück Literatur, gewohnt eloquent übersetzt von Jürgen Bürger.

* Aus „Radio Africa“ von Latin Quarter (Album: „Modern Times“, 1985)

Wertung: 82 von 100 Trefferneinschuss2Autor: Paul Mendelson

  • Titel: Die Straße ins Dunkel
  • Originaltitel: The Serpentine Road
  • Übersetzer: Jürgen Bürger
  • Verlag: Rowohlt Polaris
  • Erschienen: 16.12.2016
  • Einband: Paperback
  • Seiten: 395
  • ISBN: 978-3-499-27241-7

+++ Der Vorschau-Ticker – Sommer/Herbst 2016 – Teil 4 +++

So, nun sind auch die ersten Titel von Rowohlt und Wunderlich zu bibliographieren, wobei es sich (bei den für mich relevanten) in erster Linie um Wiederveröffentlichungen im TB-Format handelt, bei denen ich bisher aus Kosten- und Platzgründen auf eine Hardcover oder Broschierte Ausgabe verzichtet habe. Miller und Kushner sind fest eingeplant, „Wolfsland“ betrachte ich skeptisch – das klingt durchaus interessant und atmosphärisch ansprechend, kann aber letztlich auch kitschiger Murks sein. Die größte Neugier bringe ich „Die Mauer“ von Max Annas entgegen. Bereits „Die Farm„, in der Penser-Pulp-Reihe (geht’s da eigentlich irgendwann mal weiter?) erschienen, wusste zu überzeugen. Das wird ein Muss-Kauf.

Weitere Titel (u.a. Fortsetzungen bei Bernard Cornwell oder auch Benjamin Montferats „Der Turm der Welt“ – 978-3805250931 – August 2016 – hab auch „Welt in Flammen“ noch nicht gelesen) führe ich mal nicht ausführlicher auf.

Einen richtigen, mich total reizenden Leckerbissen wie „In den Straßen die Wut“ birgt das kommende Verlagsprogramm von Rowohlt/Wunderlich diesmal nicht. Meinen Geldbeutel wird’s freuen.

  • Jax Miller – Freedom’s Child (August 2016 – Rowohlt Verlag – 978-3499269769)
  • Inhalt : Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr. Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden. Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …
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(c) Rowohlt

  • Rashel Kushner – Flammenwerfer (August 2016 – Rowohlt Verlag – 978-3499238833)
  • Inhalt : 1975: Die Hobby-Motorradrennfahrerin Reno kommt nach einem Rekordversuch auf den großen Salzseen nach Manhattan, um in die Künstlerszene SoHos einzutauchen. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Leben und Kunst verschwimmen, trifft sie auf eine Schar von Träumern und Revoluzzern: Unter ihnen auch Sandro Valera, erfolgreicher Konzeptkünstler und exzentrischer Erbe einer italienischen Reifen- und Motorrad-Dynastie, in den sie sich verliebt. Aber bei einem Besuch bei seiner Familie in deren Sommerresidenz am Comer See gerät sie in den Strudel einer echten Revolte, die sich in Straßenkämpfen, Entführung und Mord Bahn bricht. Dieser Roman wurde von der Presse hymnisch gefeiert.
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(c) Rowohlt

  • David Monteagudo – Wolfsland (Juli 2016 – Rowohlt Verlag – 978-3499269509)
  • Inhalt : Ein fulminanter Roman über den Willen zur Vernunft und die zerstörerische Kraft der Leidenschaft. Vollmond in der archaischen Landschaft der galicischen Berge: Eine Serie von Frauenmorden erschüttert das Dorf Brañaganda. Die Bauern haben dafür nur eine Erklärung – ein Werwolf treibt sein Unwesen. Der Waldhüter Enrique, verheiratet mit der Dorfschullehrerin und ein verantwortungsbewusster Familienvater, versucht als einziger, Vernunft in die von Aberglauben bestimmte Aufklärung der Morde zu bringen. Doch ausgerechnet Enrique muss die Grenzen der Rationalität erfahren. Als er sich in eine junge Frau verliebt, gerät sein Leben außer Kontrolle. Und eines Nachts steht der Werwolf vor ihm und stellt ihn vor eine unmögliche Wahl: «Ich habe Hunger. Du musst dich entscheiden, deine Frau oder deine Geliebte.»   
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  • Max Annas – Die Mauer (Mai 2016 – Rowohlt Verlag – 978-3499271632)
  • Inhalt : Kameras. Drei Menschen auf der Flucht. Security, die sich beweisen muss. Polizisten, die das «Problem lösen» wollen. Notfalls mit Gewalt. Moses möchte nur eins: Nach Hause. Raus aus der sengenden Hitze, raus aus dem verlassenen Vorort, in dem gerade sein alter Toyota liegen geblieben ist. Zu Freundin Sandi und einem kühlen Bier. Aber die Straßen sind wie leergefegt, niemand ist in Sicht. Moses hofft, in der nahe gelegenen Gated Community Hilfe zu finden. Dort, in der Welt der Weißen, ist schließlich alles geregelt. Doch: Dort drinnen ist er erst recht ein Außenseiter. Und er begeht einen Fehler … Zur selben Zeit sind auch Nozipho und Thembi innerhalb der Mauern unterwegs, sie verdienen ihren Unterhalt mit Diebstählen. Was sie nicht wissen: Ausgerechnet in dem Haus, in dem sie Beute zu machen hoffen, wurde gerade erst ein weit größeres Verbrechen verübt …
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