In den Straßen von San Francisco

© Pulp Master

Während im Hintergrund die Musik von Lana Del Reys Album „Honeymoon“ aus den Lautsprechern schwebt, werfe ich einen seligen Blick auf unsere hauseigene Bibliothek und registriere zu meiner Erleichterung, dass dort noch drei weitere ungelesene Romane aus der Feder des amerikanischen Autors Jim Nisbet auf mich warten. Und damit ein volles Magazin herausragender Literatur – zumindest lässt dies die Lektüre des vorliegenden Werks „Welt ohne Skrupel“ annehmen, welche ich mit der, für Pulp Master Titel üblichen, höheren Erwartung in Angriff genommen habe, nur um diese am Ende noch übertroffen vorzufinden.

Verflucht nochmal, Jim – wo warst du all die Jahre? Dieser Gedanke, er begleitete mich über die gesamte Distanz dieses sprachlichen Filetstücks des Genres Noir, welches man gar nicht schnell lesen, sondern lieber Seite für Seite auf der Zunge und mit Genuss zergehen lassen will. Nisbets Wortakrobatik, sie ist von solch finsterer Lakonie und doch auch stilsicherer Eleganz, dass darüber die Handlung an sich fast in den Hintergrund rückt. Wie gesagt nur fast, denn auf verhältnismäßig kleinstem Raum gelingt ihm nicht nur das Kunststück in die Fußstapfen des großen James M. Cain zu treten, sondern auch der klassischen Femme Fatale zu einem einprägsamen Comeback zu verhelfen. Und damit nun etwas genauer zur Story:

Klinger ist der Typ, bei dessen Anblick wir in der Regel die Straßenseite wechseln und gleichzeitig auch noch das Vorhandensein der Geldbörse am Körper checken. Ein Ganove und Gauner der alten Schule, der seine Finger nicht bei sich lassen kann und für den ehrliche Arbeit so etwas wie gesellschaftlicher Ausschlag ist, der aber nicht genug juckt, um ihm längere Aufmerksamkeit zu widmen. Und so sind es kleine und mittelgroße Dinger, die Klinger dreht und deren Ertrag er in erster Linie in einen Drink und eine warme Mahlzeit investiert. Sein letzter Überfall ist jedoch wenig von Erfolg gekrönt. Auf der Flucht vor der Polizei setzt er den Wagen kurzerhand gegen einen Lichtmast, lässt seinen Komplizen zurück und einbuchten, während er das Geschehen aus sicherer Distanz verfolgt. Gelegenheit macht jedoch bekanntlich Diebe und bereits kurze Zeit später versucht er sich mit Kumpel Frankie „Geeze“ an einem Mann, der sich gerade ein Bündel Dollar an einem Bankautomaten gezogen hat. Die Pechsträhne hält aber an und kurz darauf ist der Kumpel tot und das vorgesehene Opfer, der erfolgreiche App-Entwickler Philipp Wong, liegt bewusstlos im Krankenhaus. Vom Raubzug bleibt Klinger allein dessen Smartphone.

Aber was damit anfangen? Klingers Welt ist strikt analog und weder hat er eine Ahnung wie er es entsperren, noch wie er daraus Profit schlagen soll. Auftritt Marci, Chefin des App-Unternehmens und ehemalige Geliebte des ans Bett gefesselten Wong. Sie weiß um die neue Dating-App auf dessen Phone und will die Gelegenheit nutzen, diese auf eigene Faust zu Geld zu machen. Zu ihrer Überraschung ist Klinger nur wenig an einer Bezahlung in Naturalien interessiert, sondern verlangt Bares. Sie beschließt, die Fähigkeiten des streetsmarten Diebs zu nutzen, um den mittlerweile wieder wachen Wong um sein Passwort zu erleichtern …

The great theme of Noir is, ‚You’re fucked‘.

Wahre Worte des großen James Ellroy, die sich natürlich auch in „Welt ohne Skrupel“ letztlich bewahrheiten, denn Klinger – das wird relativ schnell klar – ist ein Relikt einer vergangenen Zeit, das es versäumt hat, sich an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Menschen wie er und Frankie „Geeze“ verkörpern eine längst vergangene Ära, welche Nisbet zwar in seiner Diktion wiederbelebt, durch die äußeren Umstände aber doch auch stets konterkariert. Die Regeln des Kapitalismus mögen für Klinger zwar nicht gelten, dennoch fühlt er sich dessen Gesetzen unterworfen. Geld regiert die Welt. Und es reicht schon lange nicht mehr, dies nur zu besitzen – man muss es vermehren. Eine Fähigkeit, die diesem altmodischen Gangster schlichtweg vollkommen abgeht und dadurch folgerichtig seine Erfolglosigkeit bedingt. Längst ist er kein Profiteur des Systems mehr, wirft der Griff in die Brieftasche des vorbeihuschenden Passanten nicht mehr genug ab. Und doch ist Klinger unfähig diese Entwicklung zu sehen, seine Einstellung zu seiner monetären Situation zu ändern.

(…) „Verstehen Sie mich nicht falsch, (…) ich schätze Geld. Tu ich tatsächlich. Es ist nur so, dass Geld wie ein Fluch auf meiner Existenz lastet. Mein ganzes Leben lang, (…) lastete Geld wie ein Fluch auf meiner Existenz.“ (…)

Jim Nisbet macht in jeder Zeile deutlich, dass die Zukunft ohne Klinger auskommen muss, dass das große Spiel ohne ihn weitergespielt werden wird. Diese digitale neue Realität, sie frisst ihn, der seine Taubheit in Alkohol ertränkt, auf, um ihn achtlos auf die Straßen San Franciscos zu spucken. Ein Milieu, das der Autor vollkommen leidenschaftslos und mit schwermütiger Melancholie in Szene setzt, ohne, wie sonst in Noirs üblich, sich zu oft dunkelster Schattierungen zu bedienen. So bleiben zwar auch hier die Bordsteinkanten die Parkbänke der Abgehängten und Verlierer, aber es bedarf keiner größerer Dramatik oder düsterer Brutalität um dies zu betonen. Es scheint fast als wäre selbst diese einstmals so nachtschwarze Unterwelt kein sicherer Zuflucht mehr für einen Versager wie Klinger, der unbeteiligt und abgehängt durch sein Viertel flaniert. Ein Philosoph der Straße, dem, außer seinen Kneipenfreunden, schon lange niemand mehr Gehör schenkt.

(…) „Klinger war reif für alles, außer der Zukunft. Oder die Vergangenheit. Oder, wie sich herausstellte, für die Gegenwart.“ (…)

So wohnt dem Zusammentreffen mit Marci schließlich eine gewisse Unvermeidlichkeit inne. Wie die Spinne am Rande des Netzes, die geduldig auf den einen Dummen wartet, der sehendes Auges in sein klebriges Verderben läuft. Klingers Frühwarnsystem, es hat seit Jahren keinerlei Updates mehr erfahren und taugt allenfalls für die Gefahren der Straße. Bei einer verführerischen Frau wie Marci schlägt es jedoch nicht an, was es ihr wiederum so einfach macht, ihn zu manipulieren und als willigen Handlanger für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Was wir als Leser wiederum mit einem nicht unerheblichen Maß an Amüsement goutieren.

Überhaupt – „Welt ohne Skrupel“ ist trotz all der menschlichen Tristesse eine unheimlich kurzweilige Lektüre, zumal Nisbets musikalische Gossenpoesie seinen ganz eigenen Rhythmus hat, der einen leichtfüßig über die Seiten trägt. Dass man dennoch zwischendrin inne hält, um die Worte wirken zu lassen und sich der sprachlichen Magie herzugeben, spricht für die enorme Klasse dieses mit viel Feingefühl modernisierten Noirs, der mich über die Maßen beeindruckt hat.

Wertung: 91 von 100 Treffern

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  • Autor: Jim Nisbet
  • Titel: Welt ohne Skrupel
  • Originaltitel: Snitch World
  • Übersetzer: Ango Laina, Angelika Müller
  • Verlag: Pulp Master
  • Erschienen: 03/2019
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 233 Seiten
  • ISBN: 978-3927734630

+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Frühling/Herbst 2020 – Teil 1 +++

Ich habe mal gerade einen Rundumblick durch unsere Bibliothek geworfen und muss ehrlich konstatieren: Wenn die Autoren ab sofort keinerlei Bücher mehr schreiben und die Verlage nichts mehr veröffentlichen würden – wir wären in diesem Hause trotzdem bis zum Rest unserer Tage mehr als ausreichend versorgt. Wer immer jedoch behauptet hat, dass mehr nicht immer besser ist, er war sicherlich nicht bibliophil veranlagt oder hat so gerne wie ich in neuen Vorschauen gestöbert. Diese gehen nun nämlich gerade wieder peu à peu online und geben einen Blick auf die Titel des kommenden Halbjahres frei. Und was da so angekündigt wird, das kann sich bis jetzt meines Erachtens durchaus sehen, Merkzetteln und teilweise sogar gleich vorbestellen lassen.

Und daher ohne viel weiteres Tamtam hier mal meine persönliche Krimi-Auslese der Verlage Suhrkamp, Klett-Cotta/Tropen, Piper und Pulp Master.

Wofür könntet ihr euch aus dieser Auswahl erwärmen?

  • Scott Thornley – Der gute Cop
    • Broschiertes Taschenbuch, August 2020, Suhrkamp Verlag, 978-3518470817, 550 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: Die Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Norwegen ist gerade vorbei, da werden bereits seitens Suhrkamp die Weichen für den Landesvertreter im nächsten Jahr gestellt. Mit Der gute Cop kündigt der Verlag einen kanadischen Krimi an, der zumindest schon mal vom Cover her durchaus für Aufmerksamkeit sorgt. Hier steht, nicht wie meist üblich, ein Protagonist im Vordergrund, sondern gleich ein ganzes Ermittlerteam. Angeführt von Detective Superintendent MacNeice, der mich in seiner Beschreibung ein wenig an Landsmann Farrows Émile Cinq-Mars erinnert und mit sich bekriegenden Biker-Gangs ähnliche Probleme zu lösen hat. Könnte was werden und wird daher im Auge behalten.
  • Adrian McKinty – Alter Hund, neue Tricks
    • Broschiertes Taschenbuch, Juli 2020, Suhrkamp Verlag, 978-3518470602, 380 Seiten, 15,95 €
    • Crimealley-Prognose: Nachdem er zuletzt mit dem kruden The Chain vor allem dumpfe Mainstream-Fantasien bedienen musste, um fällige Rechnungen zu bezahlen, kehrt McKinty mit Alter Hund, neue Tricks (engl. Hang On St Christopher), dem achten und vorletzten Band der Serie,  wieder zu seiner Kult-Figur Sean Duffy – und damit ins Belfast der 90er Jahre zurück. Man kann nur hoffen, dass dieser Titel reißenden Absatz findet, damit sich der Autor nicht nochmal so an den amerikanischen Kommerz verkaufen muss. Wer die Reihe kennt, der weiß – an deren Qualität kann das ja verdammt nochmal wirklich nicht liegen. Unbedingte Kaufempfehlung – für mich und alle anderen Freunde gut geplotteter Krimis.
  • Zoë Beck – Paradise City
    • Broschiertes Taschenbuch, Juni 2020, Suhrkamp Verlag, 978-3518470558, 350 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: Eine der besten deutschen Krimi-Autorinnen schreibt eine Dystopie mit der molochartigen Mega-City Frankfurt am Main als Setting? Klingt ziemlich gewagt, wenn eben nicht Frau Beck hier verantwortlich zeichnen würde, die bereits in der Vergangenheit gezeigt hat (siehe Die Lieferantin), dass sie für Zukunftsthemen im Thriller-Gewand durchaus ein Händchen hat. Der Klappentext verspricht in jedem Fall eine düstere Story ganz nach meinem Gusto. Und so wird auch Paradise City sicher in mein Regal wandern.
  • Melissa Scrivner Love – Capitana
    • Broschiertes Taschenbuch, Mai 2020, Suhrkamp Verlag, 978-3518470503, 330 Seiten, 15,95 €
    • Crimealley-Prognose: Mit Capitana erleben wir die Rückkehr der Gang-Leaderin Lola, dessen gleichnamiger erster Auftritt zwar von mir ebenfalls gemerkzettelt, aber noch immer nicht gekauft, geschweige denn gelesen wurde. Warum die Fortsetzung trotzdem in der Auswahl landet? Weil mich diese Kill-Bill-Version aus L.A. schlichtweg lockt und es neben all den versoffenen Private-Eyes auch ruhig mal eine skrupellos-wahnsinnige Drogen-Lady sein darf. Wie ich mich überhaupt über jede weibliche Figur in einem Spannungsroman freue, die nicht „ins Visier des Killers gerät„.
  • Lauren Wilkinson – American Spy
    • Broschiertes Taschenbuch, Juni 2020, Tropen Verlag, 978-3608504644, 352 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: Auch die Ankündigung von American Spy weckt bei mir große Vorfreude. Nicht nur, weil ich damit den Prozentanteil an weiblichen Autoren in meinen Tickern etwas heben kann (Mir wird ja immer wieder gern mal vorgeworfen, ich würde Frauen absichtlich keinerlei Beachtung schenken), sondern weil die Story um eine schwarze Geheimagentin – welche am Ende des Kalten Kriegs ausgeschickt wird, um einen afrikanischen Präsidenten auszuspionieren – genau das ist, was die Krimi-Szene der USA jetzt gebrauchen kann. Eine mutige Afroamerikanerin unter weißen Männern – das ist in der Tat mal etwas anderes und macht mich äußerst neugierig. Wird ganz sicher gekauft.
  • Keigo Higashino – Unschuldige Täter
    • Hardcover, März 2020, Tropen Verlag, 978-3608504132, 400 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Wer mich näher kennt, der weiß – ich hab es nicht so mit asiatischer Kriminalliteratur. Unter der Mitternachtssonne hat allerdings allerorten überaus positives Feedback erhalten und auch der in die Vergangenheit zurückreichende Fall in Unschuldige Täter lässt mich wieder aufhorchen, ist doch der geniale Physiker Yukawa zwar an klassische Vorbilder angelehnt, aber vor dem Hintergrund des Schauplatzes Japan eine erfrischende Abwechslung.
  • Rex Stout – Die goldenen Spinnen
    • Hardcover, März 2020, Klett-Cotta Verlag, 978-3608963908, 240 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: Hier versuche ich mich mal kurz zu fassen. Die Neuauflage der Nero-Wolfe-Bände ist für Freunde des einmaligen Gourmet-Detektivs ein Segen und – zumindest meiner Ansicht nach – auch optisch ein absoluter Hingucker. Da es in meinem ureigensten Interesse ist, dass die Reihe noch lange fortgesetzt wird, werde ich Klett-Cotta wieder mit einem Kauf unterstützen.
  • Ray Celestin – Gangsterswing in New York
    • Broschiertes Taschenbuch, April 2020, Piper Verlag, 978-3492061650, 704 Seiten, 18,00 €
    • Crimealley-Prognose: Mit Gangsterswing von New York legt Celestin bereits den dritten Band seines City Blues Quartetts vor, dessen Beschreibung mich wieder komplett abholt – und mich in meinem blinden Eifer sogar vergessen lässt, dass ich noch nicht einmal die ersten beiden Teile gelesen habe. Die späten 40er Jahre, Mafia, verrauchte Clubs, Privatdetektive und der Abschaum der Unterwelt. Shut up and take my money!
  • Tom Franklin – Wilderer
    • Taschenbuch, Januar 2020, Pulp Master, 978-3946582076, 270 Seiten, 14,80 €
    • Crimealley-Prognose: Natürlich wird Wilderer, wie auch der folgende Pulp Master Titel Moder, nicht im Januar 2020 erscheinen, ist doch das Datum erstmal als reiner Platzhalter gedacht. Zeit ist aber auch kein Faktor der im Zusammenhang mit Frank Nowatzkis Verlag eine Rolle spielt, der schon immer eine Prämisse verkörpert hat: It’s done when it’s done – and it’s always fucking great. Dennoch ist Vorfreude auf Wilderer groß, sind es doch diese Kurzgeschichten, welche dem Southern Gothic Autor Franklin zum Durchbruch verhalfen. Als Freund dieses in den alten Südstaaten beheimateten Sub-Genres ist die angekündigte Veröffentlichung für mich jedenfalls eine großartige Nachricht.
  • Garry Disher – Moder
    • Taschenbuch, Januar 2020, Pulp Master, 978-3946582069,  270 Seiten, 14,80 €
    • Crimealley-Prognose: Nach dem gerade erschienenen Hitze hat Pulp Master mit Moder gleich den nächsten Titel mit dem Berufsverbrecher Wyatt in der Pipeline. Unglaublich, dass ich es immer noch nicht über den Auftakt Gier hinausgeschafft habe. Andererseits beruhigend zu wissen, dass da noch so viel Gutes auf mich wartet, zumal ja Wallace Stroby mit seiner Crissa Stone auch eine Pause eingelegt hat. Wer Wyatt übrigens bisher nicht kannte, sollte diese kulturelle Lücke unbedingt füllen.

 

+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 2 +++

Mit dem zweiten Vorschau-Ticker lasse ich mich ein wenig zu Spekulationen hinreißen, denn die Termine bei den Pulp-Master-Titeln sind in erster Linie Platzhalter ohne wirkliche Gewähr. Ob die Bücher tatsächlich in diesem Zeitraum erscheinen ist also mehr als fraglich. Wer Frank Nowatzkis literarische Goldschmiede kennt, der weiß aber, dass Gut Ding Weile haben muss und sich das Warten grundsätzlich immer lohnt. Sollten also die unten stehenden Bücher irgendwann im Jahr 2019 erscheinen, ist das Anlass genug zur Freude.

Aus dem Insel-Verlag rutscht noch Horowitz‘ neuester Titel auf die Liste sowie ein neuer Pelecanos bei ars vivendi, die mich mit der Abkehr vom Hardcover überraschen – und sonst auch keine weiteren Appetitanreger für das nächste Halbjahr anbieten. Kannte man zuletzt anders. Dafür überrascht Piper mit zwei interessanten Büchern – und drei weiteren im Bereich Belletristik (zu dem ein Ticker separat erscheinen wird). Bei diesem Verlag war zuletzt sonst für mich eher weniger zu holen.

Und nun zu den Büchern. Ist für euch hier auch was dabei?

  • Paul Cain – Ansturm auf L.A.
    • Taschenbuch, Mai 2019, Pulp Master Verlag, 978-3946582021, 270 Seiten, 14,80 €
    • Crimealley-Prognose: Große Depression, Prohibition, L.A. im Griff von Gangstern, geschmierten Cops und korrupten Bullen. Wie schon die Kurzgeschichtensammlung Totschlag, so verspricht auch Cains Erstlingswerk frühesten Hardboiled-Pulp mit knallharter, stakkatohafter Sprache. Ein kleiner Hinweis: Hierbei handelt es sich um die Neuauflage der alten Ullstein-Ausgabe Null auf Hundert. Ich kaufs es mir aber definitiv trotzdem!
  • Derek Raymond – Er starb mit offenen Augen
    • Taschenbuch, Mai 2019, Pulp Master Verlag, 978-3946582014, 270 Seiten, 14,80 €
    • Crimealley-Prognose: Schon letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse verriet uns Frank sein Vorhaben, den Beginn von Raymonds „Factory“-Reihe neu aufzulegen. Nun wird diese Planung konkret. Für alle die Derek Raymond noch nicht kennen: Seine Mischung aus bitterschwärzestem Noir und Polizeiroman, während der Thatcher-Ära spielend, gehört zum Besten was in diesem Genre je auf Papier gekommen ist. Verflucht nochmal unbedingt kaufen und lesen!
  • Dave Zeltserman – Alles endet hier
    • Taschenbuch, Mai 2019, Pulp Master Verlag, 978-3927734982, 300 Seiten, 14,80 €
    • Crimealley-Prognose: Den kommenden Zeltserman habe ich erfolglos in seiner aktuellen Bibliographie gesucht, um schließlich festzustellen, dass Murder Club (so der Origina-Titel) als erstes bei Pulp Master in Deutschland erscheinen wird. Small Crimes fand ich klasse, weswegen ich mich auch auf Alles endet hier wieder freue. Diesmal kommt ein durchschnittliches Paar aufgrund falscher Entscheidungen in Kontakt mit der Welt des Verbrechens. Bin sehr gespannt, wie Zeltserman dies präsentiert. Es heißt also: Aller guten Dinge sind drei. Auch dieser Titel wird vom Fleck weg gekauft.
  • Anthony Horowitz – Ein perfider Plan
    • Hardcover, März 2019, Insel Verlag, 978-3458177821, 400 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Der klassische Whodunit ist tot? Mitnichten, denn Anthony Horowitz, den ich schon als Drehbuchautor seit Jahren schätze, ist es in der Vergangenheit gelungen, diesem äußerst alten Subgenre des Krimis wieder Leben einzuhauchen. Nun ermittelt er offensichtlich selbst in seinem eigenen Krimi. Im Stil von Holmes und Watson, womit bei mir alle wichtigen Knöpfe gedrückt wurden. Muss-Kauf!
  • George Pelecanos – Gefangene
    • Broschiertes Taschenbuch, Juni 2019, ars vivendi Verlag, 978-3747200117, 220 Seiten, 18,00 €
    • Crimealley-Prognose: Ein belesener Ex-Knacki gerät gezwungenermaßen wieder in kriminelle Kreise, ausgenutzt von einem skrupellosen Privatdetektiv. Das Ganze kredenzt auf schlanken 220 Seiten von Meister Pelecanos (seit The Wire bei mir ganz hoch im Kurs). Das werd ich mir sicherlich ebenfalls gönnen. Komisch bloß, dass ars vivendi von der Hardcover-Ausgabe abgerückt ist. Schade, dass hatte mir bis dato in der Aufmachung sehr gefallen.
  • Ray Celestin – Todesblues in Chicago
    • Broschiertes Taschenbuch, April 2019, Piper Verlag, 978-3492061049, 624 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: 20er Jahre in Chicago. Ein Mörder im Umfeld von Al Capone. Zwei Pinkertons und ein Handlanger der Mafia ermitteln zusammen im Rotlichtviertel und den Hinterhöfen der Jazzclubs. Atmosphärisch ist hier augenscheinlich alles für einen guten Krimi bereitet. Der zweite Teil des City-Blues-Quartett klingt wieder höllisch gut, dennoch muss da erst einmal von mir der erste gelesen werden (Der sich übrigens an wahren Begebenheiten – den Axt-Mörder gab es wirklich – orientiert). In beiden Bänden dürften in jedem Fall auch Jazz-Freunde auf ihre Kosten kommen.
  • Joël Dicker – Das Verschwinden der Stephanie Mailer
    • Hardcover, April 2019, Piper Verlag, 978-3492059398, 640 Seiten, 25,00 €
    • Crimealley-Prognose: Krimi oder Non-Krimi. Schon Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert konnte man in Buchhandlungen in beiden Abteilungen finden. Ich ordne den neuen Roman mal der Spannungsliteratur zu, denn die Geschichte eines Mehrfachmords Mitte der 90er an der amerikanischen Ostküste wird vor allem aus der Sicht zweier Polizisten und einer Journalistin vorangetrieben. Einmal mehr ist hier ein Justizirrtum Anlass neuer Ermittlungen und ich traue Dicker zu, daraus eine raffinierte und wieder stilistisch ansprechende Story zu zimmern.

 

 

Pulp Fiction, Rediscovered

© Pulp Master

„Totschlag“ prangt in schwarzer Schrift auf dem kleinen, braunen Buch (Beschreibung bezieht sich auf den gebundenen Sondereinband, hier nicht abgebildet), das, vom Hamburger Künstler 4000 dezent illustriert, auf den ersten Blick nicht wirklich Anlass gibt, einen zweiten darauf werfen zu müssen, zumal sich dabei die Einordnung in eine spezifische Literaturgattung auch nicht gerade einfach gestaltet. Und überhaupt – wer ist eigentlich dieser Paul Cain?

Im Anschluss an diese, selbst von vielen Krimikennern nicht zu beantwortenden Frage, wird der interessierte Käufer höchstwahrscheinlich das Werk zur Seite legen, um sich anderen Büchern zuzuwenden oder gar das Antiquariat (der 1994 in der „pulp master“-Reihe des Maas-Verlags erschienene Titel ist bereits seit einiger Zeit vergriffen) zu verlassen. Damit er aber genau dies nicht tut, sehe ich mich geradezu genötigt, eine Besprechung zu schreiben, um nicht nur den Stellenwert von Cains vorliegender Kurzgeschichtensammlung zu betonen, sondern auch gleichzeitig damit einen Autor wieder ins Scheinwerferlicht zu rücken, der gemeinsam mit Größen wie Dashiell Hammett und Raymond Chandler in besonderem Maße für die Entstehung des späteren „Pulp“-Genres verantwortlich zeichnet. Und, um mal die sonstige Zurückhaltung des objektiven Rezensenten über Bord zu werfen, „Totschlag“ als eine der besten Anthologien zu preisen, welche zu Lesen ich das Vergnügen hatte.

Als George Caryl Sims 1902 in Des Moines, Iowa, geboren, war Paul Cains Einfluss auf die Geschichte des Kriminalromans äußerst kurz, aber in Stil und Inhalt nachhaltig und vor allem Weg ebnet und Weg weisend für spätere Vertreter des Genres wie James M. Cain, Mickey Spillane oder Lawrence Block. In einer Zeit als der Lärm des Börsenkrachs die grenzenlose Ausgelassenheit der „Roaring Twenties“ verstummen ließ, auf der Wall Street Spekulanten als letzten Ausweg den Sprung aus dem Fenster nahmen und der Höhepunkt der Prohibition Gangster wie Al Capone zu reichen Männern machte, tauchte Cain in New York auf und lieferte bei Cap Shaw, dem Herausgeber des legendären Pulp-Magazins „Black Mask“, ein paar Stories und einen Roman ab. Sein Timing war mehr als perfekt, denn Hammett und Daly hatten so eben das „Hardboiled“-Genre aus der Taufe gehoben – und Pulps fanden reißenden Absatz. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität verkaufte „Black Mask“ mehr als 100.000 Hefte pro Monat.

Wir brauchen Geschichten, in denen Gewalthandlungen direkt und schnörkellos geschildert werden.

So lautet das Konzept von „Black Mask“. Und Cain verstand und lieferte, ohne groß Aufhebens um seine Herkunft zu machen, wenngleich der Ton seiner Geschichten, welche oft von Spielern, Killern, leichten und leichtsinnigen Mädchen handelten und die durchweg kalt und amoralisch geschrieben waren, den Verdacht nahelegten, dass der Autor mit solchen Leuten nicht bloß literarischen Umgang gehabt hatte. „Totschlag“ enthält folgende sieben dieser Geschichten:

  • Taubenblut
  • Eins, zwei, drei
  • Black
  • Rote 71
  • Ausgetrickst
  • Hinrichtung in Blau
  • Bombenstimmung

Wie kaum ein anderer Schriftsteller zuvor begab sich Paul Cain in die schattige Grauzone zwischen Gesetzt und Gangster, ergänzte er die Galerie der schießwütigen Detektive von Hammett und Daly um die Figur des kriminellen Grenzgängers, welcher nicht darauf aus ist, ein bestimmtes Problem zu lösen, sondern vor allem darauf seinen Schnitt, seinen Profit zu machen. Notfalls auch auf Kosten von Menschenleben, wenn es das erfordert, um den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Zweifelhafte, zwielichtige Helden sind die Helden in „Totschlag“. Kleine Erpresser, die das große Geld wollen. Kleine Banditen, die sich mit mächtigen Gangsterbossen anlegen. Bewohner aus den dunklen Gassen der Städte, der Halb- und Unterwelt. Eine Welt, in der Moral ein Fremdwort und Loyalität eine Hure ist. Ob Black, der in der gleichnamigen Kurzgeschichte zwei Kleinstadtbanden gegeneinander ausspielt oder Doolin („Hinrichtung in Blau“), für den die Gefahr ein Kick ist, für den er sich gerne bezahlen lässt – allesamt können sie als Prototypen des zynischen, amoralischen Einzelgängers verstanden werden, dessen Variation später u.a. auch in Richard Starks Parker seinen Widerhall gefunden hat.

Aber es ist nicht allein die literarische Bedeutung der Motive und Elemente, welche Cain verwendet hat, die „Totschlag“ auch heute noch lesenswert machen – es ist der unverwechselbare, prägende und vor allem zeitlose Stil. Kurz, knapp, kantig, karg. Vollkommen schmucklos sind die Geschichten ausformuliert. Sie erlauben weder einen Blick ins Innere der Figuren, noch scheren sie sich einen Dreck um irgendwelche Details, die die Story am Ende dann sowieso nicht weiterbringen. Hier ist kein Wort zu viel, werden die Punkte wie präzise Fäuste am Ende jedes Satzes versenkt. In keiner Passage hat es den Anschein, als hätte der Autor auch nur im geringsten Zeit verschwendet, um seine Gedanken auf Papier zu bringen. Wie bei einem geübten Mechaniker wurden die Teile methodisch aneinander gesetzt, ein bisschen geölt und verschraubt und letztlich auf dem Band weitergeschickt. Das Ergebnis: Plot, Spannungsbogen, Dialoge – sie alle funktionieren noch genauso tadellos wie am Tag ihrer Entstehung. Es bedarf keinerlei Anstrengung, sich in das Geschehen zu versetzen, noch zerrt uns ein störender geschichtlicher Kontext aus der Handlung. Wie seitdem fast alle Vertreter des „Pulps“ reduziert Cain mit diesen sieben Geschichten eine immer schneller und komplexer gewordene Welt auf ihre Grundkonflikte, macht er das sichtbar, was die Fassade der Zivilisation zu verdecken droht.

Hass, Eifersucht, Gier, Neid, Liebe, Rache, Betrug – es sind diese Ingredienzien, mit denen Cain würzt. Oder wie Chandler in seinem Essay „Die simple Kunst des Mordens“ über Hammett schrieb:

Er „brachte den Mord zu der Sorte von Menschen zurück, die mit wirklichen Gründen morden, nicht nur, um dem Autor eine Leiche zu liefern . . . Er brachte diese Menschen aufs Papier, wie sie waren, und er ließ sie in der Sprache reden und denken, für die ihnen unter solchen Umständen der Schnabel gewachsen war.

Totschlag“ war für mich eine der größten Überraschungen der letzten Jahre und einmal mehr auch ein Beweis für Frank Nowatzkis untrüglichen Riecher in Sachen guter, verschollener oder einfach bisher noch nicht entdeckter Spannungsliteratur. Dickes Lob und Danke für diese Übersetzung, welche mein Interesse am Pulp Master Verlag in einem noch höheren Maße entfacht hat, der im Mai mit der Neuveröffentlichung von „Ansturm auf L. A.“ (bereits bei Ullstein als „Null auf Hundert“ herausgebracht) einen weiteren Titel von Cain nachlegen wird.

Wertung: 92 von 100 Treffern

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  • Autor: Paul Cain
  • Titel: Totschlag
  • OriginaltitelSeven Slayers
  • Übersetzer: Thomas Rach
  • Verlag: Pulp Master
  • Erschienen: 01/1995
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 189 Seiten
  • ISBN: 978-3927734210

Laughing all the way to hell

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© Pulp Master

„Ich mochte Morris – zumindest so, wie ich jeden mochte, den ich mochte.“

Mit diesem euphemistischen Bekenntnis des Ich-Erzählers setzt Autor Dave Zeltserman schon auf der ersten Seite genau das fort, womit er schon mit der Betitelung seines Romans begonnen hat: Die äußerst geschickt inszenierte Manipulation des Lesers.

Von „Small Crimes“ (dt. „Kleine Verbrechen“) kann nämlich im ersten Buch der zwar nicht inhaltlich, aber thematisch zusammenhängenden „Badass Get Out of Jail“-Trilogie, mitnichten die Rede sein. Mehr noch: Wenn der oben zitierte Joe Denton davon spricht, dass er jemanden mag, heißt das nichts Geringeres, als dass ihm die jeweilige Person so ziemlich Arsch vorbeigeht – wobei sie sich in guter Gesellschaft wähnt, denn wie wir im Laufe der knapp 340 Seiten feststellen dürfen, interessiert den Erzähler, trotz andauernder anderslautender Beteuerungen, nur eins: Er selbst. Und das, muss man fast sagen, ist auch gut so, weil der Klappentext den vorliegenden Noir als Machwerk in der Tradition von Jim Thompson und James M. Cain preist – zwei absolute Schwergewichte des dreckigen Hardboiled, die vor allem eine Sache verbindet: Sie waren beide äußerst geschickt darin, den Leser das glauben zu lassen, was sie wollten – und zwar so lange wie sie es wollten.

Es ist also wenig verwunderlich, dass der ehemalige Softwareentwickler Zeltserman, ersteren Autor auch als großes Vorbild nennt und bereits für einige Publikationen über diesen verantwortlich zeichnet. Inzwischen gilt er selbst als legitimer Nachfolger Thompsons. Und bevor alle Puristen nun gleich Schnappatmung kriegen – das ist nur ein auf den ersten Blick anmaßender Vergleich, denn „Small Crimes“ beweist eindrücklich, dass es dieser Gegenüberstellung durchaus standhalten kann. Einen Beweis, den er mit den nachfolgenden Titeln der Trilogie, „Paria“ und „Killer“, noch zementiert, wo sich der Autor bei seinen Hauptprotagonisten sogar von realen Hintergrundgeschichten inspirieren ließ. Vielleicht auch eine Erklärung für die nicht chronologische Veröffentlichungspolitik des Pulp Master Verlags, der uns nach dem soziopathischen Killer Kyle Nevin und dem eiskalten Mafia-Ausputzer Leonard March nun also den ehemaligen Cop Joe Denton kredenzt.

Wie schon die beiden anderen Protagonisten, so wird auch Denton aus dem Knast entlassen, wo er zuvor sieben Jahre absitzen musste. Nur sieben Jahre möchte man sagen, denn er hatte nicht nur versucht die ihn belastenden Beweismittel im Büro des Bezirksstaatsanwalts Phil Coakley abzufackeln, sondern, als er von dessen Ankunft überrascht wurde, Coakley gleich auch noch dreizehnmal mit einem Brieföffner im Gesicht traktiert. Normalerweise genug für die Höchststrafe, selbst in einem vergleichsweise liberalen Staat wie Vermont, doch die richtigen Leute wurden geschmiert. Was in einer Kleinstadt wie Bradley vor allem dann problemlos vonstatten geht, wenn die komplette Polizei durch und durch korrupt ist, und daher großes Interesse daran hat, dass ihr Ex-Kollege hinter Gittern seinen Mund hält. Weil Denton das ohne zu Murren tut, ist seine Zeit im Gefängnis relativ leicht, doch seine Hoffnungen für einen Neuanfang lösen sich schon beim Verlassen der Justizanstalt in Luft auf.

Phil Coakley, fürs Leben entstellt, wartet am Ausgang und setzt ihn davon in Kenntnis, dass er nichts unversucht lassen wird, um Denton wieder dorthin zu bringen, wo er gerade hergekommen ist. Eine Drohung, die der Ex-Cop relativ locker nimmt, bis er sich mit dem örtlichen Sheriff Dan Pleasant trifft. Pleasant, welcher seit Jahren in allen dreckigen Geschäften in der Gegend seine Finger hat und eng mit dem örtlichen Mobster Manny Vassey zusammenarbeitet, macht seinem Namen keinerlei Ehre. Er setzt Denton eindringlich davon in Kenntnis, dass Manny an Magenkrebs erkrankt ist. Und mehr noch: Anscheinend hat er zu Gott gefunden und will auf dem Sterbebett seine Sünden beichten. Sünden, an denen natürlich auch Denton und Pleasant maßgeblich beteiligt gewesen sind, was wiederum Phil Coakley weiß, der den todkranken Mobster regelmäßig besucht und Stück für Stück Richtung Geständnis treibt. Denton wird nun vor die Wahl gestellt: Entweder Manny oder Coakley – einer von beiden muss sterben …

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert und so lässt uns auch Zeltserman anfänglich glauben, dass Denton mit der Vergangenheit abschließen, aus dem Teufelskreis ausbrechen und ein neues Leben beginnen will. Als Triebfeder dienen ihm dafür die beiden inzwischen jugendlichen Töchter, nach denen er sich auf den ersten Blick sehr sehnt und welche seine Ex-Frau Elaine mit zu sich nach Albany genommen hat. Wohlgemerkt, auf den ersten Blick, denn wie anfangs erwähnt, ist Zeltserman, und insbesondere seine frühen Werke, stark vom Vorbild Thompson geprägt, der es meisterhaft verstand, in die Psyche seiner Figuren einzutauchen und ihr Handeln zu rechtfertigen. Eine Psyche, die meist gestört war. Und ein Handeln, dass nicht selten aus brutalem Mord bestand. Denton reiht sich in diese Kategorie der manipulativen Erzähler ein, lässt uns nach und nach ahnen, dass seinen Worten, seinen Bestrebungen nicht zu trauen ist – bis auch schließlich der gutgläubigste Leser dann kapiert hat, dass er es hier mit einem ausgewachsenen Psychopathen zu tun hat.

Es ist die große Stärke von „Small Crimes“, dass dies nie wirklich offensichtlich, dass die eigentliche Wahrheit verschleiert, beschönt und hintertrieben wird – stets darauf setzend, dass ein Großteil des Publikums, wenn schon nicht an das Gute glaubend, so zumindest der Ansicht ist, einen weiteren Genre-typischen Anti-Helden vorzufinden. Doch heldenhafte Züge – sie sucht man bei Denton vergebens, der immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten erdenkt, um sich aus der Schusslinie zu befreien und sich damit Schritt für Schritt nur mehr in der Scheiße reitet. Die regelmäßigen Damespiele mit dem Direktor im Knast noch kontrollierend, ist er außerhalb des Gefängnisses nur ein Spielball fremder Mächte – und vor allem seiner eigenen verderbten Moral. Er wird nicht müde sich zu rechtfertigen, versichert sich selbst und dem Leser immer wieder von seiner Reue, um dann im Anschluss doch der rasenden Wut und der Sucht nach Koks nachzugeben, welche beide schon vor sieben Jahren für seinen Abstieg verantwortlich waren. Die zaghaften Versuche seiner Eltern, die ihn eigentlich zum großen Teil schon aufgegeben haben, mehren den Zorn noch. Der psychologischen Analyse seines Vaters, er hätte eine narzisstische Störung, begegnet er mit beißendem Spott. Man hat das Gefühl, dass alles was Dentons Hand berührt verdorrt, jeder seiner Züge von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Und genau diese Züge sind es, die nach und nach den Spannungsbogen nach oben treiben, den Kessel mehr und mehr unter Druck setzen und zum Kochen bringen. Ein Kessel, welcher noch zusätzlich durch die örtlichen Gegebenheiten befeuert wird, denn auch das Setting ist eine Reminiszenz an Thompsons Noir. Ein kleines Provinzkaff im ländlichen Vermont – gefüllt mit mörderischen Schlägern und Heimat für Stripclubs, Meth-Labore und schmuddelige Motels. Der typische New-England-Sündenpfuhl also, wie er schon von vielen Vertretern dieses Genres bedient wurde. Und ein Ort, den man natürlich nicht so einfach hinter sich lassen kann. Schon gar nicht, wenn man es so halbherzig versucht wie Joe Denton, der, gefangen in einer Abwärtsspirale, stattdessen voll auf Konfrontationskurs geht, wodurch sich das übliche Chaos noch multipliziert. Und Chaos ist das einzige, wozu Denton fähig ist, die einzige Verlässlichkeit dieses Plots – dieser Ausbruch der Gewalt, der dräuend über der Geschichte hängt und sich naturgemäß schlussendlich entladen muss. Doch selbst hier weiß das Wie zu begeistern und ringt dem Altbekannten sogar ein paar neue Facetten ab.

Small Crimes“ ist ein Noir alter Schule mit äußerst nihilistischem Anstrich. Dreckig, kantig, roh – und doch stilistisch auch immer wieder ein echtes Fest, wenn Denton uns Einblicke wie diese gewährt:

„Einen Augenblick lang dachte ich, sie werde mir erklären, ich sollte mich selbst ficken, und dass sie es nicht tat, ich glaube, dass überraschte sie selbst wohl noch mehr als mich. Ihr Lächeln verabschiedete sich und sie nickte. Ich denke, die Story war ihr mehr wert als die Genugtuung darüber, mir zu erklären, auf welche Weise ich mich mit mir selbst beschäftigen konnte.“

Es bleibt dabei. Wo Pulp Master draufsteht, ist erstklassige Unterhaltung drin.

Wertung: 87 von 100 Treffern

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  • Autor: Dave Zeltserman
  • Titel: Small Crimes
  • Originaltitel: Small Crimes
  • Übersetzer: Michael Grimm, Angelika Müller
  • Verlag: Pulp Master
  • Erschienen: 08.2017
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 337 Seiten
  • ISBN: 978-3927734838

 

+++ Der Vorschau-Ticker – Frühjahr/Herbst 2018 – Teil 1 +++

Die Frankfurter Buchmesse liegt hinter uns, der Sommer sowieso und außer dunklen, verregneten Tagen scheinen die nächsten Wochen nicht viel für uns bereit zu halten. Zumindest wenn man ausgeprägter Lesemuffel ist, was für Besucher dieses Blogs eher nicht zutreffen dürfte. Und Letztere wissen es sich nicht nur mit passender Lektüre gemütlich zu machen, sondern fiebern auch vorfreudig den neuesten Verlagsvorschauen entgegen, welche genau zu dieser Jahreszeit nach und nach online gehen.

Den Anfang macht dieses Halbjahr der Suhrkamp Verlag, der, spätestens mit Thomas Wörtches Einstieg in die Krimi-Sparte des Programms, zu einer heißen Anlaufstelle für alle Freunde der Spannungsliteratur geworden ist. Spätestens deshalb, weil meines Erachtens auch schon vor Wörtche dort einige tolle Autoren entdeckt bzw. wiederentdeckt worden sind. Für einen Verlag, der viele Jahrzehnte dieses Genre gar nicht bedient hat, eine meines Erachtens beachtliche Bilanz – bis auf einen Titel, schaffen es sogar alle neuen Krimis des neuen Halbjahres in meine Auswahl. Komplettiert wird diese durch eine Neuankündigung des Pulp Master Verlags.

Und nun zu den einzelnen Büchern, die ich für interessant, entdeckungswürdig oder unbedingte Muss-Käufe halte:

Mit „Stille Feinde“ (die grandiose Conny Lösch übersetzt!) kehrt Quintabe, der Privatdetektiv aus den Hoods von Los Angeles, zurück auf die Bildfläche, um einmal mehr den kleinen Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen. Novitätenmuffel der ich bin, habe ich natürlich mal wieder den Vorgänger, „I.Q.“ nicht gelesen. Sammelwütiger der ich bin, kaufe ich mir den Nachfolger aber trotzdem, weil a) die Meinungen, derer, die mit mir auf einer literarischen Wellenlänge liegen, positiv waren und b) die vorliegende Inhaltsbeschreibung einen Private-Eye der lockeren Sorte verspricht. Und das ist zwischen all den gescheiterten Existenzen, die einem sonst so hier begegnen, mal ne erfrischende Abwechslung. Ob das gut klingende, dann auch tatsächlich gut ist – abwarten. Ich werde es darauf ankommen lassen.

Das gilt wohl auch für Dietrich Kalteis‘ „Shootout„, dessen Kurztext mich frappant an Peter J. Kraus‚ grandioses „Joint Adventure“ erinnert und höchstwahrscheinlich genauso knallhart und abgedreht daherkommt. Wie abgedreht ist da halt aber die Frage, denn nichts geht mir mehr auf den Senkel als auf flachen Witz gebürstete Krimi-Komödien. Sollte die Balance zwischen Slapstick und Gangster-Gemenge da passen, kann Kalteis aber vielleicht punkten. Fürs Cover gilt das jetzt schon. Wer immer die Idee mit dem Hanfblatt statt dem Ahorn in der Kanada-Flagge da hatte – Hut ab.

Aidan Truhens „Fuck you very much“ hat es tatsächlich in erster Linie nur wegen dem schonungslos offenen Titel in diese Auswahl geschafft, klingt mir doch die Kurzbeschreibung einfach zu sehr nach „Möchtegern-cooler-Motherfucker-nietet-alles-um-was-nicht-bei-drei-auf-dem-Baum-ist“-Story. So etwas kann man zwischendurch mal lesen, vor allem wenn der Drecksack Reacher heißt. Inwiefern aber ein Drogenhändler da als Identifikationsfigur taugt, sei mal dahingestellt. Ein Expendables für Ghetto-Goofys muss ich jetzt nicht haben. Der Name Wörtche sorgt zumindest aber für ein wenig Kredit. Hier warte ich mal die ersten Reaktionen ab.

Beim nächsten Titel mach ich es mal kurz. Brian Panowichs „Queen of Bull Mountain“ ist für mich ein absoluter Muss-Kauf. Und für die meisten Freunde des Country-Noir wohl auch. Wer da noch zusätzliche Argumente braucht, soll einfach den zuvor bereits erschienenen Roman „Bull Mountain“ lesen.

André Georgis „Die letzte Terroristin“ erinnert mich erstmal an mein Versäumnis, „Tribunal“ immer noch nicht gelesen zu haben. Unabhängig davon klingt die Geschichte über eine verdeckt agierende RAF-Terroristin – denn das lässt die Inhaltsbeschreibung vermuten – unheimlich spannend. Zumal das Ganze in den frühen 90ern und in der Metropole Berlin spielt. Eine äußerst interessante Zeit und ja bekanntermaßen auch die letzte heißere Phase beim Kampf des Staates gegen die RAF. Kommt definitv in die ganz enge Auswahl.

Bei „Die Gruben von Perth“ von David Whish-Wilson bin ich noch unschlüssig. Der nächste Band mit Frank Swann, inzwischen Privatdetektiv, thematisiert einmal mehr den Kampf gegen ein korruptes Polizeisystem im West-Australien der späten 70er Jahre. Der Auftakt ist bisher noch wenig, und wenn, dann verhalten besprochen worden. Dennoch juckt es mich in den Fingern. Tönt einfach zu gut, um es links liegen zu lassen. Wird wohl ne Spontanentscheidung.

Das gilt nicht für „Krumme Type, Krumme Type“ von Tom Franklin, das im März 2018 bei Frank Nowatzkis Kult-Verlag Pulp Master erscheinen soll. Ein Datum, welches wie immer mit Vorsicht zu genießen ist und meistens nicht dem tatsächlichen Erscheinungstermin entspricht. Was mich persönlich nicht juckt, da sich das Warten bei Pulp Master einfach immer – ja, immer, es gibt keine Ausnahmen – lohnt. Und bei Tom Franklin, dessen „Die Gefürchteten“ ich mir demnächst nochmal vornehmen werde (sowie im Anschluss „Smonk„), kriege ich eh feuchte Augen. Für mich der mit Abstand beste Southern-Gothic-Autor der Moderne. Punkt. Aus. Ende.

Für welchen Titel werdet ihr euer Sparschwein schlachten?

  • Joe Ide – Stille Feinde (Broschiertes Taschenbuch, Juni 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468708)
  • Inhalt: Isaiah Quintabe, der geniale Privatdetektiv ohne Lizenz, der meistens für die einfachen Leute in Long Beach, L.A., Probleme löst, stößt auf das Wrack des Autos, mit dem vor Jahren sein Bruder Marcus getötet worden war Schnell ist ihm klar: Es war kein Unfall, sondern Mord. Gleichzeitig meldet sich die damalige Freundin seines Bruders – ihre Halbschwester in Las Vegas steckt in Schwierigkeiten. Hoffnungslos spielsüchtig hatte die mit ihrem Freund versucht, die 14K-Triade zu erpressen. IQ und sein Sidekick Dodson machen sich auf nach Las Vegas, um die Situation zu entschärfen. Gleichzeitig regt sich der Verdacht, dass IQs toter Bruder Marcus vielleicht doch kein Heiliger war und Verbindungen zu dem ruandischen Gangster Seb Habimana hatte. IQ muss an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen, denn zudem haben sich noch ein übler Kredithai und die Locos Surenos 13, eine mächtige Gang, an seine Fersen geheftet. Schwerstarbeit für IQ und Dodson, die zur Hochform auflaufen. Und im Hintergrund lauert ein düstrer Feind …
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© Suhrkamp

  • Dietrich Kalteis – Shootout (Taschenbuch, März 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468586)
  • Inhalt: Im beschaulichen Whistler, der über Vancouver gelegenen Ski-Region, ist Grey Stevens der lokale Weed-Anbauer (alles rein biologisch natürlich). Er unterhält dort einen gemütlichen Vertrieb mit Ex-Bikern, Alt-Hippies und Straßenmusikerkids, und auch ansonsten mangelt es ihm an jeder Art von Ehrgeiz, Gier oder sonstigen beklagenswerten Ambitionen. Doch dann versuchen zwei verfeindete Gangs, seinen Laden zu übernehmen, zu weniger netten Konditionen. Sie drängen nach Whistler, schalten seine alten Vertriebsleute aus und geraten sich gegenseitig in die Haare. Es wird blutig und chaotisch im Ski-Paradies, denn die beiden Gangs schrecken auch vor grobem Kaliber nicht zurück. Stevens muss reagieren, zumal er eine junge Punkerin ritterlich aus den Klauen des Mafiasohnes Nicky gerettet hat, der ihm das persönlich übelnimmt. Und mit einem Mal läuft alles aus dem Ruder …
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© Suhrkamp

  • Aidan Truhen – Fuck you very much (Broschiertes Taschenbuch, April 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468654)
  • Inhalt: Jack Price ist Drogengroßhändler, aber nicht irgendeiner, sondern der beste: cleverer, smarter und intelligenter als alle seine Konkurrenten zusammen. Mr. Cool himself. Und er hat sich bislang noch vor jeder unliebsamen Überraschung geschützt. Als man jedoch eine Nachbarin, die unter seinem Penthouse wohnt, ermordet auffindet, wird er nervös. Sie war zwar eine garstige alte Frau, mit der er nichts zu tun hatte. Was aber, wenn dieser anscheinend sinnlose Mord eine Botschaft seiner Gegenspieler an ihn war? Er zieht Erkundungen ein und erfährt, dass die »Seven Demons« auf ihn angesetzt sind – eine exklusive, hocheffiziente »Bruderschaft«, die bösartigsten, gnadenlosesten Hitmen überhaupt. Sieben absolut tödliche Spezialisten, die nie aufgeben und noch nie einen Auftrag vermasselt haben. Aber Price nimmt den Kampf an und setzt damit eine Kette unfassbarer Ereignisse in Gang …
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  • Bull Panovich – Queen of Bull Mountain (Taschenbuch, Juni 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468784)
  • Inhalt: Sie wollte sich nie in die Geschäfte der Familie einmischen. Doch als die Familie zu zerfallen droht, bleibt ihr keine ander Wahl. Kate Burroughs hat schon einmal ihre dunkle Seite zeigen müssen. Um ihren Mann und ihren zu schützen, muss sie es wieder tun. Jahrzehntelang herrschte der Burroughs-Clan über Bull Mountain – ein Drogenimperium im Norden Georgias. Die Macht wurde von Vater zu Sohn und von Bruder zu Bruder weitergegeben. Jetzt sind fast alle Burroughs-Brüder tot. Der letzte Überlebende, Clayton, ist ein gebrochener Mann im Kampf mit seinen Dämonen. Als konkurrierende Clans zur feindlichen Übernahme von Bull Mountain ansetzen, ist es Claytons Frau Kate, die als erste erkennt, dass es nur einen Weg gibt, sich und ihren neugeborenen Sohn zu schützen: Sie muss den Burroughs-Clan einen und in seine vielleicht letzte große Schlacht führen.
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  • André Georgi – Die letzte Terroristin (Broschiertes Taschenbuch, Juli 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467800)
  • Inhalt: Berlin zu Beginn der 90er Jahre: Hans-Georg Dahlmann ist als Chef der Treuhandanstalt einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschlands: Zielscheibe der RAF, verhasst bei Teilen der DDR-Bevölkerung und im Konflikt mit westdeutschen Unternehmen, die alles dafür tun, dass ihnen im Osten keine Konkurrenz erwächst. Stets an seiner Seite: Sandra Wellmann. Obwohl erst vor Kurzem eingestellt, genießt sie als persönliche Assistentin schnell Dahlmanns volles Vertrauen. Doch Sandra Wellmann ist nicht die, für die ihr Chef sie hällt.
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  • David Whish-Wilson – Die Gruben von Perth (Taschenbuch, August 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468913)
  • Inhalt: Perth, 1979. Der Goldpreis schießt in die Höhe, der Bergbau spült Unmassen von Geld nach Western Australia. Frank Swann, der aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist, schlägt sich als Privatdetektiv durch. Er soll den Selbstmord eines renommierten Geologen untersuchen und gerät in einen besonders dreisten Schwindel mit Schürfrechten, in den so ziemlich alle verwickelt sind: die Mafia, Biker Gangs, die für jeden arbeiten, der gut zahlen, die große Politik und das Big Business sowieso. Gleichzeitig führt Swann seinen Privatkrieg gegen eine total korrupte Polizei weiter. Seine Gegner sind noch lange nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern formieren sich in verschiedenen Koalitionen immer wieder neu. Allerdings sind auch Swanns Methoden inzwischen mindestens ebenso robust wie die seiner Feinde …
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© Suhrkamp

  • Tom Franklin – Krumme Type, Krumme Type (Taschenbuch, März 2018 – Pulp Master Verlag – 978-3958352773)
  • Inhalt: Als die neunzehnjährige Tina Rutherford verschwindet, ist jedem in Chabot, Mississippi klar, wer dafür verantwortlich ist. Denn 25 Jahre zuvor war schon die junge Cindy Walker nach einem Date mit dem Nachbarssohn Larry Ott spurlos verschwunden. Für das Verbrechen konnte Larry aus Mangel an Beweisen nie verurteilt werden, wurde aber fortan gemieden und lebte in ritualisierter Einsamkeit. Erneut unter Verdacht, ist sein Haus vermehrt Ziel betrunkener Rednecks; er wird angeschossen und der junge schwarze Constable Silas Jones mit den lästigen Ermittlungen betraut – eine gemeinsame Vergangenheit und ein dunkles Geheimnis verbinden ihn mit Larry.
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© Pulp Master

 

+++ Der Vorschau-Ticker – Winter/Frühjahr 2016/2017 – Teil 5 +++

Jedes halbe Jahr geht mir beim Sichten der Verlagsvorschauen derselbe Gedanke durch den Kopf: „Diesmal sind aber nicht so viele interessante Bücher dabei.“ Bis mir dann aufgeht, dass ich dieses und jenes Verlagshaus wieder mal komplett vergessen habe. Und die anfänglich übersichtliche Liste wächst dann doch wieder langsam und stetig zu einem mehrseitigen Wunschzettel an, bei dem sich beinahe ein Besuch beim Buchbinder lohnen würde. Ein weiterer Grund, warum ich das Tempo hier etwas anziehen und den nächsten Vorschau-Ticker auf den Weg bringen muss. Wie versprochen dieses Mal wieder mit dem Hauptaugenmerk auf den weitläufigen Bereich des „Krimis“.

Den Anfang machen zwei Titel aus Frank Nowatzkis Verlag Pulp Master, der es seit Jahren immer wieder aufs Neue schafft, Autoren auszugraben, von denen man zumeist vorher nie etwas gehört hat und die doch jedes Mal auf ganzer Länge (und nicht selten in der Magengrube) einschlagen, so dass man sich unwillkürlich fragt: Verdammt, warum habe ich von dem eigentlich noch nie etwas gehört?  Franks goldenes Händchen für den besonderen „Hardboiled“ und „Pulp“ wird mir jedenfalls langsam unheimlich, denn auch die kommenden Titel hören sich stark danach, als müsste ich sie kaufen und lesen.

Mit „Hitze“ erscheint nach längerer Durststrecke endlich wieder ein Roman aus der „Wyatt“-Reihe. Das allein ist Kaufargument genug. Und wer die Reihe noch nicht kennt, sollte dies spätestens jetzt dringend nachholen, denn der australische „Parker“ ist immer eine Lektüre wert. Les Edgerton dagegen ist für mich bis jetzt ein unbeschriebenes Blatt. In diesem Juni soll bei Pulp Master mit „Der Vergewaltiger“ der erste Titel in deutscher Übersetzung erscheinen. Und wie bei diesem, so scheinen auch in „Primat des Überlebens“ Knackis eine größere Rolle zu spielen. Knast, Gangster, Lug und Betrug. Klingt großartig, klingt genau nach der Art schroff-kantiger Literatur, die ich gern lese. Die Veröffentlichungstermine sind allerdings – wie immer bei Pulp Master – mit Vorsicht zu genießen. Nowatzki nimmt sich bei seinem Ein-Mann-Projekt die Zeit, die er braucht. Und wie heißt es so schön: Gut Ding muss Weile haben.

Mit „No one rides free“ von Larry Beinhart feiert ein alter Bekannter (früher bei Rowohlt) sein Comeback auf dem deutschen Buchmarkt, was mich wiederum sehr freut. Wenngleich ich verwundert bin, dass Emons für die Wiederveröffentlichung unter dem originalen Titel verantwortlich zeichnet. Sonst eher für regionale Krimis ausgelegt, scheint man unter dem Schlagwort „Emons: Vintage Crime“ – so zumindest lässt der Name vermuten – nun auch ältere Krimi-Titel (Andrew Vachss, Derek Raymond und Stephen Greenleaf, wenn ich bitten darf!) ins Blickfeld zu nehmen. Überhaupt sieht es derzeit nach einer Retro-Welle aus: George V. Higgins, Donald E. Westlake, Lawrence Block und natürlich James Lee Burke. Die „alte Garde“ mischt seit ein paar Jahren wieder ordentlich im Krimi-Becken mit. Gut und weiter so!

Nun kommen zwei Titel, bei denen mir das Warten auf die Veröffentlichung noch schwerer fallen wird. „Zeit der Finsternis“ von Malla Nunn ist ein absoluter Muss-Kauf. Ihre Cooper-Serie im Südafrika der 50er Jahre gehört meines Erachtens zum Besten was der „Hardboiled“ derzeit bietet. Man kann der Autorin nur wünschen, dass sie hierzulande so viele Leser wie möglich findet, damit Argument/Ariadne – wie schon bei Manotti – am Drücker bleibt bzw. bleiben kann. Da ist sie jedenfalls in allerbesten Händen.

Auf die Übersetzung von Tom Boumans „Auf der Jagd“ hatte ich die ganze Zeit gehofft. Nicht nur weil der Autor aktueller Edgar-Award-Preisträger ist, sondern die bisherigen Kritiken in Verbund mit der Inhaltsbeschreibung große Krimi-Literatur erwarten lassen. Lassen wir uns überraschen, ob das Buch den Vorschusslorbeeren gerecht wird. Ich freue mich in jedem Fall drauf!

Und welcher Titel regt euer Interesse an?

  • Garry Disher – Hitze (Taschenbuch, Juni 2017 – Pulp Master – 978-3927734951)
  • Inhalt: Wyatt sondiert mal wieder die Möglichkeiten. Eine Bank wäre toll oder ein Geldtransporter. Doch soll er sich deswegen mit dreisten, jungen Idioten und
    Meth-Köpfen einlassen? So groß ist seine Verzweiflung dann doch nicht, zumal ihm ein Broker in Queensland einen One-Man-Job anbietet. Ein flämisches Gemälde aus dem 16. Jahrhundert – von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs erbeutet – sei
    im Erholungsort Noosa, in der sengenden Hitze der Sunshine Coast im Haus eines Pädophilen aufgetaucht und eine israelische Auftraggeberin biete viel Geld dafür. Ganz nach Wyatts Geschmack, denn er kann den Coup in Eigenregie ausbaldowern …
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(c) Pulp Master

  • Les Edgerton – Primat des Überlebens (Taschenbuch, November 2017 – Pulp Master – 978-3927734937)
  • Inhalt: Jake Bishop ist voll resozialisiert und träumt gemeinsam mit seiner Frau Paris den amerikanischen Traum, der sich als eigener Friseursalon materialisieren soll. Doch seine kriminelle Vergangenheit holt Bishop ein, und zwar in Gestalt seines ehemaligen Zellenkumpels Walker, der ihm im Knast das Leben rettete und nun, frisch entlassen, im Gegenzug etwas Starthilfe einfordert. Sich des über seinem Kopfe schwebenden Damoklesschwertes bewusst – einer bei der nächsten Verurteilung anstehenden lebenslangen Haftstrafe –, lehnt Jake entschlossen ab. Doch der Auftraggeber im Hintergrund hat Jakes Schwachstelle längst ausgemacht und zwingt ihn, den Einbruch bei einem lokalen Juwelier durchzuziehen …
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(c) Pulp Master

  • Larry Beinhart – No one rides free (Broschiert, Januar 2017 -Emons – 978-3954517718)
  • Inhalt: Privatdetektiv Tony Cassella soll die Aussage eines Anwalts aufnehmen, der über die miesen Machenschaften seines eigenen Berufsstands auspacken will. Doch dazu kommt es nicht, denn der Mann liegt tot auf einem Parkplatz. Tony muss die Lügen der Vergangenheit aufdecken und die ehrenwerten Männer, die jeden Preis zu zahlen bereit sind, um die Vergangenheit ruhen zu lassen, aus dem von ihnen bevorzugten Halbdunkel ans Licht der Öffentlichkeit zerren.
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(c) emons

  • Malla Nunn – Zeit der Finsternis (Broschiert, September 2016 – Ariadne/Argument – 978-3867542173)
  • Inhalt: Im zutiefst korrupten Apartheidstaat Südafrika geht das Jahr 1953 zu Ende. Fünf Tage vor Weihnachten wird im Johannesburger Villenviertel ein weißes Ehepaar überfallen und bewusstlos geprügelt. Dann verschwinden die Täter mit dem neuen Automobil der Familie Brewer. Die fünfzehnjährige Tochter Cassie hatte sich versteckt und blieb unversehrt. Der Vater erliegt noch in derselben Nacht seinen Verletzungen. Detective Sergeant Emmanuel Cooper hat sich nach Johannesburg versetzen lassen, um hier mit seiner heimlichen Familie ein Doppelleben zu führen, von dem keiner seiner Kollegen etwas ahnen darf, schon gar nicht sein argwöhnischer Vorgesetzter Lieutenant Walter Mason. Andernfalls droht Cooper Berufsverbot und Gefängnis, ganz zu schweigen von den Repressalien, die seine farbige Frau und ihre kleine Tochter zu erwarten hätten: Die assentrennungsgesetze sind gnadenlos. Er muss also extrem behutsam lavieren.Die traumatisierte Cassie Brewer sagt aus, für die Bluttat seien zwei Zulu-Jungs verantwortlich, die auf die Förderschule in Sophiatown gehen und von ihrem Vater zum Dinner eingeladen wurden. Zu Coopers Entsetzen ist einer davon Aaron Shabalala, der jüngste Sohn seines besten Freundes und Ermittlungskollegen Detective Constable Samuel Shabalala. Undenkbar! Als das vermisste Auto­mobil fast unversehrt im Slum von Sophiatown gefunden wird, im Kofferraum zusätzliches Belastungsmaterial gegen Aaron Shabalala, schwant Cooper, dass jemand den Jungen als Sündenbock benutzt. Dann zieht Lieutenant Mason ihn von der Ermittlung ab, schickt ihn vorzeitig in Urlaub. Cooper kann jetzt nur noch inoffiziell weitermachen, ein gewagtes Spiel, zumal offenbar jemand Mächtiges die Fäden in der Hand hält. Aber das ist er Shabalala schuldig – und seinem eigenen Gewissen.
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(c) Ariadne/Argument

  • Tom Bouman – Auf der Jagd (Hardcover, Januar 2017 – ars vivendi – 978-3867542173)
  • Inhalt: „In der Nacht, bevor wir die Leiche fanden, konnte ich nicht schlafen.“ So beginnt die Geschichte des US-Dorfpolizisten Henry Farrell, Ex-Somalia-Kämpfer und Witwer, der sich auf einen gemütlichen Job in den gottverlassenen Wäldern im Nordwesten von Pennsylvania eingerichtet hat – und dort eine ganze Weile nicht zum Schlafen kommen wird. Die Einheimischen, dickschädelige, traditionsbewusste Nachkommen irischer Einwanderer, ernähren sich mehr schlecht als recht von dem, was das Land hergibt, ignorieren die Staatsmacht und pflegen ihre Waffen. Doch die Gemeinschaft wird nicht nur von mexikanischen Drogenkartellen und verborgenen Crystal-Meth-Küchen bedroht: Ein Fracking-Unternehmen setzt alles daran, die örtlichen Schiefergasvorkommen auszubeuten und lockt mit viel Geld für Grundstücke. Als einer der Einsiedler eine Leiche auf seinem Land findet, beginnt für Henry Farrell die Jagd nach dem Killer …
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(c) ars vivendi

+++ Der Vorschau-Ticker – Sommer/Herbst 2016 – Teil 10 +++

Auf der Zielgeraden (die meisten Verlagsvorschauen sind inzwischen online) wird es für mich jetzt nochmal richtig interessant. Inzwischen ist auch das Programm vom Pendragon Verlag einsehbar, das ich persönlich zwar schon länger kenne, nun aber endlich auch mit der Allgemeinheit und den endgültigen Covern teilen kann.

Großes Highlight ist da meines Erachtens die Veröffentlichung von „Mississippi Jam„, der endlich die Lücke zwischen den damals bei Goldmann übersetzten Titeln „Im Schatten der Mangroven“ und „Im Dunkel des Deltas“ schließt und die Wiederentdeckung von Dave Robicheaux hierzulande fortsetzt. Es bleibt zu hoffen, dass hier auch der ein oder anderen Buchhandlung (und vor allem Buchhandelskette)  klar wird, dass dieser Titel neben den Heyne-Burkes auf die Ladentische gehört, um eine zukünftige Werks-Komplettierung dieses grandiosen US-Schriftstellers zu gewährleisten. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass die durchgehende Qualität der Serie weitestgehend konkurrenzlos ist und vielen deutschen Lesern sonst einiges entgeht.

Selbiges gilt für Jürgen Heimbach, der immer noch unter ferner liefen läuft und dem das große Lesepublikum bisher versagt geblieben ist. Schade, zumal sich dessen bisherige Bücher „Unter Trümmern“ und „Alte Feinde“ nicht hinter einem Volker Kutscher verstecken müssen. Ich freue mich jedenfalls sehr auf den Abschluss der Trilogie um Kommissar Paul Koch.

Und was Robert B. Parker angeht. Jesse-Stone ist dieser coole Drink, den ich einfach zwischendurch brauche. Von daher – Muss-Kauf.

Bleibt noch Pulp Master, wo mit „Gott sagte nein“ in den letzten Tagen ein weiterer Titel in der Verlagsplanung aufgetaucht ist. Der Termin Juli ist dabei wie immer mit Vorsicht zu genießen, da Frank Nowatzki sich mit seinem Ein-Mann-Projekt genau die Zeit nimmt, die er benötigt. Gut so, sage ich. Bisher hat sich hier das Warten noch immer gelohnt.

Was ist für euch dabei?

  • James Lee Burke – Mississippi Jam (Februar 2016 – Pendragon Verlag – 978-3-86532-527-3)
  • Inhalt : Vor der Küste Louisianas liegt ein U-Boot der Nazis. Dave Robicheaux erhält den Auftrag, dessen genaue Lage auf dem Meeresgrund zu lokalisieren, damit es gehoben werden kann. Hippo Bimstine will am Ufer des Mississippi aus dem U-Boot ein Casino als Touristenattraktion machen. Dave verspürt wenig Lust auf den Job, aber er braucht das Geld, um seinem Freund Batist zu helfen, der wegen Mordverdachts verhaftet wurde. Schnell erkennt Robicheaux, dass er es nicht nur mit seinem Auftraggeber, der sich als zwielichtiger Geschäftsmann entpuppt, sondern auch mit einem gefährlichen Psychopathen zu tun hat, der das U-Boot für seine Zwecke nutzen will. Dieser schreckt vor nichts zurück. Auch nicht davor, Dave und seine Familie zu vernichten. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen …
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(c) Pendragon

  • Jürgen Heimbach – Offene Wunden (Februar 2016 – Pendragon Verlag – 978-3-86532-526-6)
  • Inhalt : April 1950: Das Leben von Hauptkommissar Paul Koch verläuft nach seiner Heirat mit Dorle in ungewohnt ruhigen Bahnen. Doch bald muss er sich um einen neuen Fall kümmern. Albert Roth wird ausgeraubt und ermordet. Alle Indizien sprechen dafür, dass er von einem einquartierten Flüchtling umgebracht wurde. Nur Paul Koch lässt sich nicht von der Hetze gegen die Flüchtlinge anstecken und ermittelt weiter. Dann passiert das Unfassbare: Dorle wird ermordet. Koch wird von dem Fall abgezogen, da er als befangen gilt, wenig später gerät er selbst unter Verdacht. Er muss untertauchen, wenn er die Tat aufklären will. Wer hatte ein Interesse daran, Dorle umzubringen? Die Zeit wird knapp und Koch muss alles auf eine Karte setzen.
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(c) Pendragon

  • Robert B. Parker – Verfolgt in Paradise (März 2016 – Pendragon Verlag – 978-3-86532-525-9)
  • Inhalt : Ein Spanner, der sich The Night Hawk nennt, terrorisiert die Bewohnerinnen der eher beschaulichen Kleinstadt Paradise. Zunächst gibt er sich noch damit zufrieden, die Frauen zu beobachten. Aber im Laufe der Zeit hat er sich immer weniger unter Kontrolle und wird immer rücksichtsloser. Als er schließlich eine Frau unter Waffengewalt dazu zwingt, sich vor ihm auszuziehen, weiß Polizeichef Jesse Stone, dass der Stalker weitere Grenzen überschreiten wird. Stone muss die tickende Zeitbombe stoppen, bevor die Situation eskaliert und stellt ihm eine riskante Falle …
9783865325259

(c) Pendragon

  • Thor Kunkel – Und Gott sagte nein (Juli 2016 – Pulp Master Verlag – 978-3-927734-18-0)
  • Inhalt : Mit Heidi-Land hat Nora Fritjof, auch Fräulein Friedhof genannt, so gar nichts am Hut. Balsthal, Biel, Mogelsberg – bei vielen Fällen von Kirchenraub in der Schweiz hatte sie ihre Finger im Spiel. Doch der neue Auftrag scheint ihre Karriere des Bösen zu krönen: In einem abgelegenen Bergkloster, hoch über dem Lac de Moiry, wird das Thebäische Kreuz in einer Krypta entdeckt. Nora und ihr Partner Luis sollen es im Auftrag eines Hehlers entwenden. Immerhin ist er bereit, für das Kreuz eine halbe Million Franken zu zahlen, ein lukrativer Nebenverdienst für eine fast abstudierte Studentin der Kunstgeschichte und einen Bergführer, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Doch nichts läuft wie geplant, der Raub geht schief, Nora und Luis werden in der verschneiten Wildnis getrennt. Und sie sind nicht allein … Fast zu spät erkennt Nora ihre Verstrickung im Komplott einer satanistischen Sekte.
Unbenannt 22

(c) Pulp Master