+++ Der Vorschau-Ticker – Frühjahr/Herbst 2018 – Teil 1 +++

Die Frankfurter Buchmesse liegt hinter uns, der Sommer sowieso und außer dunklen, verregneten Tagen scheinen die nächsten Wochen nicht viel für uns bereit zu halten. Zumindest wenn man ausgeprägter Lesemuffel ist, was für Besucher dieses Blogs eher nicht zutreffen dürfte. Und Letztere wissen es sich nicht nur mit passender Lektüre gemütlich zu machen, sondern fiebern auch vorfreudig den neuesten Verlagsvorschauen entgegen, welche genau zu dieser Jahreszeit nach und nach online gehen.

Den Anfang macht dieses Halbjahr der Suhrkamp Verlag, der, spätestens mit Thomas Wörtches Einstieg in die Krimi-Sparte des Programms, zu einer heißen Anlaufstelle für alle Freunde der Spannungsliteratur geworden ist. Spätestens deshalb, weil meines Erachtens auch schon vor Wörtche dort einige tolle Autoren entdeckt bzw. wiederentdeckt worden sind. Für einen Verlag, der viele Jahrzehnte dieses Genre gar nicht bedient hat, eine meines Erachtens beachtliche Bilanz – bis auf einen Titel, schaffen es sogar alle neuen Krimis des neuen Halbjahres in meine Auswahl. Komplettiert wird diese durch eine Neuankündigung des Pulp Master Verlags.

Und nun zu den einzelnen Büchern, die ich für interessant, entdeckungswürdig oder unbedingte Muss-Käufe halte:

Mit „Stille Feinde“ (die grandiose Conny Lösch übersetzt!) kehrt Quintabe, der Privatdetektiv aus den Hoods von Los Angeles, zurück auf die Bildfläche, um einmal mehr den kleinen Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen. Novitätenmuffel der ich bin, habe ich natürlich mal wieder den Vorgänger, „I.Q.“ nicht gelesen. Sammelwütiger der ich bin, kaufe ich mir den Nachfolger aber trotzdem, weil a) die Meinungen, derer, die mit mir auf einer literarischen Wellenlänge liegen, positiv waren und b) die vorliegende Inhaltsbeschreibung einen Private-Eye der lockeren Sorte verspricht. Und das ist zwischen all den gescheiterten Existenzen, die einem sonst so hier begegnen, mal ne erfrischende Abwechslung. Ob das gut klingende, dann auch tatsächlich gut ist – abwarten. Ich werde es darauf ankommen lassen.

Das gilt wohl auch für Dietrich Kalteis‘ „Shootout„, dessen Kurztext mich frappant an Peter J. Kraus‚ grandioses „Joint Adventure“ erinnert und höchstwahrscheinlich genauso knallhart und abgedreht daherkommt. Wie abgedreht ist da halt aber die Frage, denn nichts geht mir mehr auf den Senkel als auf flachen Witz gebürstete Krimi-Komödien. Sollte die Balance zwischen Slapstick und Gangster-Gemenge da passen, kann Kalteis aber vielleicht punkten. Fürs Cover gilt das jetzt schon. Wer immer die Idee mit dem Hanfblatt statt dem Ahorn in der Kanada-Flagge da hatte – Hut ab.

Aidan Truhens „Fuck you very much“ hat es tatsächlich in erster Linie nur wegen dem schonungslos offenen Titel in diese Auswahl geschafft, klingt mir doch die Kurzbeschreibung einfach zu sehr nach „Möchtegern-cooler-Motherfucker-nietet-alles-um-was-nicht-bei-drei-auf-dem-Baum-ist“-Story. So etwas kann man zwischendurch mal lesen, vor allem wenn der Drecksack Reacher heißt. Inwiefern aber ein Drogenhändler da als Identifikationsfigur taugt, sei mal dahingestellt. Ein Expendables für Ghetto-Goofys muss ich jetzt nicht haben. Der Name Wörtche sorgt zumindest aber für ein wenig Kredit. Hier warte ich mal die ersten Reaktionen ab.

Beim nächsten Titel mach ich es mal kurz. Brian Panowichs „Queen of Bull Mountain“ ist für mich ein absoluter Muss-Kauf. Und für die meisten Freunde des Country-Noir wohl auch. Wer da noch zusätzliche Argumente braucht, soll einfach den zuvor bereits erschienenen Roman „Bull Mountain“ lesen.

André Georgis „Die letzte Terroristin“ erinnert mich erstmal an mein Versäumnis, „Tribunal“ immer noch nicht gelesen zu haben. Unabhängig davon klingt die Geschichte über eine verdeckt agierende RAF-Terroristin – denn das lässt die Inhaltsbeschreibung vermuten – unheimlich spannend. Zumal das Ganze in den frühen 90ern und in der Metropole Berlin spielt. Eine äußerst interessante Zeit und ja bekanntermaßen auch die letzte heißere Phase beim Kampf des Staates gegen die RAF. Kommt definitv in die ganz enge Auswahl.

Bei „Die Gruben von Perth“ von David Whish-Wilson bin ich noch unschlüssig. Der nächste Band mit Frank Swann, inzwischen Privatdetektiv, thematisiert einmal mehr den Kampf gegen ein korruptes Polizeisystem im West-Australien der späten 70er Jahre. Der Auftakt ist bisher noch wenig, und wenn, dann verhalten besprochen worden. Dennoch juckt es mich in den Fingern. Tönt einfach zu gut, um es links liegen zu lassen. Wird wohl ne Spontanentscheidung.

Das gilt nicht für „Krumme Type, Krumme Type“ von Tom Franklin, das im März 2018 bei Frank Nowatzkis Kult-Verlag Pulp Master erscheinen soll. Ein Datum, welches wie immer mit Vorsicht zu genießen ist und meistens nicht dem tatsächlichen Erscheinungstermin entspricht. Was mich persönlich nicht juckt, da sich das Warten bei Pulp Master einfach immer – ja, immer, es gibt keine Ausnahmen – lohnt. Und bei Tom Franklin, dessen „Die Gefürchteten“ ich mir demnächst nochmal vornehmen werde (sowie im Anschluss „Smonk„), kriege ich eh feuchte Augen. Für mich der mit Abstand beste Southern-Gothic-Autor der Moderne. Punkt. Aus. Ende.

Für welchen Titel werdet ihr euer Sparschwein schlachten?

  • Joe Ide – Stille Feinde (Broschiertes Taschenbuch, Juni 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468708)
  • Inhalt: Isaiah Quintabe, der geniale Privatdetektiv ohne Lizenz, der meistens für die einfachen Leute in Long Beach, L.A., Probleme löst, stößt auf das Wrack des Autos, mit dem vor Jahren sein Bruder Marcus getötet worden war Schnell ist ihm klar: Es war kein Unfall, sondern Mord. Gleichzeitig meldet sich die damalige Freundin seines Bruders – ihre Halbschwester in Las Vegas steckt in Schwierigkeiten. Hoffnungslos spielsüchtig hatte die mit ihrem Freund versucht, die 14K-Triade zu erpressen. IQ und sein Sidekick Dodson machen sich auf nach Las Vegas, um die Situation zu entschärfen. Gleichzeitig regt sich der Verdacht, dass IQs toter Bruder Marcus vielleicht doch kein Heiliger war und Verbindungen zu dem ruandischen Gangster Seb Habimana hatte. IQ muss an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen, denn zudem haben sich noch ein übler Kredithai und die Locos Surenos 13, eine mächtige Gang, an seine Fersen geheftet. Schwerstarbeit für IQ und Dodson, die zur Hochform auflaufen. Und im Hintergrund lauert ein düstrer Feind …
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© Suhrkamp

  • Dietrich Kalteis – Shootout (Taschenbuch, März 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468586)
  • Inhalt: Im beschaulichen Whistler, der über Vancouver gelegenen Ski-Region, ist Grey Stevens der lokale Weed-Anbauer (alles rein biologisch natürlich). Er unterhält dort einen gemütlichen Vertrieb mit Ex-Bikern, Alt-Hippies und Straßenmusikerkids, und auch ansonsten mangelt es ihm an jeder Art von Ehrgeiz, Gier oder sonstigen beklagenswerten Ambitionen. Doch dann versuchen zwei verfeindete Gangs, seinen Laden zu übernehmen, zu weniger netten Konditionen. Sie drängen nach Whistler, schalten seine alten Vertriebsleute aus und geraten sich gegenseitig in die Haare. Es wird blutig und chaotisch im Ski-Paradies, denn die beiden Gangs schrecken auch vor grobem Kaliber nicht zurück. Stevens muss reagieren, zumal er eine junge Punkerin ritterlich aus den Klauen des Mafiasohnes Nicky gerettet hat, der ihm das persönlich übelnimmt. Und mit einem Mal läuft alles aus dem Ruder …
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© Suhrkamp

  • Aidan Truhen – Fuck you very much (Broschiertes Taschenbuch, April 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468654)
  • Inhalt: Jack Price ist Drogengroßhändler, aber nicht irgendeiner, sondern der beste: cleverer, smarter und intelligenter als alle seine Konkurrenten zusammen. Mr. Cool himself. Und er hat sich bislang noch vor jeder unliebsamen Überraschung geschützt. Als man jedoch eine Nachbarin, die unter seinem Penthouse wohnt, ermordet auffindet, wird er nervös. Sie war zwar eine garstige alte Frau, mit der er nichts zu tun hatte. Was aber, wenn dieser anscheinend sinnlose Mord eine Botschaft seiner Gegenspieler an ihn war? Er zieht Erkundungen ein und erfährt, dass die »Seven Demons« auf ihn angesetzt sind – eine exklusive, hocheffiziente »Bruderschaft«, die bösartigsten, gnadenlosesten Hitmen überhaupt. Sieben absolut tödliche Spezialisten, die nie aufgeben und noch nie einen Auftrag vermasselt haben. Aber Price nimmt den Kampf an und setzt damit eine Kette unfassbarer Ereignisse in Gang …
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© Suhrkamp

  • Bull Panovich – Queen of Bull Mountain (Taschenbuch, Juni 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468784)
  • Inhalt: Sie wollte sich nie in die Geschäfte der Familie einmischen. Doch als die Familie zu zerfallen droht, bleibt ihr keine ander Wahl. Kate Burroughs hat schon einmal ihre dunkle Seite zeigen müssen. Um ihren Mann und ihren zu schützen, muss sie es wieder tun. Jahrzehntelang herrschte der Burroughs-Clan über Bull Mountain – ein Drogenimperium im Norden Georgias. Die Macht wurde von Vater zu Sohn und von Bruder zu Bruder weitergegeben. Jetzt sind fast alle Burroughs-Brüder tot. Der letzte Überlebende, Clayton, ist ein gebrochener Mann im Kampf mit seinen Dämonen. Als konkurrierende Clans zur feindlichen Übernahme von Bull Mountain ansetzen, ist es Claytons Frau Kate, die als erste erkennt, dass es nur einen Weg gibt, sich und ihren neugeborenen Sohn zu schützen: Sie muss den Burroughs-Clan einen und in seine vielleicht letzte große Schlacht führen.
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© Suhrkamp

  • André Georgi – Die letzte Terroristin (Broschiertes Taschenbuch, Juli 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467800)
  • Inhalt: Berlin zu Beginn der 90er Jahre: Hans-Georg Dahlmann ist als Chef der Treuhandanstalt einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschlands: Zielscheibe der RAF, verhasst bei Teilen der DDR-Bevölkerung und im Konflikt mit westdeutschen Unternehmen, die alles dafür tun, dass ihnen im Osten keine Konkurrenz erwächst. Stets an seiner Seite: Sandra Wellmann. Obwohl erst vor Kurzem eingestellt, genießt sie als persönliche Assistentin schnell Dahlmanns volles Vertrauen. Doch Sandra Wellmann ist nicht die, für die ihr Chef sie hällt.
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  • David Whish-Wilson – Die Gruben von Perth (Taschenbuch, August 2018 – Suhrkamp Verlag – 978-3518468913)
  • Inhalt: Perth, 1979. Der Goldpreis schießt in die Höhe, der Bergbau spült Unmassen von Geld nach Western Australia. Frank Swann, der aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist, schlägt sich als Privatdetektiv durch. Er soll den Selbstmord eines renommierten Geologen untersuchen und gerät in einen besonders dreisten Schwindel mit Schürfrechten, in den so ziemlich alle verwickelt sind: die Mafia, Biker Gangs, die für jeden arbeiten, der gut zahlen, die große Politik und das Big Business sowieso. Gleichzeitig führt Swann seinen Privatkrieg gegen eine total korrupte Polizei weiter. Seine Gegner sind noch lange nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern formieren sich in verschiedenen Koalitionen immer wieder neu. Allerdings sind auch Swanns Methoden inzwischen mindestens ebenso robust wie die seiner Feinde …
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© Suhrkamp

  • Tom Franklin – Krumme Type, Krumme Type (Taschenbuch, März 2018 – Pulp Master Verlag – 978-3958352773)
  • Inhalt: Als die neunzehnjährige Tina Rutherford verschwindet, ist jedem in Chabot, Mississippi klar, wer dafür verantwortlich ist. Denn 25 Jahre zuvor war schon die junge Cindy Walker nach einem Date mit dem Nachbarssohn Larry Ott spurlos verschwunden. Für das Verbrechen konnte Larry aus Mangel an Beweisen nie verurteilt werden, wurde aber fortan gemieden und lebte in ritualisierter Einsamkeit. Erneut unter Verdacht, ist sein Haus vermehrt Ziel betrunkener Rednecks; er wird angeschossen und der junge schwarze Constable Silas Jones mit den lästigen Ermittlungen betraut – eine gemeinsame Vergangenheit und ein dunkles Geheimnis verbinden ihn mit Larry.
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© Pulp Master

 

+++ Der Vorschau-Ticker – Winter/Frühjahr 2016/2017 – Teil 6 +++

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie viele den Suhrkamp Verlag belächelt haben, als er vor ein paar Jahren ankündigte, nun auch im Genre des Spannungsromans wildern zu wollen. Suhrkamp und Krimis – passt überhaupt nicht, so zwar nicht die einhellige, aber doch vor allem unter Buchhändlern weitverbreitete Auffassung. Einige Titel und Verlagsvorschauen später ist klar – das passt und wie. Autoren wie Don Winslow, Adrian McKinty, William Shaw und zuletzt Candice Fox haben nicht nur die Entscheidung des Verlags mehr als gerechtfertigt, sondern ihn zu einer meiner ersten Adressen gemacht. Nun legt auch Thomas Wörtche im aktuellen Verlagsprogramm bei der Auswahl der Titel mit Hand an (zumindest fällt es mir jetzt erst auf), dessen Name durchaus für Qualität bürgt, was u.a. sein monatlicher Leichenberg, seine kurzlebige Penser-Pulp-Reihe bei Diaphanes sowie das langjährige Engagement beim Unionsverlag eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Für die Entdeckung von „Der eiserne Sommer“ zeichnet er meines Wissens zwar nicht verantwortlich – nichtsdestotrotz ist der Titel auf meinen Merkzettel gewandert, da mich diese Epoche interessiert und ich neben Autoren wie Hültner, Kutscher, Zweyer und Co. immer auch gerne mal neue Schriftsteller entdecke. Das Kartonierte TB war mir dennoch zu teuer, weswegen ich jetzt erst beim Taschenbuch zugreife. Bin gespannt, ob ich Kommissar Reitmeyer länger begleiten werde.

Zu Adrian McKintys „Rain Dogs“ muss ich eigentlich nicht mehr viel sagen. Für mich eine DER Entdeckungen der letzten Jahre und natürlich ist auch der neueste Sean-Duffy-Band ein Muss-Kauf. Sollte McKinty tatsächlich noch wer nicht gelesen haben – unbedingt nachholen!

Der erste Part der Trilogie, „Hades„, steht noch ungelesen bei mir im Regal, was mich Büchersüchtigen natürlich nicht davon abhält trotzdem gleich den zweiten namens „Eden“ zu kaufen. Zu passend das Sujet, zu gut die Bewertungen derjenigen, deren Geschmäcker sich in vielerlei Dingen mit meinen überschneiden. Bin gespannt, was da von Candice Fox – abgesehen vom abschließenden dritten Band – in Zukunft noch zu erwarten ist.

Joe Ides „I.Q.“ tönt ebenfalls mehr als interessant. Das-Sherlock-und-Watson-Thema im Rapper-Milieu. Könnte funktionieren, wenn es im Stil von Training Day neben all der Coolness auch die knallharte Realität mit einbezieht. Der Klappentext macht da jedenfalls Hoffnung – und mich so neugierig, dass ich den Titel scharf im Auge behalten werde.

Mit „Vagabond“ macht sich Suhrkamp im Januar 2017 an die Wiederentdeckung von Gerald Seymour und gibt mir dadurch die Gelegenheit ihn erstmals zu lesen. Der Klappentext klingt verheißungsvoll. Und für das Irland-Thema bin ich überhaupt gerne zu haben. Ein Titel von Suhrkamp, auf den ich besonders gespannt bin. Vielleicht beantwortet er mir auch die Frage, warum ich den Autor all die Jahre so gar nicht wahrgenommen habe.

Freunde des Pulps – und damit natürlich auch meine Wenigkeit – dürften bei „Mila“ auf ihre Kosten kommen. Triaden, Mafia und eine schwertschwingende rote Schönheit. Da hätte wohl auch Quentin Tarantino seine helle Freude dran. Abhängig vom Trashigkeits-Grad werd ich mir das Buch sicher mal näher anschauen. Kann amüsant, kann aber auch ein gänzlich platter Rohrkrepierer werden. Gerade bei Pulp ist dieser Grad ja mitunter sehr schmal.

Im Bereich Belletristik ist mir vor allem „Der letzte beste Ort“ von Callan Wink aufgefallen. Eine Storysammlung, die mich von der Beschreibung her unheimlich an Breece D’J Pancakes „Stories“ erinnert. (Nebenbei bemerkt eine der besten Anthologien, die bisher lesen durfte!) Der raue „American Way of Life“, die grenzenlose Wildnis, der harte Kampf ums Überleben. Für solche Art von Literatur bin ich, bei entsprechender Ausführung, immer gern zu haben. Wink könne zum Geheimtipp werden.

So viele Titel – welcher wandert in euer Regal?

Angelika Felenda – Der eiserne Sommer (Taschenbuch, September 2016 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467138)

  • Inhalt: München 1914: Während die Bevölkerung wie im Taumel das hundertjährige Bestehen des königlichen Leibregiments feiert, wird am Isarufer die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Die Todesumstände gelten als »pikant«, und die Behörden würden den Fall am liebsten unter den Teppich kehren. Doch der junge Kommissär Reitmeyer macht sich gegen den Willen seiner Vorgesetzten auf die Suche nach dem Mörder. Seine Ermittlungen führen ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berühmt-berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Ausgerechnet dort stößt er auf eine heiße Spur. Weil er per Gesetz nicht gegen das Militär ermitteln darf, drängt der Polizeipräsident persönlich Kommissär Reitmeyer, seine Ermittlungen in einem Mordfall einzuschränken. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt – unmittelbar vor Kriegsausbruch könnte sie das ganze Land in den Untergang stürzen …
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(c) Suhrkamp

  • Adrian McKinty – Rain Dogs (Kartoniertes Taschenbuch, Februar 2017 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467473)
  • Inhalt: Unruhen bekämpfen, Herzschmerz und Fälle aufklären, die aber nicht vor Gericht gebracht werden dürfen, darin ist Sean Duffy als katholischer Bulle in Nordirland inzwischen Spezialist. Immerhin bekommt er es zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem locked room mystery zu tun, und welcher Bulle – in Nordirland oder sonstwo, katholisch oder nicht – kann das schon von sich behaupten?
    Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich allem Anschein nach über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man, aber ein paar Dinge geben Sean Duffy zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Duffy findet heraus, dass Bigelow an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?
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  • Candice Fox – Eden (Broschiertes Taschenbuch, September 2016 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467145)
  • Inhalt: Heinrich Archer, genannt Hades, das kriminelle Mastermind von Sydney, wird bedroht. Er ›bittet‹ Detective Frank Bennett, den Kollegen seiner Tochter Eden, um diskrete Hilfe, denn die Spuren könnten tief in das faszinierende, gewaltsatte Vorleben von Hades führen. Gleichzeitig hat Eden, Top-Detective bei der Mordkommission mit dem seltenen Talent, Verbrecher aufzuspüren und zur Strecke zu bringen, einen extrem schwierigen Auftrag: Drei Mädchen sind verschwunden, und die Spur führt sie zu einer verlassenen Farm, auf der sich ein Serienkiller rumtreibt. Sie begibt sich dort undercover in eine Kommune, ein rabenschwarzes, gefährliches Paralleluniversum mit Mördern und Vergewaltigern. Sie muss all ihre erstaunlichen Fähigkeiten einsetzen, um zu überleben. Zudem ist ihre Beziehung zu ihrem Partner Bennett kompliziert, beide sind traumatisiert, und dass Bennett gerade auf Alkohol und Drogen ist, macht die Sache nicht einfacher. Aber die beiden sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.
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  • Joe Ide – I.Q. (Kartoniertes Taschenbuch, November 2016 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467282)
  • Inhalt: I.Q. nennt man Isaiah Quintabe in den schwarzen Hoods von Los Angeles. Weil er ein Genie ist und weil er als eine Art Nachbarschaftsdetektiv ohne Lizenz den »kleinen Leuten« zu ihrem Recht verhilft. Oder wenn das schwierig ist, immerhin zu Gerechtigkeit, Genugtuung und Entschädigung. Zusammen mit seinem Sidekick, dem schlagfertigen Gangsta Dodson, wird er wider Willen von dem Top-Rapper Murda One angeheuert, um Mordanschläge auf dessen Leben aufzuklären. Das führt ins finstere Herz des Rap-Business, wo sich jede Menge wunderliche und tödliche Gestalten tummeln: Gangsta Rapper, Bitches, Anwälte, Auftragskiller, Drogenbosse, Big-Business-Leute und Medienvolk.
    Bald haben es I.Q. und Dodson mit verfeindeten Gangs, schießwütigen Narcos und gierigen Musikproduzenten zu tun. Gut, dass I.Q. ein Weltmeister der Deduktion ist, und gut auch, dass er notfalls genauso viel kriminelle Energien hat wie seine Widersacher. Oder noch mehr …
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  • Gerald Seymour – Vagabond (Kartoniertes Taschenbuch, Januar 2017 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467428)
  • Inhalt: ›Vagabond‹ ist der Deckname eines britischen Geheimagenten, der in Nordirland brutale Operationen gegen die IRA durchgeführt hat. Ausgebrannt zieht er sich für lange Jahre in die Normandie zurück und verdient seinen Lebensunterhalt als Touristenführer an den Invasionsstränden. Aber seine ehemaligen Vorgesetzten wollen ihn nicht ganz vom Haken lassen und zwingen ihn in eine MI-5-Aktion zurück: Er soll den Aufpasser für einen vom Geheimdienst erpressten Waffenhändler spielen, damit Waffenlieferungen aus Russland an die letzten, vom Friedensschluss frustrierten IRASplittergruppen unterbunden werden.
    Das erzählt man Vagabond zumindest, der gute Miene zum fiesen Spiel machen muss. Zudem droht seine Vergangenheit ihn einzuholen. Aber nicht nur sein Schicksal steht auf der Kippe in einer Welt, in der das Gestern keine Ruhe gibt und die Gegenwart extrem gefährlich ist. Realpolitik nimmt wenig Rücksicht auf Menschen, das ist klar wie Salzsäure.
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  • Matteo Strukul – Mila (Taschenbuch, Februar 2017 – Suhrkamp Verlag – 978-3518467480)
  • Inhalt: Norditalien im Würgegriff des organisierten Verbrechens. Nichts und niemand scheint der lokalen Triade und der mit ihr verfeindeten Mafia etwas anhaben zu können. Bis auf einmal und wie aus dem Nichts diese junge Frau mit den roten Dreadlocks und dem Schwert in der Hand auftaucht. Ein ebenso schöner wie gnadenloser Racheengel. Seither kann sich kein Gangster und kein Mafioso mehr sicher wähnen, der Tod lauert plötzlich überall. Wer aber ist diese Mila, was treibt sie an? Niemand weiß es, nur so viel ist sicher: Sie ist nicht nur eine schier unbesiegbare Kampfmaschine, sie ist auch clever. Sehr clever sogar. Aber wenn sich Triade und Mafia zusammentun, dann könnte es ziemlich eng werden – selbst für Mila …
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  • Callan Wink – Der letzte beste Ort (Hardcover, August 2016 – Suhrkamp Verlag – 978-3518425596)
  • Inhalt: Es ist ein Ort, an dem die Arbeit für gewöhnlich hart, Geld knapp und die Natur prächtig ist, durchgezogen vom Band des Yellowstone River, mit den Rockies am Horizont. Für die Männer in Callan Winks Stories ist es der letzte beste Ort und ihr Zuhause. Doch jeder von ihnen läuft Gefahr, in der Weite des heutigen American West verloren zu gehen: Einer bezahlt einen Faustschlag mit zwei Jahren Gefängnis. Ein anderer schmeißt alles hin, um auf einer Farm zu schuften. Und noch ein anderer befreit aus Mitleid einen Hund, kurze Zeit später flieht er vor zwei bewaffneten Verrückten quer über die Felsen durch die Nacht, barfuß und nackt …
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