Krieg liegt in der Luft

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(c) Diogenes

Ambler-Marathon, die Vierte. Diesmal im Mittelpunkt: „Anlass zur Unruhe“

Bei Diogenes, wo Eric Ambler lange Jahre verlegt wurde, gehörten seine Bücher zu denjenigen, welche sich am wenigsten verkaufen. Gerade mal drei bis vier Exemplare eines Titels pro Jahr. Eine traurige Ausbeute. Nun hab ich mittlerweile vier seiner Werke gelesen und kann mir immer noch nur kopfschüttelnd die Frage stellen: Warum? Allein seine fünf Vorkriegsromane, die in einem zeitlichen Abstand von gerade mal drei Jahren (1936 – 1939) erschienen sind, gehören zum Besten, was ich in diesem Genre lesen durfte. Und auch wenn „Die Maske des Dimitrios“ der bekannteste dieser fünf Romane ist, wirkt wohl keiner anderer so nach wie „Anlass zur Unruhe„.

Ambler, der selbst Maschinenbau studierte und als Ingenieur abschloss, wählt hier erneut die Zusammenarbeit multinationaler Konzerne mit faschistischen Gruppierungen als thematischen Hintergrund für sein Buch, das wie kein anderer Vertreter dieses Genres die politisch angespannte Stimmung dieser Zeit treffend und erschreckend wiederzugeben vermag. Diesmal konzentriert sich Ambler auf Italien, das sich, seit 1926 unter der Führung von Mussolini stehend, zu einer militärischen Großmacht aufgerüstet hat und an der Seite von Hitlers Deutschen Reich eine zunehmend aggressivere Außenpolitik verfolgt. Möglich ist dies kurioserweise vor allem durch ausländisches Kapital, das in großen Mengen ins Land fließt und die staatlich geförderte Produktion von Kriegsmaterial zusätzlich ankurbelt. Und hier setzt Amblers Story an:

Nicholas Marlow, wie Ambler selbst Ingenieur, verliert seine Arbeit just an dem Tag, an dem er seiner Freundin einen Heiratsantrag machen will. Aufgrund der landesweiten Rezession verläuft die Suche nach einer neuen Anstellung für ihn lange Zeit erfolglos, bis ihm schließlich ein ungewöhnliches Angebot gemacht wird. Die englische Werkzeugmaschinenfabrik Spartacus bietet ihm einen Job in ihrer Mailänder Dependance an und Marlow, verzweifelt und ziemlich pleite, nimmt an, zumal seine Aufgaben relativ einfach klingen. Als Repräsentant der Firma, soll er die Nachfolge seines Vorgängers Fernside antreten, der bei einem Autounfall im dichten Nebel der Stadt ums Leben kam. Was er nicht weiß: Der Unfall war keineswegs einer und mit dem Antritt seiner Stelle heften sich gleich mehrere nicht eindeutig zuzuordnende Spione an seine Fersen, die mehr über die Bewaffnung des faschistischen Staates in Erfahrung bringen wollen. Marlow verstrickt sich schnell in einem Gewirr aus Spionage und Gegenspionage, und muss schließlich um sein Leben rennen…

Dass Eric Ambler ein Meister darin ist, den lautlosen Krieg feindlicher Agenten im Europa der Zwischenkriegszeit zu beschreiben, beweist er in „Anlass zur Unruhe“ einmal mehr. Mit viel dramaturgischen Geschick und einer schon beängstigenden Weitsicht führt er den Leser in ein Italien, das zu diesem Zeitpunkt bereits einen Krieg mit Äthiopien hinter sich hatte und mit begehrlichen Blicken Richtung Albanien schielte. Das Volk wird an der kurzen Leine gehalten, Überwachung ist oberstes Gebot. Ambler weckt eine Epoche mit all ihrer Düsternis zum Leben und analysiert nebenbei das nur auf den ersten Blick so eng wirkende Verhältnis vom Hitler-Deutschland zu Mussolini-Italien. Unwillkürlich macht sich Gänsehaut breit, wenn der Autor den Protagonisten Zaleshoff, der hier gemeinsam mit seiner Schwester Tamara seinen zweiten Auftritt nach „Ungewöhnliche Gefahr“ hat, vom bevorstehenden Krieg reden lässt:

Die vier apokalyptischen Reiter sind zum Start bereit, und, Marlow, wenn die wieder durch Europa reiten, können Sie allen Ihren Träumen adieu sagen. Das wird ein Krieg sein, nach dem auf der Welt alles mögliche gedeihen wird, nur nicht die Menschen (…)

Es sind solche Zeilen, die Ambler zum visionärsten seiner Zunft machten und welche nachhaltig beeindrucken. Und erneut steht dabei ein Jedermann im Mittelpunkt, ein Unbeteiligter und Unschuldiger, der feststellen muss, dass gerade seine Unschuld ihn zum Schuldigen macht. Es ist die Geschichte über einen Mann, der gezwungen wird, seine Loyalität gegenüber seinen Arbeitgebern, seinem Land, der Wissenschaft und der Welt zu hinterfragen.

Insgesamt ist „Anlass zur Unruhe“ ein Meisterwerk des Spionage-Thriller-Genres, dessen Tiefgang im Verbund mit der stets spannender werdenden Handlung, die schließlich bis in verschneite Norditalien führt, auch heute noch über Stunden fesselt. Ohne Zweifel eines seiner besten Bücher, das viel mehr Leser verdient hätte. Möge diese Rezension dazu beitragen.“

 

Wertung: 95 von 100 Trefferneinschuss2Autor: Eric Ambler

  • Titel: Anlass zur Unruhe
  • Originaltitel: Cause for Alarm
  • Übersetzer: Dirk van Gunsteren
  • Verlag: Diogenes
  • Erschienen: 1/1999
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 397
  • ISBN: 978-3-257-23108-3

Das Kartell der Faschisten

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(c) Diogenes

Weiter geht’s mit dem Ambler-Marathon und der Wiederentdeckung seines zweiten Werks „Ungewöhnliche Gefahr“.

„Nachdem mich Eric Amblers Debütwerk „Der dunkle Grenzbezirk“ durchaus überzeugt hatte, war es für einen Serientäter in Punkto Lesen wie mich natürlich selbstverständlich, sich auch den zweiten Roman anzuschaffen.

Ungewöhnliche Gefahr“ ist 1937 und damit in der langsam heiß werdenden Phase der Vorkriegsjahre erschienen. Adolf Hitlers Ambitionen sind nun auch für den Rest Europas kein Geheimnis mehr und ein allerorten stattfindendes Wettrüsten lässt die Hoffnung auf einen länger währenden Frieden dahin schmelzen.

Diese Situation erkennt auch Ambler, der als thematischen Hintergrund seines Werks die Zusammenarbeit multinationaler Konzerne mit faschistischen Gruppen wählt, und dabei, wenn auch wohldosiert, Giftpfeile Richtung Drittes Reich schickt. Die Fassade der Olympischen Spiele hat keinen Bestand mehr, Deutschland ist mit seiner Ideologie zum Feind vieler Völker und gleichzeitig zum wichtigen Verbündeten nach Macht strebender Länder geworden. Eines davon ist Rumänien, ein Vielvölkerstaat, der von politischer Instabilität gezeichnet ist und sich auf der Suche nach einer neuen Schutzmacht dem nationalsozialistischen Deutschland zuwendet. Was wäre gewesen, wenn Hitler dieses Land als persönlichen Spielball und zum Auslöser des von ihm lang ersehnten Krieges gewählt hätte?

Eric Ambler gibt in „Ungewöhnliche Gefahr“ die Antwort darauf und lässt uns an der Seite des jungen Journalisten Kenton von Nürnberg nach Linz reisen. Aufgrund seiner Freude am Glücksspiel in Geldnot, soll er gegen Bezahlung die finanziellen Rücklagen eines Juden in Sicherheit bringen. Eine nur scheinbar einfache Aufgabe, denn Kenton hat so seine Zweifel an der Echtheit des Juden, die sich noch verstärken als er die Grenze zu Österreich überquert. Ohne es zu wollen begibt er sich nämlich damit zwischen die Fronten von Spionageringen und Geheimdiensten, und wird schon bald von der österreichischen Polizei als Mörder gesucht und von zwielichtigen Gangstern gejagt. Wem kann er in diesem gefährlichen Spiel trauen? Was für Dokumente hat ihm der „Jude“ wirklich übergeben?

Spannende Fragen, die Ambler auf meisterhafte Art und Weise lange unbeantwortet lässt. Stattdessen hetzt er den Leser durch Österreich und die Tschechoslowakei, um den eigentlich abenteuerunwilligen Kenton bangend, der sich im Verlauf der Story aber recht bald zu einem ungewöhnlich sturen Gegenspieler für die ihn verfolgenden Agenten mausert. Überragend wie Ambler die Charaktere treffend und bildlich beschreibt, die Landschaften Zentraleuropas dem Leser gemäldegleich vor Augen zeichnet. Wie in einem guten James Bond-Film gerät man ständig vom Regen in die Traufe, werden gefährliche Situationen mit Coolness und flotten Sprüchen gemeistert. Schnell hat man vergessen, wie alt das Buch eigentlich ist, derart fesselnd liest sich der kurzweilige Plot, der mit kurzen, knappen Sätzen stets hohes Tempo hält und keine Zeit zum Verschnaufen lässt. Auch an Action in Form von Verfolgungsjagden und Schießereien wird nicht gespart. Wofür die heutigen Autoren tonnenweise Blut und Gedärme brauchen, das vermochte Ambler ohne viel Schnickschnack: Actionreich, spannend und hintergründig zu schreiben.

Insgesamt ist „Ungewöhnliche Gefahr“ ein durchgängig packendes und durch seinen besonderen historischen Hintergrund interessantes Thriller-Frühwerk aus der Karriere Amblers, das nicht nur die überragende Klasse des Autors offenbart, sondern in vielerlei Hinsicht aufgrund der Anspielungen schon als prophetisch bezeichnet werden muss.“

Wertung: 90 von 100 Trefferneinschuss2Autor: Eric Ambler

  • Titel: Ungewöhnliche Gefahr
  • Originaltitel: Uncommon Danger
  • Übersetzer: Walter Hertenstein, Werner Morlang
  • Verlag: Diogenes
  • Erschienen: 1979
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 285
  • ISBN: 978-3-257-23132-8

Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe …

9783865323286

(c) Pendragon

Samstag ist heute zwar nicht – schaut man sich aber die Umtriebe von Pegida und die Krawalle vor den Flüchtlingslagern an, könnte Klaus-Peter Wolfs bereits im Jahr 1994 erschienener Kriminalroman wohl kaum aktueller sein. Grund mehr, sich dieses kleine, feine und vor allem ehrliche Buch mal wieder näher zu Gemüte zu führen. 

„Mit Klaus-Peter Wolfs „Samstags, wenn Krieg ist“ hat der Bielefelder Pendragon Verlag im Jahr 2009 einen Krimi wieder entdeckt, der, bereits 1994 erstmals veröffentlicht, viel zu lange sein Dasein unter den anderen vergriffenen Titeln gefristet hat, geht doch der Gelsenkirchener Autor hier als einer der ersten das heikle Thema Faschismus frontal und ungeschönt an. Das blieb auch dem Regisseur Roland Suso Richter nicht verborgen, welcher den Stoff des Romans für die Fernsehreihe „Polizeiruf 110“ mit Heino Ferch und Angelica Domröse in den Hauptrollen auf Zelluloid bannte (Ausstrahlung am 18. September 1994). Buch und Film wurden ein Erfolg, bis der SWR die Folge „wegen der missverständlich aufgenommenen Darstellung von Gewalt, des subjektiven Eindrucks der Nähe zu rechtsradikalem und nationalsozialistischem Gedankengut sowie teilweise äußerster Brutalität“ im Dezember 2006 für unbestimmte Zeit sperren ließ. Eine fragwürdige Maßnahme, insbesondere deswegen, da sowohl Buch als auch Film in den Schulen deutschsprachiger Länder fester Bestandteil des Deutschunterrichts geworden sind und die von Wolf behandelte Thematik der „rechten Gewalt“ auch 2010 weiterhin akut bzw. nicht gelöst ist.

Zur Handlung: Deutschland, das fiktive Dorf Ichtenhagen. Seit einiger Zeit macht eine Gruppe junger Neonazis hier die Gegend unsicher und terrorisiert die Bevölkerung. Wie selbstverständlich laden sich die in Bomberjacke und Springerstiefel gekleideten Skins auf fremden Gartenpartys ein, um sich auf Kosten anderer vollzufressen und ins Koma zu saufen. Die Betroffenen leisten keine Gegenwehr, schauen ängstlich weg oder versuchen es den Randalierern mit aufgesetzter Freundlichkeit recht zu machen. Helfen tut nichts davon, denn die Ichtenhagener Ultras, bestehend aus Anführer Wolf, Jürgen, Dieter, Peter, Max und Siggi, sind vor allem auf Krawall aus. Mit soviel Gewalt wie nötig wollen die „Froinde“ das „Volk“ für den „Krieg“ vorbereiten, der das geliebte Vaterland „Doitschland“ von Ausländern, Linken und Juden befreien soll. Um sich über die Grenzen der Provinz hinaus einen Namen zu machen, wird bald darauf ein jüdischer Friedhof verwüstet und mit einem riesigen brennenden Hakenkreuz versehen.

Für diese Aktion ernten sie Respekt, doch Wolf, der im Besitz von Sprengladungen ist, plant noch etwas weitaus Größeres. Ein Asylantenheim soll brennen. Und so etwas will sorgfältig geplant sein. Blöd nur, dass private Probleme dem gewalttätigen Einzelgänger in den Weg kommen. Während zu hause seine Mutter ihre Liebschaften wie Socken wechselt und sich dabei regelmäßig ein blaues Auge einhandelt, läuft auch bei Wolf selbst in Punkto Frauen alles schief was schief laufen kann. Siggis Schwester Renate hat ihm unverblümt den Laufpass gegeben und sich stattdessen mit dem Italiener Gino eingelassen. Wolf ist tief getroffen, kann es aber nicht auf sich sitzen lassen, dass ein „Itaker“ es mit seiner Angebeteten treibt. Er legt sich auf die Lauer und fängt Renate auf dem Nachhauseweg ab, um seinen Standpunkt klar zu machen. Doch die Dinge geraten außer Kontrolle: Wolf vergisst sich in seiner Wut, erwürgt Renate und vergräbt sie im Wald.

Als man ihre Leiche schließlich findet, wird die kompromisslose Kommissarin Vera Bilewski auf den Mordfall angesetzt. Diese merkt relativ schnell, dass der Hauptverdächtige Gino die Tat nicht begangen hat. Wolf gerät zunehmend unter Druck, zumal Siggis behinderter Bruder Yogi Zeuge des Mordes geworden ist und ihn über kurz oder lang verraten könnte …

Je mehr ein Konflikt sich zuspitzt,
um so größer werden die strittigen Themen vereinfacht.
Am Ende geht es nur noch um Gut oder Böse.
Wer tötet wen?
Der Krieg beginnt damit, dass wir aufhören,
in jedem Einzelnen das Individuum zu sehen
und ihn nur noch als Teil einer Masse betrachten.
Romane gestalten Einzelschicksale.

Bereits das Vorwort zu „Samstags, wenn Krieg ist“ mach deutlich, dass es sich bei dem vorliegenden Buch um mehr als nur einen simplen Kriminalroman handelt. Auch wenn wir hier einen Mord vorfinden und eine Ermittlerin haben, die Nachforschungen führt, so ist Wolfs Werk doch gerade wegen seiner Beschreibungen abseits der üblichen kriminalistischen Handlung hervorzuheben. Mit viel Fingerspitzengefühl hat sich der Schriftsteller dem Thema Faschismus angenähert, dessen Hintergrund und die Umstände ergründet, um die Ereignisse aus Sicht der Täter (in erster Linie Siggi) zu präsentieren. Dabei meidet er kontrastreiche Schwarzweiß-Malerei genauso wie den erhobenen moralischen Zeigefinger. Stattdessen wirft Wolf einen direkten Blick hinter die Fassade und somit in die Köpfe der Protagonisten. Er versucht zu ergründen, wo die Ursache für stumpfe Gewalt zu finden ist. Der Leser ist dadurch den Figuren stets nah. Meist viel näher, als er eigentlich will und ertragen kann. Doch diese Perspektive und Wolfs zielgenaues Einfühlungsvermögen erlauben es uns, trotz gegensätzlicher moralischer und ethischer Ansichten, die Taten der gewalttätigen Protagonisten in gewisser Art und Weise nachvollziehen zu können und zu verstehen.

Insofern ist Wolfs Vorwort vielfach anwendbar. Einerseits auf die verblendeten Faschisten, die ihre auswendig gelehrten Lehren auf die Allgemeinheit projizieren. Andererseits aber auch vielleicht auf uns selbst, die aufgehört haben, hinter den kahlrasierten Glatzen und dem zur Schau gestellten Hass das Individuum zu sehen. Niemand kommt mit Springerstiefeln zur Welt, nicht jeder Weg ist in Gänze selbst gewählt. Und das macht uns Wolf mit knallharter Sprache und in äußerst eindringlichen Bildern deutlich. Brutale Schlägereien, versuchte Vergewaltigungen, eiskalter Mord. „Samstags, wenn Krieg ist“ wählt die schonungslose Konfrontation mit dem Leser, bedeutet Hass, Zorn und Traurigkeit ertragen zu müssen. Obwohl man von den blutgetränkten Ami-Thrillern einiges gewohnt ist, trifft diese Kälte tiefer, als es jeder Serienkiller könnte, da das hier Beschriebene eben nicht abstrakt, sondern wirklich realistisch ist.

Das man den Mörder von Beginn an kennt, ist dank Wolfs zielgerichteter und intensiver Schreibe deshalb auch wenig von Belang und tut der Spannung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit jeder weiteren Seite steuert die Geschichte auf den unvermeidlichen Showdown zu, nimmt sie durch schnelle Szenenwechsel und immer kürzere Kapitel noch mehr Fahrt auf. Nach knapp 250 Seiten ist dann Feierabend und die Dramatik entlädt sich im erwarteten Ausbruch der Gewalt. Die Bilder im Kopf jedoch bleiben, das Gelesene liegt schwer im Magen.

In der Ausgabe des Pendragon-Verlags ist zudem ein Nachwort enthalten, in dem Klaus-Peter Wolf von den Erfahrungen seiner Lesereisen berichtet und erzählt, wie er durch die Konfrontation mit rechtsradikalen Schülern auf die Idee zu diesem Roman gekommen ist. Ein sehr erhellender Anhang, der die Ernsthaftigkeit von Wolfs Projekt noch zusätzlich unterstreicht und einmal mehr betont, dass eine harsche Auseinandersetzung mit der brutalen Realität manchmal mehr Erfolg zeitigt, als ein von Theoretikern ins Feld geführter pädagogischer Denkansatz. Und auch der von den „Ärzten“ besungene „Schrei nach Liebe“ ist oftmals treffender, als es der Gesellschaft letztlich lieb ist.

Klaus-Peter Wolfs „Samstags, wenn Krieg ist“ ist in allen Belangen lesenswert. Eine rasante, knallharte Milieustudie mit messerscharfe Sprache, die nachdenklich macht und weiterhin ihren Weg in deutsche Schulen finden sollte. Kein reiner Krimi, aber ein gutes, ein spannendes und vor allem ein wichtiges Buch.“

Wertung: 86 von 100 Trefferneinschuss2Autor: Klaus-Peter Wolf

  • Titel: Samstags, wenn Krieg ist
  • Originaltitel:
  • Übersetzer:
  • Verlag: Pendragon
  • Erschienen: 7/2009
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 256
  • ISBN: 978-3-86532-328-6