Die Gasse feiert – Sechs Jahre „Crimealley“ und 40jähriges Jubiläum vom Pendragon Verlag

Mit dem Alter neigt man zwar bekanntlich mehr und mehr zu Vergesslichkeit, doch im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich dieses Mal den 6. „Geburtstag“ der Crimealley nicht verschwitzt. Allerdings hielt ich mich zu diesem Zeitpunkt, am 18.10. genauer gesagt, nach langer Zeit wieder in meiner Heimat Bielefeld auf, um Verwandte und alte Freunde zu besuchen – und mit einem von ihnen auch ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern.

Am 21.10.2021 wurde der Bielefelder Pendragon Verlag 40 Jahre alt. Und wenn ich hier doch grundsätzlich eigentlich nicht ein größeres Augenmerk auf die Verlagshäuser werfe (und auch werfen will), so verbindet mich doch in diesem Falle eine etwas innigere Beziehung zu dem kleinen ostwestfälischen Drachen. Zum einem ist das natürlich der lokale Bezug – ich wurde nur wenige Meter vom Sitz von Pendragon geboren – und zum anderen eine persönliche Sympathie zu Günther Butkus, mit dem mich seit Jahren doch relativ regelmäßig über alle Themen rund ums Buch austausche. Begonnen hat dies Mitte der 2000er, als sowohl Pendragon als auch Heyne Hardcore mit der Wiederentdeckung James Lee Burkes kokettierten – einem Autor, für dessen Neuauflage auch ich mich damals in der Krimi-Couch mit Vehemenz einsetzte. Günther und ich kamen über diesen Thema schließlich in Kontakt, diskutierten über mögliche Titel zur Veröffentlichung und die Gestaltungen der Cover. Der Rest ist inzwischen bekannt. Für das Jahr 2023 plant Pendragon, die komplette Robicheaux-Reihe veröffentlicht zu haben.

So gering meine Beteiligung daran letztlich gewesen ist – sie weckte doch mein Interesse an diesem Verlag, der sich, fast gänzlich geleitet von einer Person, seinen festen Platz im Herzen vieler Krimi-Leser erobert hat und uns seit Jahrzehnten wie ein Schweizer Uhrwerk stets aufs Neue mit tollen Neuentdeckungen (u.a. Mechtild Borrmann, Wallace Stroby, Kerstin Ehmer) überrascht. Als Blogger ist so eine Sympathie natürlich immer ein schmaler Grad, geht es doch darum, einen Buchtitel zu besprechen und nicht blind die Werbetrommel für einen Verlag zu rühren – so sehr einen dieser auch ans Herz gewachsen ist. Aber auch hier macht es mir Pendragon in der Regel sehr leicht: Größere Griffe ins Klo sind bis dato ausgeblieben. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, konnte ich zumeist eine positive Resonanz folgen lassen, was halt wiederum Günthers feinem Näschen geschuldet ist. Und wer schon etwas länger Gast in der kriminellen Gasse ist, dem wird aufgefallen sein, dass Verrisse meinerseits hier eh eher eine Seltenheit sind.

So hoffe ich also, dass meine Glückwünsche an Günther Butkus und den Pendragon Verlag als das verstanden werden, was sie sind – eine aufrichtige Bewunderung für die Lebensleistung eines Mannes, der nebenbei bemerkt noch ein ganz feiner Kerl ist und als das Danke Schön eines großen Krimi-Freunds, der sich stets aufs Neue auf das freut, was da aus dieser Stadt, die es angeblich nicht gibt, als nächstes literarisch auf uns zukommt. So bleibt mir also nur zu sagen: Auf die nächsten 40, lieber Günther!

Und dann bedanke ich mich natürlich wieder recht herzlich bei all denjenigen, welche die Crimealley mit Leben füllen. Ohne eure Kommentare und Rückmeldungen, aber auch ohne eure Besuch per se, würde ich einfach nur in den Äther schreiben. Es ist gerade dieser Austausch mit euch und auch das Kennenlernen neuer Literaturverrückter, welche für mich den größten Gewinn beim Bloggen darstellen. Auch nach sechs Jahren habe ich weiterhin viel Spaß an der kriminellen Gasse, wenngleich die letzten zwei davon – wohl nicht nur für mich – durchaus ihre Spuren hinterlassen haben. Ich hoffe, dass wir diese pandemischen Zustände irgendwann nur noch im Rückspiegel sehen werden und ein etwas zwangloseres Treffen dann auch wieder möglich ist. Vielleicht dann sogar auf der Buchmesse in Frankfurt, die ich dieses Mal bewusst ausgelassen habe.

In dem Sinne – vielen lieben Dank für eure anhaltende Unterstützung. Ich hoffe, euren Ansprüchen und eurer Treue auch in Zukunft gerecht zu werden.

Bleibt alle gesund und „kriminell“

Auf euer Wohl, Sláinte Mhath!

Euer Stefan

P.S. Für alle diejenigen unter euch, die seit langem mal wieder auf einen Beitrag vom lieben Jochen warten. Bald ist es wieder soweit. ;-)

 

30 Gedanken zu “Die Gasse feiert – Sechs Jahre „Crimealley“ und 40jähriges Jubiläum vom Pendragon Verlag

  1. Hallo, auch von mit Glückwunsch!!!
    Es ist immer schön, in der Gasse zu stöbern und auch oft sich dann bestätigt zu fühlen, dass es viele
    Gleichgesinnte gibt, die abseits des Mainstreams gute Bücher zu schätzen wisse.
    Und James Lee Burke und Pendragon sind sowieso super.
    Ebenso wie Pulp Master und Polar….
    Und Buchhandlungen wie, z. B. Hammett…..
    Und Seiten wie diese….
    Freue mich auf mehr und das noch sehr lang!
    Liebe Grüße
    Christian

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  2. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin zwar erst seit kurzem ein Freund dieses Blogs, aber das Schöne ist ja: Die Einträge aus der Vergangenheit verschwinden nicht. Deine Gasse ist zugleich eine Schatzkiste, in der zu stöbern sich lohnt. Und ich freue mich über jeden neuen Eintrag.

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    • Vielen lieben Dank für das Lob und die Glückwünsche, über die ich mich natürlich sehr freue! Wie übrigens auch darüber, wenn auch die älteren Beiträge noch gelesen werden und nicht gänzlich in Vergessenheit geraten. :-) – Schönen Sonntag noch!

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  3. Herzliche Glückwünsche zum Bloggergeburtstag. Ein Feuerwerk in der Gasse!
    Ich mag, dass Du einfach andere* Bücher bespricht, als was sonst so im Netz unterwegs ist.
    Allein, weil ich bei Pendragon Robert B Parker bekomme… Nein, gerade solche Verlage braucht es auch weiterhin.
    Liebe Grüße und feier ein wenig
    Nina

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  4. Da reihe ich mich gerne ein und sage: Herzlichen Glückwunsch zum 6-jährigen! Mach weiter so, ich lese ja recht generell wenig Buchblogs – Deinen aber sehr regelmäßig. Und das aus gutem Grund!
    Ahoi, Herr Kaleun!

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  5. Auch von mir alles Gute zum Blogjubiläum! Und ich finde, Sympathien zu Verlagen – gerade zu kleinen unabhängigen Verlagen – darf, sollte man sogar äußern. Denn sie brauchen jede Aufmerksamkeit, die man ihnen schenken kann. Außerdem sollte auch ausreichend Vertrauen da sein, dass man bei einer Besprechung Verlag und Buch unterscheiden kann. :)

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    • Vielen lieben Dank, Sonja! – Sehe ich genauso wie du, wenngleich man natürlich im Netz immer aufpassen muss, dass das nicht irgendjemand doch irgendwie in den falschen Hals kriegt bzw. kriegen will. Letztendlich ist es aber wie du sagst: Gerade die kleinen Verlage stehen ohnehin selten genug im Scheinwerferlicht bzw. sollten immer wieder mal ins Bewusstsein der Leser dort draußen gerückt werden. Insbesondere wenn sie über das ganze Programm hinweg in der Regel hohe Qualität abliefern. Und in diesem Fall spielt natürlich da bei mir der Lokalpatriotismus auch eine gewisse Rolle. :-)

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    • Vielen lieben Dank, Sonja! :-) – Ja, ist schon verrückt, wie die Zeit rast. Und wie sich die Bloggercommunity seitdem auch schon wieder verändert hat. Sind ja leider inzwischen um einige tolle Krimi-Blogs (z.B. My Crime Time oder Schneemann) ärmer. Insofern bin ich schon stolz darauf, überhaupt so lange durchgehalten zu haben. ;-)

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  6. Glückwunsch und bitte Weitermachen!
    Das Feuerwerk über Bielefeld ist – nicht nur fotografisch ;-) – sehr gelungen. Bei mir im Regal stehen die beiden bevorzugten amerikanischen Serienautoren in Pendragon-Ausgaben und werden, zumindest in einem Fall, regelmäßig mit Erscheinen gekauft. Für später :-)
    Beste Grüße in die Gasse!

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  7. Aus der Klinik mochte ich nicht schreiben….

    Danke für Deinen Blog mit den vielen interessanten Rezensionen, die mir einige neue Perspektiven aufgetan haben oder mich darin bestätigen, dass ich mit meiner Leidenschaft nicht allein bin.

    Ich hebe deshalb mein Glas auf noch viele interessante Besprechungen in der Crimealley und darauf dass unsere privaten Bibliotheken immer umfangreichter werden! Prost!

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    • Vielen lieben Dank für Deine nachträglichen Glückwünsche, Michele. Ich freue mich immer sehr über Deine ausführlichen Kommentare und Rückmeldungen – und vor allem darüber, dass du der kriminellen Gasse schon so lange treu geblieben ist. Gerade der Austausch mit Gleichgesinnten – oder sollte ich besser Gleichverrückten sagen? :-D – macht ja einen Großteil des Charmes bei dieser Seite aus.

      Ich hoffe Dir auch weiter hin und wieder den Mund „wässrig schreiben“ zu können – und dass es Dir nach dem Klinikaufenthalt inzwischen besser geht.

      Hab ein schönes, stressfreies Wochenende
      Herzliche Grüße zurück! Und da es noch früh am morgen ist, stoße ich mal mit einer Tasse Kaffee an. :-)
      Stefan

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