+++ Vorschau-Ticker „Non-Crime“ – Winter 2019/Frühjahr 2020 – Teil 1 +++

Nachdem ich bereits für den Kriminalroman meinen ganz persönlichen Blick in die nahe Zukunft geworfen habe, widmet sich die kriminelle Gasse diesmal dem breit gefächerten Feld der modernen Unterhaltungsliteratur. Und wie üblich hat sich die Liste auf beinahe magische Art und Weise einmal mehr gefüllt, denn auch im Bereich der Belletristik erwarten uns im kommenden Halbjahr gleich mehrere interessante Titel. Die ersten zehn kommen u.a. aus den Verlagshäusern Aufbau, btb, Hanser und Suhrkamp.

Sind da irgendwelche Bücher dabei, die auch euch Krimi-Fans da draußen interessieren könnten? Welchen Roman werdet ihr euch kaufen?

  • Louis Begley – Killer’s Choice
    • Hardcover, November 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3518428795, 220 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Wenn man sich die Inhaltsbeschreibung des neuen Louis Begley so durchliest, hätte dem Buch wohl auch die Etikettierung Spannungsroman ganz gut gestanden. Der Autor greift hier den Faden von Ein Leben für ein Leben wieder auf. Abner Brown, sein alter Widersacher, ist inzwischen tot, doch jemand scheint sein Ableben rächen zu wollen. Und so gerät Ex-Marine und Bestsellerautor Jack Dana ins Visier eines Syndikats gewissenloser Gangster. Der Vorgänger ist an mir vorbeigegangen, doch ich bin angefixt genug, um diesen nachzuholen und auch Killer’s Choice ganz genau im Auge zu behalten.
  • David Diop – Nachts ist unser Blut schwarz
    • Hardcover, September 2019, Aufbau Verlag, 978-3351037918, 160 Seiten, 18,00 €
    • Crimealley-Prognose: Ein schwarzer Soldat, der an der Seite der Franzosen im Ersten Weltkrieg kämpft und angesichts des Grauens im Schützengraben langsam verroht und alle moralischen Grenzen über Bord wirft. Das ist sicherlich eine Geschichte mit Potenzial – und vor allem eine, die in dieser Konstellation sicher noch nie angegangen wurde. Ich bin in jedem Fall sehr angefixt und werde mir Diops Novelle sicher zulegen.
  • William Melvin Kelley – Ein anderer Takt
    • Hardcover, September 2019, Hoffmann und Campe Verlag, 978-3455006261, 304 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Ein wiederentdeckter Roman, der leider immer noch nichts von seiner Aktualität verloren hat. Im Jahr 1957 kommt es zu einem Aufstand der afroamerikanischen Bevölkerung im Südstaaten-Kaff Sutton. Aus der Revolte wird ein Exodus – und das von Weißen regierte Amerika, weiß nicht wie es regieren soll. Seit Steinbeck, Faulkner, O’Conner, Burke und Co. habe ich ein Faible für Literatur aus und über den Süden der USA. Im Fahrwasser von Underground Railroad sicherlich ein Buch, dass seine Leser finden dürfte.
  • Jonathan Lee – Freude
    • Taschenbuch, März 2020, btb Verlag, 978-3442718863, 380 Seiten, 10,00 €
    • Crimealley-Prognose: Auf Jonathan Lee bin ich erst durch seinen Roman High Dive aufmerksam geworden.  Der ehemalige Anwalt kehrt hier in seinem aktuellen Buch Freude in „sein“ Milieu zurück und erzählt die Geschichte eines mysteriösen Freitods in einer Londoner Anwaltskanzlei. Warum stürzte die erfolgreiche Juristin Joy Stephens 12 Meter tief und was bedeutet ihre Tat für die Menschen um sie herum? Die Antworten auf diese Fragen herauszufinden, könnte am Ende ein lohnenswerter literarischer Ausflug sein.
  • Phillip Lewis – Rückkehr nach Old Buckram
    • Hardcover, November 2019, btb Verlag, 978-3442758456, 450 Seiten, 20,00 €
    • Crimealley-Prognose: Lewis‘ Roman um eine späte Heimkehr in die blauen Berge von North Carolina vermittelt schon in seiner Inhaltsbeschreibung soviel Sehnsucht, dass ich mich unwillkürlich dazu bewogen fühle, selbst den Weg nach Old Buckram anzutreten. Nicht nur weil ich gute Landschaftsmalerei in einem Roman sehr zu schätzen weiß, sondern auch weil die Aufarbeitung der eigenen familiären Vergangenheit immer ganz besondere Geschichte zutage fördert.
  • Daniel Mason – Der Wintersoldat
    • Hardcover, Juli 2019, C.H. Beck Verlag, 978-3406739613, 430 Seiten, 24,00 €
    • Crimealley-Prognose: Auch in Der Wintersoldat bewegen wir uns wieder im Umfeld des Ersten Weltkriegs, diesmal im felsigen Gebiet der Karpaten, wo der Wiener Medizinstudent Lucius, welcher sich freiwillig zum Dienst gemeldet hat, gemeinsam mit einer jungen Nonne die vielen schwerverletzten Soldat von der Front versorgen muss. Einer davon soll alsbald wieder in den Kampf geschickt werden – und hier trifft Lucius eine verhängnisvolle Entscheidung. Mehr brauche ich nicht zu wissen, um zu entscheiden: Das Buch wird sicher gekauft.
  • Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse
    • Hardcover, Juli 2019, hanserblau, 978-3446264199, 464 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Delia Owens Debütroman wird zwar in der Vorschau recht zurückhaltend beworben, drückt aber in der Kurzbeschreibung genau die richtigen Knöpfe, um in meiner Auswahl zu landen. Das ruhige Küstenstädtchen, das Mädchen aus dem Marschland, ein mysteriöser Tod, die wilde Natur der Salzwiesen und Sanddünen – perfekte Zutaten für die Art archaischer Kriminalgeschichte, wie ich sie liebe.
  • Lauren Groff – Florida
    • Hardcover, Oktober 2019, Hanser Berlin Verlag, 978-3446264106, 320 Seiten, 23,00 €
    • Crimealley-Prognose: Kurzgeschichten über das wilde, schöne, gleißend helle Florida, über Zorn, Furcht und Einsamkeit zwischen den Glades und Miami. Nicht nur weil ich gerade aktuell literarisch wieder in Florida weile (Nick Stones Voodoo) – ein Buch, das sicher in der ganz, ganz engen Auswahl landet.
  • Peter Heller – Der Fluss
    • Hardcover, August 2019, Nagel & Kimche Verlag, 978-3312011346, 312 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Die von mir sehr geschätzte Andrea O’Brien hat auf ihrem Blog Krimiscout eine richtige Lobeshymne auf dieses Buch gesungen. Unabhängig davon, wäre ich aber wohl so oder so Feuer und Flamme gewesen. Thematisch geht es auch in diesem Roman wieder um den Mensch inmitten der Wildnis und die Kurzbeschreibung weckt bei mir mehr als nur eine Erinnerung an Dickeys Flussfahrt. Auf diese literarische Kanufahrt auf dem kanadischen Maskwa-River freue ich mich besonders.
  • Marlon James – Schwarzer Leopard, Roter Wolf
    • Hardcover, Oktober 2019, Heyne Hardcore Verlag, 978-3453272224,  960 Seiten, 28,00 €
    • Crimealley-Prognose: Wenn man sich die Rezensionen so durchliest, scheinen sich an diesem Fantasy-Epos, in dem Marlon James viele Elemente der afrikanischen Mythenwelt verarbeitet, die Geister zu scheiden. Der Auftakt einer Trilogie aus der Feder des geborenen Jamaikaners ist meinerseits ein Schuss ins Blaue. Oder besser gesagt ins Schwarze, denn Schwarzer Leopard, Roter Wolf verspricht nachtfinstere, rohe und mitunter brutale Literatur. Ob die letztlich nachhaltig wirkt oder nur auf Schockeffekt gebürstet wurde – ich werde mich wohl davon selbst überzeugen.

 

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