+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 3 +++

Wer beim obigen Wort „Vorschau“ nun skeptisch schaut, der tut dies zurecht, denn aufgrund der längeren Kreativpause sind die hier aufgelisteten Titel mittlerweile fast alle längst erschienen – und vielleicht bei dem ein oder anderen auch schon im Bücherregal oder auf dem Nachttischschränkchen. Alle anderen dürfen diese Liste aber gern als Einkaufstipps verbuchen, denn ob vorausschauend oder nicht – folgende Bücher wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meine Sammlung bereichern (Keine Angst, von den hier vertretenden Verlagen werden auch noch im nächsten Ticker ein paar Titel folgen). Wann ich übrigens dann dazu komme, das alles zu lesen, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Und damit zur Auswahl. Was findet euren Gefallen bzw. was ihr habt ihr schon gelesen oder gekauft und wie hat es euch gefallen?

  • Ian Rankin – Ein Haus voller Lügen
    • Hardcover, Oktober 2019, Goldmann Verlag, 978-3442315253, 480 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Naja, zu einem Ian Rankin muss ich wohl hoffentlich nicht mehr viel sagen. In a House of Lies, so der Originaltitel, habe ich mir bereits letzten Oktober direkt in Edinburgh gegönnt. Und auch für die deutsche Ausgabe wird sich hoffentlich irgendein Platz im aus allen Nähten platzenden Regal finden. Gelesen habe ich den Titel übrigens bisher nicht – ich hinke noch einige Rebus-Bände hinterher – aber bis jetzt hat der Fifer Rankin noch immer geliefert. Mal ganz abgesehen davon, dass für mich seine Werke immer weit mehr als nur Krimis sind: Rasiermesserscharfe Kaleidoskope einer Stadt, die für mich schon jetzt eine Heimat fernab der Heimat ist.
  • Gary Victor – Im Namen des Katers
    • Taschenbuch, Januar 2019, litradukt Literatureditionen, 978-3940435309, 168 Seiten, 12,00 €
    • Crimealley-Prognose: Uff, Gary Victor. Ich glaube, da hatte ich hier mal vor längerer Zeit eine Vereinbarung mit einer Blogger-Kollegin geschlossen und versprochen mit der Reihe um Inspektor Azémar zu beginnen. Jetzt ist bereits der vierte Band erschienen und ich habe dem literarischen Haiti Gary Victors immer noch keinen Besuch abgestattet. Es wird Zeit, das endlich nachzuholen. Mea Culpa.
  • John Knox – Smiling Man – Das Lächeln des Todes
    • Broschiertes Taschenbuch, September 2019, Knaur Verlag, 978-3426522417, 448 Seiten, 14,99 €
    • Crimealley-Prognose: Der zweite Fall für Detective Aidan Wells aus Manchester, dieser knallharten, rauhen Stadt, in der man als Cop schon aus einem besonderen Holz geschnitzt sein muss. Knox‘ Debüt wurde ja sowohl in der Bloggosphäre als auch von seinen Schriftstellerkollegen äußerst wohlwollend aufgenommen. Thematisch sagt mir das Gesamtpaket um den lächelnden Toten ohnehin zu, also ist zugreifen angesagt.
  • Nicholas Searle – Der Sprengsatz
    • Hardcover, Juni  2019, Kindler Verlag, 978-3463407210, 352 Seiten, 20,00 €
    • Crimealley-Prognose: Natürlich habe ich auch Searles viel beachtetes Werk Verrat noch nicht gelesen und packe doch im vorauseilenden Vertrauen nun sein neues Buch Der Sprengsatz auf den Merkzettel. Ermittlungen im Islamisten-Milieu, vier Bomben in einem Fußballstadion und ein Geheimdienstoffizier, der von der Mithilfe seines V-Mannes abhängig ist. Richtig zubereitet kann aus diesem Rezept eine gelungene Agenten-Thriller-Mahlzeit werden, weswegen es auch in meine „Vorratskammer“ wandern wird.
  • Sara Gran – Das Ende der Lügen
    • Broschiertes Taschenbuch, Februar 2019, Heyne Hardcore Verlag, 978-3453271562, 352 Seiten, 16,00 €
    • Crimealley-Prognose: Claire deWitt ist zurück und allein das ist ein Grund zum Feiern, denn die von Dämonen gepeinigte Ermittlerin mit ausuferndem Drogenproblem hat für mich ein Alleinstellungsmerkmal im Krimi-Genre. Woran Candice Fox gescheitert ist und wo mich Carol O’Connell nie so richtig zu packen wusste, da hat Gran bisher immer geliefert. Außerdem: Endlich wieder weibliche Unterstützung für Angela Gennaro, Crissa Stone und Co. Mehr toughe, kantige Frauen braucht das Krimi-Land!
  • Johnny Temple (Hrsg.) – USA Noir
    • Broschiertes Taschenbuch, März 2019, CulturBooks Verlag, 978-3959881029, 624 Seiten, 15,00 €
    • Crimealley-Prognose: Kurzgeschichten-Sammlungen liegen zwar weiterhin  zumeist wie Staub in den Regalen der Buchhandlungen, kommen mir und meiner knapp bemessenen Lesezeit aber immer mehr entgegen. Wenn sich dann in einer Anthologie noch so klangvolle Namen wie Dennis Lehane, William Kent Krueger, Lee Child, Don Winslow, Michael Connelly oder Joyce Carol Oates tummeln, braucht es für mich keiner weiteren Kauf-Argumente. Das nach Ostküste, Westküste und Landesinnern aufgeteilte Buch wird wie seine Vorgänger Paris Noir und Berlin Noir den Weg in meine Sammlung finden.
  • Frank Göhre & Alf Mayer – King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story
    • Broschiertes Taschenbuch, März 2019, CulturBooks Verlag, 978-3959881043, 240 Seiten, 15,00 €
    • Crimealley-Prognose: Erst vor wenigen Tagen haben wir zuhause die zweite Staffel der Serie Justified beendet, deren Hauptfigur Raylan Givens ja nicht nur aus Elmore Leonards Feder stammt, sondern sich in Stil und Ton an dem unvergleichlichen US-Autor orientiert, der u.a. auch für die Vorlage von Schnappt Shorty, Todeszug nach Yuma, Out of Sight und Jackie Brown verantwortlich zeichnet. Es freut mich ungemein, dass sich mit Frank Göhre und Alf Mayer nun zwei echte Kenner des Genres mit ihm befasst haben – und ich hoffe, dass in dem Zuge auch endlich die Romane (z.B. vllt. beim Unionsverlag) wieder ein Revival auf dem deutschen Buchmarkt erfahren werden.

 

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7 Gedanken zu “+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 3 +++

  1. Ich, ich, ich – ich bin die Bloggerkollegin, mit der Du diese Vereinbarung hast! Eine Schande, dass Du immer noch nicht in Gary Victor reingeschnuppert hast, vor allem, da Victors Bücher ja doch recht dünn sind. Im Gegensatz zu dem Buch, welches ich im Gegenzug lesen muss…. aber auch noch nicht geschafft habe, ich nehm also auch Schande auf mich. Ah…. wir sind somit also im Moment quitt, aber nichtsdestotrotz sollten wir diese Vereinbarung aufrecht erhalten! So ein Ziel kann ja nicht schaden. :-)

    Gestern hab ich übrigens bis 1 Uhr nachts unbedingt den neuen Sara Gran auslesen müssen. Claire DeWitt liebt oder hasst man – etwas dazwischen gibt es nicht. Es sollte definitv mehr Claire DeWitts, Crissa Stones und Angela Gennaros geben!

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    • Ach, wenn es doch noch 2007 oder 2008 wäre. Da habe ich tatsächlich noch so an die 160 Bücher im Jahr gepackt. Zuletzt habe ich kaum die zehn geschafft. Umso sorgfältiger bin ich dann bei der Auswahl der Lektüre. Andererseits hat der Victor nicht viele Seiten … Mal gucken, ob der Leseflow anhält, dann vielleicht direkt nach dem Rankin. ;-)

      Ich bin gespannt auf Deine abschließende Meinung und beneide Dich um die Energie. Sobald ich mich nach 21 Uhr aufs Sofa setze, gehen bei mir sprichwörtlich die Lampen aus. :-D

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      • Haha… 160 Bücher im Jahr hab ich noch nie geschafft. Da warst Du ja richtig fleißig!
        Aber Du weißt ja, Quantität ist nicht gleich Qualität. Man soll sich ja nicht zwingen. Bei mir schwanken die Jahreszahlen auch gehörig, hängt bei mir immer mit dem Stresslevel im Geschäft zusammen, denn wenn viel zu tun ist, kann ich mich abends keinesfalls mehr auf ein Buch konzentrieren.

        Und lass Dir gesagt sein, das mit Sara Gran war eine Ausnahme, die ich gleich am nächsten Tag noch gespürt hab. Es war eine unvernünftige Entscheidung das Buch noch auszulesen, aber hin und wieder tut ein wenig unvernünftig sein irgendwie auch gut. :-)

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        • Da hatte ich ja noch ordentlich Freizeit. :-) Und nein, natürlich, am Ende ist nicht die Menge entscheidend. Wenn man jedoch jedes Jahr die Regale mehr und mehr mit Titeln füllt und es dann nicht mal schafft 10 % davon auch zu lesen, kann das schon frustrieren. Nicht, dass ich jemals aufhören würde, Bücher zu kaufen. Das wär ja verrückt. :-D

          Das ist eben dann manchmal die Macht einer guten Lektüre, dass man unfähig ist, die Seiten zuzuklappen. Diese Unvernunft tauscht man doch oft für ein erinnerungswürdiges Erlebnis ein. Seit ca. 1 1/2 Jahren reicht bei mir jedoch nur der Kontakt des eigenen Hinterns mit dem Sofa. um mich von jetzt auf gleich auszuknocken. Richtig die Energie aufladen geht nur noch im Urlaub. Meine Hoffnungen ruhen daher auch dieses Jahr auf unserem gemieteten Cottage in Devon. Kamin an, Earl Grey auf den Tisch und dann ein gutes Buch. Wenn, ja wenn unsere zwei kleinen Nervensägen uns nicht wieder eine lange Nase drehen. :-D

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          • Ja, die Frustration kann ich schon nachvollziehen – aber ich hoffe mal, dass die fehlende Lesezeit mit anderen wertvollen Dingen und Personen (zum Beispiel den Nervensägen) verbracht wird und somit ist das doch ein guter, ach was, sehr guter Tausch.

            Ich drücke aber natürlich trotzdem die Daumen, dass Devon Dir Glück bringt und das ein oder andere Buch gemütlich geschmökert werden kann.

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  2. „Justified“ habe ich mir zu Beginn des Jahres ein zweites Mal gegönnt. Großartige Serie, viele interessante Charaktere und ein mich sehr ansprechender Humor. Passend dazu hatte ich vorher zwei Bücher gelesen und deshalb die Serie nochmal geschaut. Stichwort „Bull Mountain“, noch eine Besprechung, die schon halb fertig ist….

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    • Ich find es echt spannend, wie man diesen coolen Flow von Leonard eingefangen hat. Auch hier schnurrt das Ganze wie ein Kätzchen. Lässige Dialoge, vielschichtige Figuren – ich werd die nächsten fünf Staffeln noch sehr genießen.

      Ach ja, der Panowich. Da war ja auch noch was …

      Freue mich auf Deine Besprechung!

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