+++ Vorschau-Ticker „Non-Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 1 +++

Parallel zu unserer Titel-Auslese im Krimi-Bereich werde ich auch dieses Jahr wieder einen Blick auf den großen Bereich „Non-Crime“ werfen, unter dem ich mal ganz frech nicht nur die moderne Unterhaltungsliteratur, sondern je nach meiner Facon sogar phantastische Romane, historische Fiktion oder Science-Fiction verorte. Wer mich inzwischen etwas näher kennt, der weiß, dass ich für eine gute Lektüre halt auch gern in mehreren Teichen zugleich fische. In diesem Ticker werfe ich als erstes die Angel für Bücher aus dem Hause Piper, Festa und Insel aus.

Welchen Titel würdet ihr an Land ziehen?

  • Lawrence Osborne – Welch schöne Tiere wir sind
    • Hardcover, März 2019, Piper Verlag, 978-3492059268, 352 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Mit Denen man vergibt machte Lawrence Osborne im letzten Frühjahr im Feuilleton von sich reden. Und auch Kollege Jochen König war in seiner Rezension in der Crime Alley voll des Lobes. Das allein würde mir schon reichen, um den Titel in die engere Auswahl zu rücken. Zudem birgt aber noch das aktuelle Thema (griechische Insel, gestrandeter Flüchtling, Auflehnung gegen reichen Vater) ordentlich Potenzial. Vor allem in den Händen dieses versierten Schreibers. Welche schöne Tiere wir sind wandert mit ziemlicher Sicherheit in mein Regal.
  • William Kent Krueger – Für eine kurze Zeit waren wir glücklich
    • Hardcover, März 2019, Piper Verlag, 978-3492058452, 416 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: 2014 wurde Ordinary Grace, so der Original-Titel, mit dem Edgar Award ausgezeichnet. Im November 2015 bedauerte ich im Vorschau-Ticker, dass das Buch noch immer nicht übersetzt wurde. Nun, knappe fünf Jahre später, erbarmt sich endlich Piper. Und ich freue mich sehr, denn die 1961 spielende Geschichte über mehrere mysteriöse Morde und Selbstmorde hatte mich bereits damals ziemlich angefixt. Nun kann ich mich endlich selber von der Qualität des Buches überzeugen.
  • Paul Ingendaay – Königspark
    • Hardcover, März 2019, Piper Verlag, 978-3492057196, 320 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Casa de Campo in Madrid. Berühmt-berüchtigter Strich und Anlaufstelle für Freier verschiedenster Couleur. Mittendrin eine Kampfsportlerin mit eigener Agenda als Aufpasserin. Ingendaay war mir bis dato kein Begriff, aber Königspark klingt nach dieser Art rauer Literatur, welche dahin geht, wo es weh tut. Ein Buch, das ich daher auf dem Schirm behalten werde.
  • Shirley Jackson – Spuk in Hill House
    • Hardcover, Mai 2019, Festa Verlag, 978-3865527073, 272 Seiten, 19,99 €
    • Crimealley-Prognose: Die Ankündigung einer Neuauflage dieses Klassikers der Schauerliteratur ist für mich schon jetzt eine der Nachrichten des Jahres, war der Titel doch seit Jahren vergriffen – und das obwohl er zu den Grundpfeilern zählt, auf welcher die moderne Horrorliteratur errichtet wurde. Stephen King hat mit Brennen muss Salem nicht nur eine Homage geschrieben, er hält ihn auch für einen der unheimlichsten Romane der letzten 100 Jahre. Wer ihn bis dato noch nicht kennt, sollte diese Erfahrungslücke im Mai unbedingt schließen. Ein ganz, ganz großes Buch!
  • Shirley Jackson – Wir haben schon immer im Schloss gelebt
    • Hardcover, Juni 2019, Festa Verlag, 978-3-865527097, 224 Seiten, 19,99 €
    • Crimealley-Prognose: Hier gilt Selbiges wie für obigen Titel. Erneut eine Neuauflage, die lange überfällig war. Die Geschichte um das Schloss der Familie Blackwood ist heute noch genauso beklemmend und skurril wie im Erscheinungsjahr 1962. Toll, dass sich Frank Festa auch diesem Klassiker des gespenstischen Grusels annimmt.
  • Michael McDowell – Der Elementare
    • Hardcover, Februar 2019, Festa Verlag, Vorzugsausgabe ohne ISBN, 420 Seiten, 34,99 €
    • Crimealley-Prognose: McDowells Roman Der Elementare ist nun schon der vierte Band aus der Festa-exklusiven Reihe Pulp Legends und dementsprechend auch nur direkt über den Verlag erhältlich. Während die vorigen drei Titel mich allerdings nur wenig triggern konnten, werde ich für diesen Southern-Gothic-Horror die ca. 35 € wohl auf den Tisch hauen. Ein mysteriöses, tödliches Haus aus viktorianischen Zeiten an der Golfküste von Alabama.  Dazu der Autor, der u.a. die Drehbücher zu Beetlejuice und Nightmare before Christmas geschrieben hat. Klingt alles zu verlockend, um es zu ignorieren.
  • Philipp Lyonel Russell – Am Ende ein Blick aufs Meer
    • Hardcover, April 2019, Insel Verlag, 978-3458177845, 220 Seiten, 20,00 €
    • Crimealley-Prognose: Der Titel wäre mir fast durchgerutscht, aber durch den zeitlichen Kontext und den Schauplatz (Farnham, Surrey in England sowie franz. Atlantikküste) wurde ich dann doch hellhörig. Ein ewig heiterer und gefeierter Autor wird während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis in einem Lager inhaftiert. Er hebt dort mit seinem Humor die Stimmung seinr Mitinsassen, bis er merkt, dass er von der deutschen Propaganda benutzt wird. Tönt wie ein Witz, der am Ende im Halse stecken bleiben könnte und erinnert mich damit ein wenig an den Film Das Leben ist schön. Das Buch werde ich definitiv ganz scharf im Auge behalten.

 

 

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7 Gedanken zu “+++ Vorschau-Ticker „Non-Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 1 +++

  1. Hallo Stefan, Du rezensiert auch Non-Crime. Das ist ja wunderbar. Du hast auch da sicher einen hohen Anspruch. Darf ich Dich auf ein Buch meiner Frau aufmerksam machen. Der Stern der Elbe von Diana Seidel (ein Pseudonym meiner Frau Dagmar Schneider, früher Seifert). Die Geschichte einer Hamburger Familie, angesiedelt in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Historisch sehr genau recherchiert und mit Witz geschrieben folgen wir dem Schicksal der einzelnen Familienmitglieder. Gerne schicke ich Dir das E-Book. Erschienen ist der Roman bei Edel Elements im August dieses Jahres. Hier ein Link dazu: https://EdelElements.lnk.to/DerSternderElbeexklusivFA
    Davor hat meine Frau bereits mehrere erfolgreiche Romane bei Langen Müller herausgebracht.
    Schöne Grüße, Joachim

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    • Hallo Joachim, erst einmal vielen Dank fürs Folgen!

      Ja, ich lese in der Tat auch abseits der Spannungsliteratur sehr viel, wobei die Interessenslage da breit gestreut ist. Bitte Sei mir aber nicht böse, wenn ich Dir sage, dass ich grundsätzlich auf das Zuschicken von Leseexemplaren verzichte. Bis auf ganz seltene Ausnahmen abgesehen, kaufe ich mir die Bücher (einen eBook-Reader habe ich auch gar nicht) selbst und zwar aus folgenden Gründen: Ich möchte für mich entscheiden, wann ich was lese und dies ohne zeitlichen Druck tun können. Wie Dir sicher aufgefallen ist, findest du hier wenig Rezensionen zu Novitäten. Und das halt aus dem Grund, dass ich mich nicht von der Aktualität treiben lasse, sondern ganz nach Lust und Laune einen Titel aus dem Regal ziehe.

      Daher sage ich lieben Dank für die Anfrage, die ich leider ablehnen muss. Wünsche Deiner Frau trotzdem weiterhin viel Erfolg mit dem Titel!
      Herzliche Grüße zurück, Stefan

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      • Lieber Stefan, ich kann Deine Position voll und ganz nachvollziehen! Ich würde mich 100 pro genauso verhalten! Aber eine Bitte/Frage habe ich noch: Magst Du mir aus Deiner Blogroll ein paar ernsthaftere Buchblogger empfehlen, an die ich mich mit meiner Bitte wenden kann? Schöne Grüße, Joachim

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    • Naja, online sind sie größtenteils noch nicht, aber man hat ja so seine Wege und Quellen. :-) – Piper hat diesmal in der Tat ein ziemlich gutes Programm. In den letzten Jahren habe ich da für mich nämlich wenig bis nichts gefunden. Diesmal sind es gleich mehrere, die mir ein Loch ins Budget reißen. ;-) LG zurück!

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  2. Lieber Stefan,
    Shirley Jacksons Roman „Wir haben schon immer im Schloß gelebt“ ist mir noch in amüsant-schwarzhumorig-schauriger, knollenblätterpilziger Leseerinnerung geblieben. Ich habe hier die gebundene DIOGENES-Ausgabe aus dem Jahre 1988 …
    Nachtaktive Grüße von
    Ulrike

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