+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 1 +++

Nachdem ich das letzte Verlags-Halbjahr zeitbedingt leider komplett verpasst habe und dementsprechend beim Ticker auslassen musste, gelobe ich hiermit Besserung bzw. versuche nun durchgehend am Ball zu bleiben. Aufgrund der Tatsache, dass sich gerade im Bereich der modernen Unterhaltungsliteratur die für mich interessanten Titel in der Vergangenheit gehäuft haben, werde ich die Präsentation aber ein wenig verändern und etwas schlanker gestalten. Da mir grundsätzlich die Fähigkeit abgeht, mich kurz fassen, wird dies sicher für mich und die Leser interessant. Und nun, ohne weitere Umschweife, die erste Auslese der von mir mit Neugier erwarteten Kriminalromane aus den Verlagshäusern Harper Collins und Suhrkamp, bei denen sich ein Trend bestätigt: Deutsche Titel sind anscheinend out.

Für was könnt ihr euch begeistern?

  • Lou Berney – Destination Dallas
    • Broschiertes Taschenbuch, März 2019, Harper Collins Verlag, 978-3959672702, 336 Seiten, 14,99 €
    • Crimealley-Prognose: Der Edgar Award Preisträger von 2016 (für The Long and Faraway Gone), Dallas in den 60er Jahren, die chaotischen Tage nach dem Attentat auf Kennedy und ein Mafia-Handlanger auf der Flucht vor einem Killer. Verheißungsvolle Zutaten für einen dreckigen Krimi vor einem spannenden zeitlichen Kontext. Auch wenn der Autor für mich noch ein unbeschriebenes Blatt ist, definitiv ein Werd-ich-kaufen-Buch.
  • Adrian McKinty – Cold Water
    • Broschiertes Taschenbuch, Juni 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3959672702, 390 Seiten, 15,95 €
    • Crimealley-Prognose: Die lang erwartete Fortsetzung der Sean-Duffy-Reihe. McKinty gehört schlichtweg zum Besten, was das Krimi-Genre aktuell zu bieten hat und hält das schwindelerregend hohe Niveau bereits sechs Bänden. Daher ist auch Band sieben ein Pflichtkauf. Nuff‘ said.
  • Alan Carter – Marlborough Man
    • Broschiertes Taschenbuch, Mai 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3518469323, 350 Seiten, 14,95 €
    • Crimealley-Prognose: Schon der bereits vierte Carter, der in Deutschland veröffentlicht wird. Und ich hab immer noch keinen gelesen. Die Story um Rassenkonfikte und rachsüchtige englische Gangster in Neuseeland tönt interessant, wenngleich ich das Thema „Kinderfänger“ jetzt nicht brauchen würde. Dennoch: Es wird Zeit für meinen ersten Carter, daher werde ich Marlborough Man eine Chance geben. Trotz dem pottenhässlichen Cover. „Oh Gott, es ist ein Kiwi!“
  • Johannes Groschupf – Berlin Prepper
    • Broschiertes Taschenbuch, April 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3518469613, 350 Seiten, 14,95 €
    • Crimealley-Prognose: Hasstiraden im Social-Media. Ein abgestumpfter Journalist ohne Wutventil. Das Milieu der Reichs- und Wehrbürger. Berlin Prepper klingt erschreckend aktuell und könnte was werden. Da Wörtche mit seiner Titelauswahl zuletzt aber auch ein paar mal den Ellbogen im Klo hatte, bin ich skeptisch. Der Titel ward notiert und mal auf die ersten Rückmeldungen gewartet.
  • Melissa Scrivner Love – Lola
    • Broschiertes Taschenbuch, März 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3518469453, 392 Seiten, 14,95 €
    • Crimealley-Prognose: L.A., South Central. Latino-Machos, Drogendealer, Krieg zwischen den Kartellen. Und eine kleine unscheinbare Chica namens Lola als Unterweltboss. Klingt wie ein Drehbuch für einen Robert Rodriguez-Film und könnte ähnlich kurzweilig und rücksichtslos daherkommen. Ob Love auch schreiben kann, muss man sehen. Bin jedenfalls angefixt genug, um mich selbst zu überzeugen.
  • Stanley Ellin – Sanfter Schrecken – 10 ruchlose Geschichten
    • Hardcover, März 2019, Suhrkamp Verlag, 978-3518804308, 304 Seiten, 22,00 €
    • Crimealley-Prognose: Erster Gedanke. Wow, Kurzgeschichten von Stanley Allin! Der Mann aus dem Nichts fand ich klasse und Jack the Ripper und van Gogh liegt noch auf dem SUB. Insofern große Vorfreude auf diese Neuauflage, zumal klassische Krimi-Kurzgeschichten immer gehen und das Buch augenscheinlich im Regal dann auch optisch etwas hermacht. Gerne mehr in dieser Richtung, Suhrkamp. Sanfter Schrecken wird gekauft.

 

 

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29 Gedanken zu “+++ Vorschau-Ticker „Crime“ – Winter 2018/Frühjahr 2019 – Teil 1 +++

  1. Ich muss dir in puncto Thomas Wörtche absolut recht geben. Die letzten von ihm herausgegebenen Bücher konnte man wirklich in der Pfeife rauchen. Es würde echt mal Zeit, dass im Suhrkamp-Programm wieder etwas Qualität einkehrt. Aber mit Adrian McKinty und Alan Carter stehen die Zeichen da wirklich gut. „Prime Cut“ und „Des einen Freud“ sind wirklich ganz klasse Krimis, handwerklich super gearbeitet. Große Empfehlung!

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    • Gut, zu Wörtche habe ich sowieso so meine ganz spezielle Meinung, aber ein Kenner des Genres ist er sicher. Und auch seine Verdienste in der Vergangenheit (u.a. beim Unionsverlag) sind unbestritten. Inzwischen ist mir da aber bei den von ihm gewählten Titeln zu viel austauschbares Mittelmaß dabei. Da ist die Trefferquote (subjektiv empfunden) bei z.B. Polar, Pendragon oder Pulp Master weit höher. Auch diesmal hätte ich mir lieber einen weiteren Gerald Seymour gewünscht. Naja, abwarten. Vielleicht überrascht er/Suhrkamp uns mit einem der obigen Titel wieder positiv.

      Ja, „Prime Cut“ steht schon seit seinem Erscheinen bei Nautilus auf meinem Merkzettel. Muss ich unbedingt nachholen. Vor allem wenn du es so nachdrücklich empfiehlst.

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  2. McKinty ist klar. Nuff said.
    Ansonsten klingt Destination Dallas für mich am reizvollsten. Das Kennedy-Attentat übt seither einen großen Reiz auf mich aus. Allerdings habe ich bei HarperCollins bislang noch keinen Knaller gefunden, trotz einiger Versuche.

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    • Gebe ich Dir Recht, Gunnar. Bisher hat mich Harper Collins da auch nicht für einen Kauf aus der Reserve locken können. Aber das mit dem Kennedy-Attentat reizt mich halt aus den gleichen Gründen. Da man – wie bei Jack the Ripper oder dem Zodiac-Killer – bis heute nicht wirklich weiß (oder zumindest wir wissen es nicht ;-) ) wer hinter der Tat steckt, bietet dieses Ereignis viel Spielraum für einen überzeugenden Spannungsroman. Und einen Edgar Award kriegst du ja auch nicht mal eben so. Ich werde es wohl mal wagen. Ansonsten lachen mich ja noch die Schottland-Krimis von Meyrick an – allein, ich kann sie nicht wirklich einschätzen. Könnte auch so ne richtig platte Nummer sein.

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        • Ah, super. Danke für den Link! – Wie heißt denn das Prequel? Ist das dieser Titel, den es nur als eBook gibt? Glasgow in den 80ern tät mich nämlich sehr interessieren. – Nachtrag: Frage hat sich erledigt. Nur eBook. Wie blöd ist das denn.

          Nachtrag 2: Nur 73 Seiten. Gut, da lohnt sich der Druck nicht wirklich. ;-)

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              • Bei Stanley Ellin gäbe es weiteres Sparpotential, handelt es sich bei der Suhrkamp-Ausgabe doch um die alte Arno-Schmidt-Übersetzung, die bereits in unzähligen Varianten bei Fischer, Scherz, Haffmans usw. erschienen ist, die man günstig antiquarisch erwerben könnte, falle es kein hübsches neues Hardcover sein muß. Inhaltich ist das Buch so oder so klasse, sicherlich ein absolutes Highlight der kurzen Krimiform, in der Ellin noch besser als in der langen war.
                In Bezug auf TW kann ich (leider) nur zustimmen. Er und sein „Feind“ Martin Compart haben enorm viel für meine Sozialisation als Leser von Kriminalliteratur getan, eine Initialzündung war sicher das von beiden (ja, die haben tatsächlich mal zusammengearbeitet!) herausgegebene Jahrbuch der Kriminalliteratur 1989 bei Bastei-Lübbe, wo auch die legendäre Schwarze Reihe erschien, die viele Krimileser angefixt haben dürfte. Später kamen dann Dumont Noir (MC) und die von TW herausgegebenen Reihen UTmetro und Penser Pulp, die ein durchgängig hohes Niveau hatten. Ich war also guter Dinge, als TW bei Suhrkamp einstieg, bin aber mittlerweile etwas ernüchtert. Sicher, da waren bislang durchaus einige gute Titel dabei, aber keine Überhämmer und, wie Du ja schreibst, recht viel Mittelmaß. Bisweilen finde ich sogar die nicht von TW herausgegebenen Suhrkamp-Krimis interessanter…
                Melissa Scrivner Loves „Lola“ hört sich wieder nach so einem „typischen“ TW-Buch an: Toughe, (in einer Männerwelt) durchsetzungsfähige, superintelligente und -attraktive (gehe ich mal von aus) Frau, die an allen Ecken und Fronten zu kämpfen hat. Für solche Frauenfiguren hat TW offenbar ein Faible, ich durchaus auch, aber wenn diese Zutaten letztlich an Unoriginalität kaum zu überbietende Bücher wie die der megagehypten Candice Fox zur Folge haben, lese ich lieber meine alten Modesty-Blaise-Bände noch einmal…

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                • Hallo Herr Werner. Danke für ihren Kommentar!

                  Ja, der Sammler in mir hat diese antiquarischen Ausgaben natürlich bereits entdeckt und auf dem Schirm. :-) Bei Booklooker und Co. gibt es da ja auch einige Angebote. Ich würde mir hier aber in der Tat mal die Neuauflage gönnen. Honoriere es dann schon gern, wenn sich einer an diese Klassiker herantraut. Der Umsatz mit diesem Titel wird sicherlich überschaubar bleiben, denn Stanley Ellin werden heutzutage wohl nur noch die wenigsten kennen. In Kurzform habe ich ihn noch nicht genießen dürfen, aber ihr Kommentar gibt da ja Anlass zur Vorfreude.

                  Ja, Martin und der Herr Wörtche, das ist so eine Geschichte. Ich gestehe, mich hat das Wirken von Martin Compart in meiner Entwicklung hin zum doch kritischeren (wenn ich „anspruchsvoll“ schreibe, wird es gern missverstanden) Krimi-Leser weit mehr beeinflusst. Ob Schwarze Reihe oder DuMont Noir – Compart hat sich hier um ein paar der besten Krimi-Autoren verdient gemacht. Und auch sein Wirken bei Ullstein sollte bzw. darf man nicht vergessen. Das Jahrbuch von 1990 fliegt übrigens irgendwo bei mir rum. Da müsste ich mal wieder einen Blick reinwerfen.

                  Wörtche ist so eine Sache. Bei Penser Pulp war ich voller Hoffnung, denn Autoren wie Charyn oder Annas (den er ja gewissermaßen entdeckt hat) haben da Lust auf mehr gemacht. Es war dann aber ja auch schnell wieder vorbei. Unionsverlag, keine Frage. Hat das Programm oder die Ausrichtung des Verlags nachhaltig beeinflusst. – Sein jetziges Schaffen bei Suhrkamp bewerte ich haargenauso wie sie (Fox z.B. habe ich angelesen und für grausig befunden). Mir sind da die McKintys, Mosleys oder selbst die früheren Winslows lieber, als das was da zuletzt erschienen ist. (Die Wiederentdeckung Seymours rechne ich ihm aber hoch an) – Ansonsten gibt es da auch noch persönliche Präferezen. Mit der Attitüde Wörtches konnte ich noch nie etwas anfangen. Ein Grund, warum mir auch ein Dennis Scheck zuwider ist.

                  Und danke für die Erinnerung. Peter O’Donnell ist immer noch ein schwarzer Fleck in meiner Vita. :-)

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                  • Kann ich nachvollziehen, daß man sich die hübsche Neuauflage lieber gönnt als eine zerrupfte Buchantiquität. Ich hätte mir das Buch beispielsweise auch gut in der Edition Phantasia vorstellen können, dann auch in einer neuen Übersetzung – nix gegen den guten Arno, aber seine Übersetzung datiert immerhin aus dem Jahre 1961. Trotzdem schön, daß überhaupt mal wieder kriminelle Kurzgeschichten veröffentlicht werden, diese Erzählform hat’s hierzulande wirklich verdammt schwer. Was waren das für Zeiten, als beispielsweise bei Diogenes die fiesen Geschichten von Jack Ritchie oder Henry Slesar veröffentlicht wurden. Oder es noch die Krimi-Jahresbände von Heyne gab, in denen sich Geschichten von Lawrence Block oder Donald Westlake usw. fanden. Heute ist ja das Erscheinen des von Block herausgegebenen Nighthawks-Buchs fast schon ein singuläres Ereignis (ist aber auch ein wirklich feines Buch!).
                    MIr scheint, ich verdanke MC auch ein paar Regelmeter mehr, seine Dumont-Noir-Reihe ist für mich bis heute unübertroffen. Es wäre interessant zu sehen, wie eine von ihm herausgegebene Reihe bei Suhrkamp aussähe – wahrscheinlich würde Suhrkamp daran pleite gehen, aber, hey, die Bücher wären es wahrscheinlich wert! ;-)
                    MC’s Attitüde finde ich mitunter aber auch arg undiplomatisch (ums mal diplomatisch auszudrücken). Dieses wild um sich herumschlagen, sich über Äußerlichkeiten anderer lächerlich machen („Der dicke Junge“)… Ich finde die Denis Scheck’sche Bücherrampe auch bedenklich, aber ihn in die Nähe des Dritten Reichs („Literaturpogrom“) zu rücken… Hallo!? Abseits der Kamera finde ich Schecks Kritiken aber recht erträglich und vor allem undogmatisch, womit ich mich vor allem auf seinen Kanon beziehe, in dem Comics neben Literaturnobelpreisträgern, SciFi-Autorinnen wie James Tiptree jr. neben mittelhochdeutscher Literatur oder Lyrik stehen. Das hätte es bei Reich-Ranicki nicht gegeben.
                    Modesty Blaise hätte auch eine Neuauflage verdient, der letzte Band ist bis heute gar nicht ins Deutsche übersetzt worden. Vielleicht erbarmt sich ja irgendwann ein Kleinverlag…

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                  • Ja, stimmt, bei Joachim Körber wäre Ellin sicherlich auch gut aufgehoben, aber der hat mit seiner Klassiker-Reihe und den H. G. Wells Bänden für die nächsten Monate erst einmal genug Arbeit. Und wenn würde ich mir da lieber was exklusives von Philip K. Dick wünschen. ;-)

                    Kurzgeschichten sind in der Tat immer schwierig. Im Buchhandel weit schwerer an den Mann zu bringen, was eigentlich schade ist, denn gerade im Spannungsbereich habe ja viele Autoren in der kurzen Form ihre besten Arbeiten abgeliefert. Slesar ist ein gutes Beispiel (steht ebenfalls bei mir im Regal), aber auch Chesterton oder selbst der gute Arthur Conan Doyle. Neben den Block-Anthologien bei Droemer fällt ja derzeit auch die „Noir“-Reihe von CulturBooks positiv auf. Meine nächste Lektüre von Colin Barrett werden ebenfalls Kurzgeschichten sein. Bei der derzeit mangelnden Lesezeit kommt mir das gerade entgegen.

                    Hm, ich wäre mir gar nicht so sicher, ob Compart nicht sogar am Ende rentabler wäre, denn ich glaube nicht, dass sich die Suhrkamp-Krimis derzeit wie geschnitten Brot verkaufen. Gerade die Krimi-Gourmets würde Compart mit Sicherheit voll aus der Reserve locken können. Und wie du (ich duze jetzt mal unverfroren) schon sagst: Selbst wenn sie pleite gehen, für uns wäre es ein Gewinn.

                    Ja, Martin nimmt kein Blatt vor dem Mund und ich bin auch in einigen Dingen nicht seiner Meinung. Andererseits verbiegt er sich nicht bzw. versucht nicht allseits zu gefallen. Ob man ihn also mag oder nicht, er bleibt ein Type – und davon gibt es leider heute nur noch so wenige.

                    Scheck ist mir schrecklich unsympathisch, liegt aber geschmacklich voll auf meiner Wellenlänge und findet meinen Gefallen, weil er – wie du schon sagst – unheimlich breitgefächert wirklich gute Literatur hervorhebt, die sonst unter ferner liefen dümpeln würde. Daher kann ich über die affige Selbstdarstellung auch hinweg sehen. Bestes Beispiel: Das letzte literarische Quartett. Seiner messerscharfen Argumentation muss man einfach Lob zollen, wenngleich wohl die meisten neben einer Westermann glänzen würden.

                    Ich werde mich bei Modesty Blaise mal antiquarisch umgucken. Irgendwo in meiner Bibliothek werde ich schon für alle Platz finden. ;-)

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  3. Bis ich hier unten angekommen, hatte ich schon drei Kommentare im Kopf, aber nach der intensiven Beschäftigung mit Krimikritikern bin ich mir jetzt nicht sicher, ob Dich die vom Hocker hauen… aber ich bin ja nicht schüchtern, also denn ma los.
    1. OMG – schon der vierte Teil von Alan Carter? Ich hab den ersten Teil gelesen und fand den ziemlich gelungen, der zweite schlummert in meinem SUB… ach, man (und frau) kommt einfach nie hinterher.
    2. What? 300 Euro? Ich erblasse jetzt gerade ein wenig vor Deinem Bücherbudget… ist das die monatliche Ausgabe oder nur ein Ausreisser? Woah… will ich auch!
    3. Hm… ja, also. Hab ich vergessen… kommt vielleicht wieder… ach ich geh dann mal zum Geburtstageintrag…

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    • 1. Es sollte ein Höchstmaß für gute Krimis im Jahr geben. Nicht mehr als zwanzig. Sonst ist das nie zu schaffen. :-) – Aber wenn ich recht überlege: Scheiß drauf, dann hamstern wir halt erstmal.

      2. Öhm. Nein, nicht unbedingt die monatliche Ausgabe, denn es gibt ja immer wieder Phasen im Jahr, da kaufe ich so gut wie gar keine Bücher. Und wenn mich der Wahn dann irgendwann wieder packt, wird dann manchmal „etwas“ größer eingekauft. Um mich nicht gänzlich dem Vorwurf des Beklopptseins auszusetzen: Ich pflege dafür keine anderen Laster. ;-) Kein dickes Auto, keine Kippen oder sonstige teure Hobbys. Ich verbuche zudem das Ganze unter Wertanlage. :-D

      3. Bis es Dir wieder einfällt, freue ich mich drauf. :-)

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      • Haha… ich glaube, dass liegt uns Lesern auch. Hamstern. Ehrlich gesagt kann ich mir mein Leben ohne SUB gar nicht vorstellen. Das wäre was, wenn ich plötzlich alles ausgelesen hätte und nur noch ein Buch da, welches ich nicht gelesen habe, und darauf hab ich grad keine Lust. Was macht man/frau denn dann?

        Ah, phasenweise Hamsterkäufe. Puh, die kann ich nachvollziehen, das geht mir auch so, wobei ich glücklicherweise bisher noch nicht die 300 Euro geknackt habe. Dreistellig war es allerdings auch schon…. ah, aber das Gefühl, die alle nach Hause zu tragen und dann wieder auspacken, anschauen, nochmal den Klappentext lesen, ein Plätzchen finden… unbezahlbar!…. seufz.

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  4. Ich war ja schon in meinem ersten Kommentar so „unverfroren“, Dich zu duzen, das geht also umgekehrt vollkommen in Ordnung! :-)

    Wo nun schon Joachim Körbers feine Edition Phantasia erwähnt wurde: Mich wundert, daß es etwas Ähnliches nicht für den Krimibereich gibt – Herr Körber beackert seit Jahrzehnten das Feld der Phantastik (mit Ausflügen in Genres wie SciFi, Horror, Krimi, neuerdings Klassiker), während sich Festa im Horror-Genre fest etabliert hat und zu ansehnlicher Grösse angewachsen ist. Wie bei EP gibt’s auch bei Festa limitierte Sammlerausgaben und Reihen können abonniert werden. Die Bücher sind zwar im regulären Handel erhältlich, aber ein grosser Teil des Vertriebs läuft über die verlagseigenen Internetauftritte. EP und Festa sind überdies sehr nahbare Verlage, d.h. über Facebook bzw. Foren ansprechbar. Um mich zu wiederholen: Warum gibt’s etwas Ähnliches nicht im Krimibereich? Es kann doch nicht an der mangelnden Nachrfrage liegen, schließlich ist der Krimi in all seinen Varianten die dominierende Erzählform der letzten Jahre?
    Aber irgendwie ist der Wurm drin Im Krimiland Deutschland. Am Ende muß ich darauf warten, daß die Andere Bibliothek alle paar Jahre einen Band mit Erzählungen von Chesterton veröffentlicht (wo Du den guten Mann schon erwähnt hast), um in den Genuss bibliophiler Kriminalliteratur zu kommen. Ist aber vielleicht auch besser so, siehe die Diskussion um Dein 300-Euro-Budget… ;-)

    Stimmt, „Nighthawks“ war letztlich doch nicht so singulär, es gibt ja noch die erwähnte Reihe bei CulturBooks, und „Paris Noir“ habe ich sogar schon gelesen – mit grossem Vergnügen. Von „Berlin Noir“ verspreche ich mir nicht ganz so viel, aber wer weiß, vielleicht werde ich positiv überrascht. „USA Noir“ dürfte allein schon aufgrund der grossen Namen klasse werden. Es sind ja wieder einige Schriftsteller dabei, die schon bei „Nighthawks“ einen guten Job gemacht haben: Deaver, Connelly, Child, Oates…

    Das Literarische Quartett habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen, höchstens für ein paar Minuten, wenn ich durch die Kanäle zappte. Hat die Sendung überhaupt noch irgendeine Relevanz? (Frau Westermann hat als Literaturkritikerin sicher keine.)

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    • Festa hat sich in der Tat in den letzten Jahren stark gemacht, wobei für mich der Verlag erst mit der(Wieder-)Veröffentlichung von Stephen Hunter ins Blickfeld gerückt ist. Daraufhin habe ich mich dann öfters auf der Seite aufgehalten und u.a. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens und die Robert E. Howard-Bände für mich entdeckt. Aktuell freue ich mich auf die Neuauflage von Jacksons „Spuk in Hill House“. Mit dem ganzen Extrem-Zeug kann ich allerdings weniger anfangen, aber gut, auch dafür scheint es ja eine größere Klientel zu geben.

      Bei den Sammlerausgaben von Festa war bis dato nichts für mich dabei. Bei dem Sammelband mit der King-Geschichte hatte ich kurz überlegt, aber das Geld investiere ich dann doch lieber bei Joachim. ;-)

      Ein Verlag mit limitierten Kriminalromanen in der gleichen edlen Aufmachung wie bei Edition Phantasia? Das wäre das Todesurteil für mein Bankkonto. Ich gebe Dir aber Recht. Schon komisch, dass sich bis jetzt noch niemand in diese Richtung orientiert hat. Könnte mir durchaus vorstellen, dass es da ein größeres Publikum für geben würde. Und die Auswahl wäre auch nicht gering, gibt es doch noch soviel hochklassiges, was bisher hierzulande nicht veröffentlicht worden ist.

      Von der Anderen Bibliothek habe ich ein paar Titel auf dem Merkzettel (auch Chesterton), bis dato aber noch keins gekauft, weil das eine Muss-ich-unbedingt-haben-Buch da jetzt noch nicht dabei war. Kannst du mir da einen Titel empfehlen bzw. lohnt sich die Reihe an sich qualitativ auch vom Inhalt?

      Zum Literarischen Quartett: Keine Ahnung, es war Zufall, dass ich reingeschaltet habe. Wollte eigentlich am Freitag auf die Messe, lag aber gesundheitsbedingt flach und dachte mir dann abends, hole ich mir so meine Dosis Frankfurter Büchermesse. ;-) – Im Vergleich mit der alten Besetzung sieht das Quartett natürlich arg schlecht aus, ansonsten war die Sendung ganz launig, was jedoch vor allem an Scheck und Thea Dorn lag. Die Westermann ist im Sat1 Frühstücksfernsehen wahrscheinlich besser aufgehoben. – Mein persönlich bestes literarisches Quartett durfte ich während meiner Ausbildung an den Schulen des Deutschen Buchhandels in Seckbach, Frankfurt erleben. Zusammengesetzt aus Dozenten und ehemaligen Weggefährten Ranickis haben die da regelmäßig eine absolut beeindruckende Vorstellung abgegeben und meinen literarischen Horizont nochmal um Meilen erweitert. Was übrigens die wenigen wussten: Diese Runde in Seckbach nahm Ranicki als Vorbild für das spätere TV-Quartett. Inzwischen ist Seckbach ein „Mediencampus“ und die alten Größen sind alle weg. Gehe also davon aus, dass das nicht mehr so stattfindet.

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      • Ich bin bei Festa auch sehr wählerisch. Hunter gefällt mir trotz seiner Waffengeilheit ziemlich gut, ansonsten wären noch die Sammlerausgaben mit Erzählungen von Lansdale oder Ketchum erwähnenswert. Um den Torture Porn eines Edward Lee oder Wrath James White mache ich einen grossen Bogen. Ich habe vor zig Jahren de Sades „120 Tage von Sodom“ gelesen, seitdem ist mein Bedarf an solchen Büchern gedeckt ;-)

        Recht besehen ist’s vielleicht wirklich besser, daß es keine Edition Phantasia oder Andere Bibliothek für Kriminalliteratur gibt, das würde mein Budget ebenfalls nicht mitmachen. Aber man wird ja noch träumen dürfen: Ein schön ausgestattetes Buch im Schuber und in limitierter Auflage, vielleicht mit Nachwort von MC, signiert von Lawrence Block, James Lee Burke oder Max Allan Collins usw… ;-)

        In diesem Jahr ist die Andere Bibliothek auf über 400 Bände angewachsen, da fällt es mir angesichts der schieren Masse an Büchern naturgemäß schwer, etwas zu empfehlen, zumal ich auch nicht alles gelesen habe.
        Die Chesterton-Bände „Die Paradoxe des Mr. Pond und andere Überspanntheiten“ und „Vier verehrungswürdige Verbrecher“ sind für Leser, die schon die Father-Brown-Geschichten oder das Manesse-Bändchen „Der Mann, der zuviel wusste“ mochten, eine klare Empfehlung.
        Davon abgesehen hängt es natürlich davon ab, was man für persönliche literarische Vorlieben hat. So wird die AB zurecht für ihre Reiseklassiker gerühmt, z.B. Robert Byrons „Weg nach Oxiana“ oder „Das eingeschossige Amerika“ von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow. Sehr empfehlenswert sind auch Ryszard Kapuscinsks Reportage-Bücher.
        Mit Grimmelshausens Simplicissimus konnte ich im Studium nichts anfangen, ich habe das barocke Deutsch grösstenteils kaum verstanden. In der Übersetzunng von Reinhard Kaiser ist das Buch hingegen ein grossartiges Leseabenteuer. Das gilt auch für die (erstamals vollständige) Neuübertragung von Lagerlöfs Nils Holgersson, das weit mehr ist als das Kinderbuch, das wir bislang kannten.
        Wer sich für lyrische Spielarten interessiert, sollte es mal mit dem „Wasserzeichen der Poesie“ versuchen, einem frühen Klassiker der AB. Und wenn man nach einem Buch über Bücher sucht, eines, das einen noch mehr anfixt, Bücher zu sammeln, dann sollte man es vielleicht mal mit Ralf Vollmanns „Die wunderbaren Falschmünzer. Ein Roman-Verführer“ versuchen, der ca. 1000 zwischen 1800 und 1930 entstandende Romane vorstellt. Das Buch macht aus einem Bibliophilen dann endgültig einen Buch-Junkie… ;-)
        „…lohnt sich die Reihe an sich qualitativ auch vom Inhalt?“ Eindeutig ja! Die Zeit nannte die AB ja mal die „in ihrer Art die schönste Buchreihe der Welt“. Damit bewirbt sich die AB ganz gerne selbst. Nun kenne ich mich mit dem restlichen Erdball in Sachen Buchreihen nicht so aus, aber für Deutschland ist das Selbstvertrauen der AB sicher nicht unangebracht. Buchgestalterisch spielt die Reihe in einer eigenen Liga, in vielen Fällen muß man wirklich von Buchdruckkunst reden. Macht einfach grosse Freude, so ein Buch in der Hand zu halten, darin zu blättern und wie Gollum zu murmeln: „Mein Schatz“ ;-)

        Das mit der Runde in Seckbach wusste ich nicht, danke für die Info! Vielleicht sollte ich mir das letzte Literarische Quartett doch noch geben, müsste es in der Mediathek geben, oder?

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        • De Sade steht bei mir noch im Regal. Bisher habe ich mich nicht herangewagt. Würde mich nicht als prüde oder zartbesaitet beschreiben, aber manche Sachen braucht es einfach nicht. Das gilt ebenso für Lee, White und Konsorten. – Da lobe ich mir lieber die etwas weniger pornographische Gewalt eines Rex Miller, Thomas Harris oder John Connolly.

          „Ein schön ausgestattetes Buch im Schuber und in limitierter Auflage, vielleicht mit Nachwort von MC, signiert von Lawrence Block, James Lee Burke oder Max Allan Collins usw…“ – :-D – Da müsste ich definitiv dann einen Kredit aufnehmen, denn mein Verstand würde automatisch in den „Shut up and take my Money“-Modus schalten. Dennoch: Es hätte was. Vielleicht sollte ich mal mit dem Joachim nochmal sprechen. ;-)

          Habe gestern mal ein wenig durch das Programm der „Anderen Bibliothek“ gestöbert. Die Platzverhältnisse in unserer Bibliothek lassen für mich eine größere Auswahl gar nicht zu (inzwischen sind es hier über 5.000 Bücher, davon ca. 3.000 Krimis), denn wenn, dann möchte man es ja schon dementsprechend präsentieren. „Weg nach Oxiana“ ward aber u.a. notiert, außerdem interessiert mich das Buch über die Schwarze Romantik („Nachtmeerfahrten“) sowie wie bereits gesagt die Chestertons. (Hm, Holgersson klingt aber auch gut – Oh Gott, diese Unterhaltung wird teuer *lach*) Ich fürchte, dass ein einmaliger Kauf mich anfixen wird. Die Gollum-Allegorie ist da in der Tat mehr als zutreffend. :-D

          Falls du es nicht schon gefunden haben solltest, bitte schön:
          https://www.zdf.de/kultur/das-literarische-quartett/das-literarische-quartett-vom-12-oktober-2018-100.html

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  5. „Destination Dallas“ ist gekauft.
    Ellins Geschichten habe ich vor Jahren mit grossem Vergnügen in der Haffmans-Ausgabe gelesen – schade, dass keine neue Übersetzung vorliegt. Wie später erst recht Hans Wollschläger (Chandler) und Harry Rowohlt (Bruens Taylor-Krimis) scheiterte Schmidt daran, sich selbst als Übersetzer zu wichtig zu nehmen.

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    • Ich kenne die Kurzgeschichten noch nicht und blicke ihnen mal mit Erwartung entgegen. Wollschläger ist mir so intensiv nicht aufgefallen, aber bei Rowohlt gebe ich Dir hundertprozentig recht. Das war am Ende prozentual weit mehr Harry als Ken – was vielleicht dem Umsatz zuträglich war, dem Original aber wohl nicht gerecht wurde. Nix gegen Rowohlt – seine Milne-Übersetzung ist für mich eine der besten – doch hier hätte er sich mehr zurücknehmen müssen.

      Kollege Jochen hat dies übrigens ebenfalls mal kritisiert und dafür damals harsche Kritik von Harry kassiert. Am Denkmal sägen kam nicht gut an. ;-)

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    • Ging mir absolut genauso mit Bruen! Der Unterschied im Tonfall ist wirklich auffallend, wenn man die bei Rowohlt oder Polar erschienenen Übersetzungen anderer Übersetzer mit denen von Harry Rowohlt vergleicht. Bei letzteren wähnt man sich bisweilen in einer Harry-Rowohlt-Lesung, was ja an sich eine sehr amüsante Sache ist, aber eine werkgetreue, sich zurücknehmende, dem Autor gerecht werdende Übersetzung ist was anderes… Das ging mir auch mit den Poe-Übersetzungen von Arno Schmidt einst so, bei Ellin hat er sich meiner Erinnerung nach dagegen eher zurückgehalten, wobei meine Lektüre schon zu lange zurückliegt, als daß ich das wirklich beurteilen könnte. Das gilt auch für Wollschlägers Chandler.

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      • Ich kenne Bruens „Brant“-Reihe noch nicht, aber der gute Jochen bläst auch da in dasselbe Horn wie du, da ihm die Polar-Titel (auch wg. der besseren Übersetzung) weit besser gefallen haben. Muss mich da in Zukunft mal selbst überzeugen. Aber naja, die Auswahl… ;-) – Ein Übersetzer macht für mich da den besten Job, wo er genau den Ton des Autors trifft und man komplett vergisst, nicht das Original in der Hand zu halten. Es gibt natürlich aber auch Ausnahmen, wo der Übersetzer interpretieren muss. So mir zuletzt bei Barrys „Dunkle Stadt Bohane“ aufgefallen. Da eine 1:1 Übertragung nicht funktioniert hätte, wurde da (erfolgreich) ein eigener Stil gewählt. Selbiges gilt für David Peaces Red-Riding-Quartett – auch wenn manche da die deutsche Version ebenfalls kritisch sehen.

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