Die Gasse feiert – Zwei Jahre „Crimealley“

Und sie feiert auch zum ersten Mal, denn ich muss gestehen – im letzten Jahr hab ich den 18. Oktober irgendwie ziemlich verschlafen. Vielleicht maß ich dem Datum damals aber auch einfach weniger Bedeutung zu, gibt es doch so viele Blogs, welche voller Enthusiasmus an den Start gehen, um dann nach relativ kurzer Zeit – aus vielerlei Gründen – das Handtuch zu werfen. Am Ende des Jahres 2016 sah es streckenweise so aus, als würde ich mich in diese Gesellschaft einreihen bzw. einreihen müssen. Umso glücklicher bin ich, dass es „Crimealley“ immer noch gibt. Und vor allem – und das ist am wichtigsten – es mir weiterhin richtig Spaß macht, meine Zeit und meine Energie hineinzustecken.

Sich selbst zu feiern, soll aber nicht der Auftrag dieses Beitrags sein. Im Gegenteil: Ich möchte stattdessen lieber die Gelegenheit nutzen, um mich bei all denen zu bedanken, welche „Crimealley“ schon so lange – und auch in Zeiten wo hier weniger los war – die Treue halten und mit Leben füllen. Mit vielen hat sich über die Zeit ein reger Austausch entwickelt und das war für mich am Anfang so nicht zu erwarten, zumal ich zum Blog wie die Jungfrau zum Kinde kam und das Ganze eindeutig als Versuch an den Start ging. Im Hinterkopf vor allem der Wunsch, nach eigenem Gutdünken Besprechungen platzieren zu können und unabhängig von Vorgaben, Terminen etc. Beiträge zu posten. Nicht aufgrund redaktioneller Allmachtsfantasien, sondern um eine persönliche Note zum Tragen zu bringen. Ob das geklappt hat, müssen andere beurteilen. Die Freiheit, sich zu äußern, wie man möchte, hat mir in jedem Fall gut getan und auch den Spaß am Rezensieren zurückgebracht.

Und letztendlich muss das auch – das habe ich schnell festgestellt – der Antrieb sein. Ohne Spaß wird das ganze Projekt schnell zu einer Pflichtübung. Irgendwie in eine Konkurrenz mit anderen Blogs treten zu wollen oder sich gar an irgendwelchen Blog-Charts zu orientieren – das führt dann nur dazu, dass man das eigentliche Ziel aus den Augen verliert. Übrigens eine Einstellung, die gottseidank ziemlich vieler meiner Blog-Freunde teilen, was den Austausch umso interessanter und unterhaltsamer macht, da man sich untereinander ergänzt, sich gegenseitig den SUB höher bespricht/empfiehlt und auch gern mal unterstützt, wenn man das Gefühl hat, dass der Beitrag eines anderen noch höhere Aufmerksamkeit rechtfertigt.

Kurzum: Ich fühle mich in dieser Blogger-Gemeinde – trotz der noch relativ kurzen Mitgliedschaft – äußerst wohl und gut integriert. Übrigens unabhängig von Klicks oder Followerzahlen, die, wenn steigend, natürlich zusätzlicher Ansporn sind und auch den Bauch pinseln (Wer wird nicht gern gelobt?), am Ende aber weniger wert sind, als direktes Feedback oder eine schöne ausgeuferte Diskussion über ein Buch, denn was nützt die ganze statistische Anerkennung, wenn man das Gefühl hat ins Leere zu schreiben? Daher weise ich auch an dieser Stelle nochmal mit Nachdruck auf meinen Blogroll sowie den Reiter „Links und Partnerseiten“ hin, wo alle Neuankömmlinge weitere tolle Blogs (nicht nur zum Krimi!) für sich entdecken könnten. Und wie Peter Huber von Crimenoir damals bei meiner Begrüßung auf seiner Seite betonte: „Die Crime-Family hat noch mehr Platz!

Recht hat er. Nichtsdestotrotz – eine gewisse Diversität sollte schon gegeben sein und so versuche ich auf „Crimealley“ weiterhin den Fokus weniger auf Novitäten zu legen, damit es nicht allzu oft Überschneidungen mit den anderen Blog-Kollegen gibt. Und die Gefahr besteht durchaus, teilen doch gleich einige meiner favorisierten Mitblogger meinen Geschmack für Kriminalliteratur, weshalb ich dann oft schon abwäge, ob es Sinn macht, wenn ich die vierte Besprechung zu einem Titel veröffentliche, zu dem – zumindest meines Erachtens – das Wichtigste bereits gesagt wurde. Ausnahmen wie z.B. aktuell Willi Achtens „Nichts bleibt“ bestätigen nur die Regel. Vielleicht besteht dadurch die „Gefahr“ für „Crime Alley“, von dem ein oder anderen Besucher aussortiert zu werden. Selbiges gilt für die immer wieder auftretenden Ausflüge in andere Genres, die Hardcore-Crime-Fans auch verprellen könnten. Das alles muss man in Kauf nehmen, wenn man glaubhaft bleiben will. Und das ist auch nicht schlimm, denn wer hier nicht das Richtige entdeckt, findet gleich einen ganz Haufen richtig guter Alternativen.

Ich hoffe trotzdem in Zukunft auch das ein oder andere aktuellere Thema immer mal wieder mitzunehmen. Meine diesjährige Idee, einige Verlagsleute und Autoren in einem Interview ins Gebet zu nehmen, ist zwar auf viele positive Rückmeldungen gestoßen (sogar auf mehr als ich in einem Jahr hätte abarbeiten können), auf meiner Seite allerdings mangels Zeit gescheitert. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ich bin immer noch sehr traurig, dass Dieter Paul Rudolph hierbei nicht mehr mit anpacken kann. Sein plötzlicher Tod erschüttert mich auch jetzt noch. Ein streitbarer, witziger und wortgewandter Geist, mit dem man sich herrlich kabbeln konnte und der sich im Genre Krimi wohlfühlte wie ein Fisch im Wasser – der kleine illustre Kreis der Buchverrückten ist um ein echtes Original ärmer geworden. Er hätte aber wohl gewollt, dass sein „Praktikant“ Jochen und dessen „Lakai“ Stefan die Fackel dieser Verrückten weitertragen.

Daher und in dem Sinne:

Heut abend wird zur Feier ein kühles Blondes geköppt und schön weitergeschmökert. Wir – also Jochen und ich – freuen uns auf ein weiteres, hoffentlich spannendes Jahr mit euch!

Euer Stefan

 

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33 Gedanken zu “Die Gasse feiert – Zwei Jahre „Crimealley“

  1. Als großer Fan deiner/eurer Art zu bloggen, kann ich nur sagen, dass es mich ungemein freut, dass es diesen Blog gibt. Ich komme super gern zum Quatschen vorbei und genieße den regen Austausch sehr, und habe in die stilleren Zeiten immer etwas vermisst, auch wenn ich volles Verständnis dafür habe, dass eben nicht immer möglich ist, seinem Blog Zeit zu widmen. Das geht wohl jedem von uns immer mal wieder so. Nichtsdestotrotz, bei der Titelauswahl beweist du/ihr immer ein sicheres Händchen, und selbst wenn schon 100 Leute etwas zu einem Buch geschrieben haben, mich interessiert dann eben doch, was du/ihr dazu sagst/sagt. Also, weitermachen! :) Nach dem Bier. Das habt ihr euch redlich verdient!

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  2. Herzlichen Glückwunsch zum Bloggeburtstag. Bitte einfach so weitermachen! Ich liebe eure Buchauswahl und die Rezis dazu. Da ich jetzt endlich wieder mehr Lesemuße habe, lese ich auch wieder regelmäßig meine Lieblingsblogs. Werde also wieder zum quatschen vorbeikommen. 😃

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  3. Ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen: bitte unbedingt so weitermachen. Ich wünschte ich könnte mich mehr von Neuerscheinungen zurückhalten und vermehrt ältere Titel besprechen. Ich lese Deine Rezension immer gerne – auch wenn ich schon andere zu dem Buch gelesen habe – Dein Stil ist anders und ich mag ihn sehr. Sehr, sehr viele der Titel, die Du hier vorstellst, landen entweder gleich im Einkaufskorb oder auf der Weihnachts – und Geburstagswunschliste.
    Und ja, ich hab Deine Beiträge in der Auszeit vermisst, aber Blog ist Blog, eben Zeit und Liebe, die man in der Freizeit dafür aufbringt und nicht immer gelingt das. Ich fand aber die Art und Weise, wie Du das gehandhabt hast, hervorragend – du warst eben einfach weg. Ohne Getöse, ohne Ankündigung.
    Aber nun bin ich froh, dass Du wieder da bist und bleib uns erhalten. Die nächsten 2 Jahre, aber gern auch noch die nächsten 20. ;-)

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    • Das ist ganz lieb von Dir und natürlich nochmal zusätzliche Motivation. Vielen Dank! Ich kann das ehrlich gesagt auch nur eins zu eins zurückgeben. :-)

      Ja, es gibt halt so Phasen wo Dir Privates und/oder Job kaum mehr Zeit für das Hobby lassen oder man einfach nicht den Kopf dafür frei hat. Ich denke es ist falsch, sich dann zu irgendetwas zwingen zu wollen. Oder gleich alles hinzuschmeißen. Letztendlich war die längere Pause für mich persönlich genau das Richtige, wenngleich ich natürlich erleichtert war, dass Crimealley dabei nicht gänzlich in Vergessenheit geraten ist.

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  4. Liebe Crime-Alley-isten
    Herzlichen Glückwunsch für Eure Seite und dass Ihr sie „schon“ 2 Jahre betreibt…. und dann komme ich gleich zu meiner Bitte: Haltet durch! denn die Seite ist – zumindest für Leute wie mich – eine wunderbare Bereicherung (ausser für meinen Geldbeutel). ;-)
    Ihr lest und kommentiert meist abseits vom Mainstream und ich habe – zu meinem Vergnügen – entdeckt, dass es noch Menschen gibt die sich mit Autoren beschäftigen, die sich mit ihrem Umfeld, den Personen und der Soziologie beschäftigen.
    Außerdem gefällt mir, dass Stefan Heidsiek auch für neue Erfahrungen im Krimi-Genre aufgeschlossen ist (z.B. in PC Spielen). Ich bin nicht damit aufgewachsen (Jg61), doch durch – hauptsächlich meine Tochter – wurde ich in das Spiele-Milieu einführt und finde es interessant wenn man selbst den Kommissar/Ermittler geben muss um einen Verbrecher zu jagen/überführen.
    Lange Rede – kurzer Sinn: Es tut gut eine Seite wie die Crime Alley in meinen „Favorites“ zu haben!
    Mangels Bier, erhebe ich mein (gefülltes) Weinglas auf Euch, trinke auf weitere Geburtstage Eures Blogs und verdrücke eine Träne in Gedenken an den Saarländer.
    Lasst Euch nicht unterkriegen!
    Michèle

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    • Alleine die vielen lieben Kommentare hier verleihen mir genug Schwung für die nächsten Monate! Danke Michéle – für die Anerkennung und für Deine Beiträge auf Crimealley. Freue mich schon auf weitere Unterhaltungen über Krimi & Co.

      Und Deinen Geldbeutel versuche ich natürlich weiterhin zu strapazieren. :-D Als gelernter Buchhändler kriegt man das nicht raus. ;-)

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  5. Man kennt sich ja schon länger – deshalb kurz und knapp: Glückwunsch und weiter so! Zweifel am Durchhalten für die „Gasse“ habe ich übrigens nicht ;-) Pausen gibt es, die lassen sich nicht vermeiden, denn das Leben außerhalb des Blogs läuft ja beständig weiter und nimmt sich seine Zeit. Geht mir gerade so… Beste Grüße!

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    • Erstmal vielen Dank! Ja, ist mir aufgefallen, dass es bei Dir derzeit auch etwas ruhiger ist. Gut Ding will Weile haben. Da ist durchaus was dran. Bin allerdings schon sehr gespannt, mit was du dann wieder um die Ecke kommst. Werde vorsorglich auf dem Merkzettel ein paar Plätze frei halten. ;-)

      Beste Grüße zurück!

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  6. Mir bleibt nicht mehr viel zu sagen – es wurde ja alles schon wunderbar gesagt. Aber eines möchte ich schon Dir / euch gratulieren. Ich schlendere gerne hier entlang, in der Gasse! LG, Bri

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  7. Ich wünsche euch auch von Herzen weiterhin viel Spaß bei allem Tun und Treiben hier auf dieser Webseite. Ihr seid eine Bereicherung und ich freu mich immer über die Besprechungen, selbst wenn sie sich mal mit anderen Rezensionen doppeln sollten (aber genau das ist ja auch oftmals schön – die unterschiedlichen Sichtweisen dieser Krimis).

    Auf viele weitere Jahre hier in der Blogosphäre – yay ho!

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  8. Ha, es wurde ja schon alles gesagt, aber „noch nicht von mir“ :-) Herzlichen Glückwunsch zum Zweijährigen! Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre und werde hier definitiv öfter durchbummeln als bisher, auch wenn ich immer ein bisschen Angst vor Krimiblogs habe, drohen da doch besonders schnell Unbill und Gefahren für Geldbeutel und Belastbarkeit der Regale. Und Blogs, die nicht nur dem Aktuellen hinterherhecheln, mag ich besonders. Weiterhin Freude und Gelassenheit beim Lesen und Bloggen und Leben. Und verlinkt seid ihr jetzt natürlich auch. Liebe Grüße, Anna

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    • Erstmal vielen lieben Dank! Auch für die Verlinkung, fühle mich geehrt und hoffe dem gerecht zu werden. ;-) – Ja, ja, Belastbarkeit der Regale. Das Problem kenn ich, wobei ich mir tatsächlich schon Gedanken über die Belastbarkeit des Bodens an sich mache. :-) – Freue mich über jeden Besuch! Auf gute Blogfreundschaft – Liebe Grüße, Stefan

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  9. So, jetzt bin ich aber ordentlich spät dran: Alles Gute auch von mir!

    Du sprichst da einige ganz wesentliche Dinge beim Bloggen an. Ich habe es auch aufgegeben, auf Quoten zu schauen und zu irgendwelchen bestimmten Uhrzeiten zu bloggen, damit die jeweiligen Beiträge mehr Leser haben. Dann würde ich mich eingeengt fühlten. Ich halte es mittlerweile auch nicht für problematisch, mal zwei Wochen nichts zu schreiben (und manchmal auch länger keine anderen Krimi-Blogs zu lesen – was auch die späte Nachricht hier erklärt). Natürlich sollte es eine gewisse Regelmäßigkeit geben, aber Druck jeglicher Art würde mir die Freude am Bloggen nehmen. Ich versuche mich auch eher kurz zu fassen und bin immer wieder begeistert, wie ausführlich manche Krimi-Kollegen in die Tiefe gehen. Aber wenn jeder sein eigenes Ding macht, bleiben wir alle wunderbar vielseitig und verschieden ;-)

    Liebe Grüße,
    Peter

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    • Dank Dir, Peter!

      Ja, das ist genau das was ich meinte. Natürlich gibt es die Versuchung, möglichst viele Menschen erreichen bzw. Klicks generieren zu wollen. Dieses virtuelle „Gefällt mir“ war zu Beginn schon auf eine gewisse Art und Weise eine Bestätigung. Letztendlich darf das aber nicht der Antrieb sein, darf es nicht so wichtig sein, dass es die eigene Blog-Philosophie bestimmt. Ist man an diesem Punkt angelangt, begibt man sich in ein Hamsterrad und wird dann zum Getriebenen.

      In meinem Fall waren ein, zwei Monate Pause und kompletter Stillstand ganz förderlich. Erstens weil ich gemerkt habe, dass es auch ohne Blog geht, zweitens weil mir bei meiner Rückkehr klar wurde, dass ich trotz einer schlechteren Statistik den Spaß an der Sache nicht verloren habe. Im Gegenteil: Die Clique von Bloggern, mit denen man bisher verkehrt hat und die sich freudiger Weise immer mal wieder erweitert, hat sich schlicht gefreut, dass man wieder da war. Und der Faden wurde einfach wieder dort aufgenommen, wo man ihn liegenlassen hatte.

      Druck ist genau das, wovon ich auf der Arbeit genug habe. Daher soll dies hier vor allem eine lässige Geschichte sein. Es gibt Zeiten, da bin ich halt voller Enthusiasmus und die Finger fliegen nur so über die Tasten – und dann kommen wieder Phasen wo ich keine innere Ruhe für ein Buch und damit auch den Blog habe. Insofern: Regelmäßigkeit ja, so lange es nicht in Arbeit und vor allem gefühlten Zwang ausartet. Ob der letzte „Crimenoir“-Beitrag jetzt 2 oder 3 Wochen her ist, ist deshalb nicht von Belang. Man freut sich schlicht wenn er kommt, zumal in Deinem Fall in der Kürze die Würze liegt. Wie du hier gerade liest, fällt mir das eher schwer. ;-) Aber wie du sagst: Jeder sein Ding – alles andere wäre langweilig und ziemlich sinnfrei.

      So, und jetzt schau ich mir Deinen neuen Beitrag mal genauer an.
      Liebe Grüße zurück,
      Stefan

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