Die Toten schauen zu – im Sonnenlicht und im Schatten

Eine Nachricht und eine Entdeckung, die ich gerne mal mit der Krimi-Gemeinde teilen möchte.

So ist seit Anfang diesen Monats (oder habe ich es einfach erst so spät mitbekommen) mit „Die Toten schauen zu“ von Gerald Kersh der neueste Titel aus Frank Nowatzkis Pulp Master-Verlag erschienen (Wer das grandiose Programm nicht kennt, folge bitte unverzüglich dem Link). Für meine Seite ein Muss-Kauf, zumal die

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(c) Pulp Master

Thematik es für dieses Genre in sich hat:

Als in der von deutschen Truppen besetzten „Tschechei“ der SS-Obergruppenführer und General der Polizei von Bertsch von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer niedergeschossen wird, setzt das Dritte Reich 800.000 Reichsmark Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Als in der Nähe des kleinen Dorfes Dudicka ein verlassenes Motorrad am Uferrand geborgen wird, entsendet die Gestapo den berüchtigten SS-Offizier Heinz Horner, um eine Untersuchung einzuleiten und die Dorfbewohner Horners Repressalien auszusetzen. – Vor historischem Hintergrund schuf der großartige Gerald Kersh 1943 unauslöschliche Bilder vom Hereinbrechen des Schreckens über eine unschuldige Dorfgemeinschaft, die bis heute nichts von ihrer dramatischen Wucht und Sprachkraft verloren haben.

Das war die Nachricht und nun die Entdeckung: Für Dezember diesen Jahres ist im amerikanischen Original eine Anthologie angekündigt, bei der Titel, Name des Herausgebers, beteiligte Autoren und Aufmachung allesamt nur eine Antwort von meiner Seite aus zur Folge haben: „Shut up and take my Money!“

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(c) Pegasus

In Sunlight or in Shadow – Stories inspired by the paintings of Edward Hopper“ ist eine Hommage an einen der wichtigsten Maler aus dem Amerikanischen Realismus, der mich dazu noch mit seinem Bild „Nighthawks“ schon in jungen Jahren geprägt und meine Liebe zum „noiresken“ Buch befeuert hat. In der kommenden Storysammlung nehmen dann außerdem auch ein paar Schriftsteller den Stift in die Hand, die zu den ganz Großen ihrer Sparte (und passenderweise meinen Favoriten) zählen: Neben Herausgeber Lawrence Block sind so u.a. Stephen King, Joyce Carol Oates, Michael Connelly, Jeffery Deaver, Lee Child und Joe R. Lansdale beteiligt. Grund genug für mich, mal nicht auf eine Übersetzung ins Deutsche zu warten und mir das Buch als Weihnachtswunsch vorzumerken. Und vielleicht dürfen wir 2017 das Buch dann doch auch hierzulande begrüßen – Liebeskind übernehmen sie. 😎

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5 Gedanken zu “Die Toten schauen zu – im Sonnenlicht und im Schatten

    • Habe gerade gesehen, dass du „Drive In“ gelesen hast. Das steht bei mir auch noch ungelesen (allerdings die Pulp-Master-Ausgabe) im Regal. Überlege immer noch, ob mir die Komplettierung der Trilogie einen Kauf wert ist. Die Besprechungen sind ja gemischt. Dein positives Urteil kippt die Waage jetzt wieder etwas zugunsten einer Anschaffung. Na, mal sehen.

      Was du unbedingt von Lansdale lesen musst: „Die Wälder am Fluss“, „Dunkle Gewässer“ und die komplette Collins-Pine-Reihe. … Wenn ich es mir recht überlege, kannst du wahrscheinlich eigentlich alles von dem lesen.

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      • Ich bin dabei… 😉
        Lansdale liegt mir schon sehr – ich mag seinen Stil einfach unglaublich gerne. Und er ist ja sehr abwechslungsreich. Für Leonard & Hap (bzw. Collings & Pine) liegen schon die nächsten zwei Teile bei mir bereit und auch „Das Dickicht“ ist schon auf meinem SUB. Die anderen folgen bestimmt bald… Vielleicht hätte ich lieber eine Lansdale Challenge statt einer Ellroy Challenge für dieses Jahr beginnen sollen….

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  1. Der Kersh steht auch auf meiner Leseliste, wie so vieles andere. Mein Liebling aus dem PM Programm bisher:P.J. Wolfson“ Geißel der Niedertracht“. Der Autor scheint mir sträflich vernachlässigt zu sein, was Übersetzungen betrifft.( Zaunpfahl).

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    • „Geißel der Niedertracht“ wartet wie viele andere PM-Titel noch bei mir im Regal. Meine Highlights aus Nowatzkis Programm bisher: Paul Cains „Totschlag“ und Derek Raymonds „Ich war Dora Suarez“. Was den Zaunpfahl angeht: Das bleibt wohl Wunschdenken. Wir können schon froh sein, dass der Frank so ein gutes Näschen für Autoren hat. Einen Seamus Smyth hätten wir sonst auch wohl in Jahren nicht in deutscher Übersetzung gesehen.

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